Transforming Climate-Social Futures
Wie stellen sich junge Menschen ihre Zukunft vor? Die Antworten darauf fallen sehr unterschiedlich aus: Während viele junge Klimaaktivist*innen die Dringlichkeit der Klimakrise betonen und für Veränderung kämpfen, fühlen sich andere Jugendliche von dieser Debatte kaum angesprochen. Ihre Perspektiven auf die Zukunft bleiben damit oft unbeachtet, obwohl wir alle von den Folgen des Klimawandels betroffen sind.
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Climate-Social Futures
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futures@moz.ac.at
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Gemeinsam mit Jugendlichen, NGOs, der offenen Kinder- und Jugendarbeit sowie der Stadt Salzburg erforschen wir, wie klimasoziale Zukünfte aussehen können – Zukünfte, mit denen sich junge Menschen aus unterschiedlichen Lebenswelten und mit unterschiedlichem Wissen identifizieren können. Unser Ziel ist es, soziale Gerechtigkeit und sozialökologische Verantwortung miteinander zu verbinden. Wir möchten neue Wege aufzeigen, wie lebenswerte Zukünfte gestaltet und in die politischen Strukturen der Stadt integriert werden können. Dabei untersuchen wir auch Klimawandelfolgen und mögliche Klimaschutz- und Anpassungsstrategien in Salzburg. Im Zentrum steht die Frage: Welcher Horizont kann junge Menschen mit unterschiedlichen Haltungen, Wissens- und Erfahrungshintergründen und Interessen in Salzburg zusammenbringen, um aktiv und gemeinsam an nachhaltigen und gerechten Zukünften mitwirken zu können?
Um die Frage zu beantworten, setzen wir auf kunstbasierte und partizipative Methoden. Künstlerische Auseinandersetzung eröffnet Räume für Vorstellungskraft, Teilhabe und Dialog – sie schafft Zugang zu komplexen Themen und inspiriert dazu, eigene Ideen für eine bessere Welt zu entwickeln. Gemeinsam mit Jugendlichen hinterfragen wir bestehende Vorstellungen, entwerfen neue Zukunftsbilder, und loten die Realisierung und Folgen dieser Visionen aus. Das vom FWF im Rahmen von #ConnectingMinds geförderte Projekt verbindet kommunale Strategien mit zivilgesellschaftlichem Engagement und stärkt die Stimmen junger Menschen, die bisher kaum politisches Gehör finden. So entstehen innovative Ansätze, wie durch Bildung, Kunst und Beteiligung eine vielfältige, solidarische und zukunftsfähige Stadtgemeinschaft gestaltet werden kann.
Denn unsere Zukunft beginnt nicht irgendwann – sie beginnt jetzt!
Aktuelles
- Youth’s climate-social futures in Salzburg: an arts-based approach to critical participatory action research”, RC21 Conference on Urban and Regional Development Inequalities and the City, 20.–22. Juli 2026, Wien
Collaboration
Am 3. Dezember 2025 trafen sich das Forschungsteam und die Praxispartner*innen zum gemeinsamen Kick-Off-Workshop in Salzburg.
Neben projektbezogenen Themen bot der Tag auch Raum für persönliches Kennenlernen und Austausch auf unterschiedlichen Ebenen.
Der Tag war aber vor allem davon geprägt die Rahmenbedingungen für die zukünftige Zusammenarbeit abzustecken, individuelle wie gemeinsame Visionen zu imaginieren und wünschenswerte Ziele und Zukunftsbilder zu formulieren.
Am 3. März 2026 fand der erste Arts-Based-Methods Workshop gemeinsam mit Marcel Kieslich statt. Der Künstler brachte dafür verschiedene Methoden mit, die ihn in seiner künstlerischen Forschung beschäftigen.
Im Mittelpunkt standen dabei performative Praktiken, die darauf ausgerichtet sind, Wahrnehmungen zu verfeinern, die eigene Verortung innerhalb verschiedener Selbst-Weltverhältnisse zu reflektieren und zum Imaginieren anzuregen.
Die Methoden wurden anschließend in Kleingruppen evaluiert und für den Einsatz im Projektkontext weiterentwickelt.
Arts-Based-Methods Workshop II mit Anna Laner am 21.4.2026
Im April fand unter Co-Leitung der Dramaturgin Anna Laner der zweiten Arts-Based-Methods Workshop statt. Anna gab uns Einblicke in ihre Arbeit am Theater und brachte verschiedene -performative Herangehensweisen aus ihrer Praxis mit, die wir gemeinsam erprobten. Ausgehend von visuellen Impulsen aus der Kunstgeschichte wurden in Kleingruppen neue Erzählungen entwickelt, die anschließend in Dialoge und Rollenspiele übersetzt und weitergesponnen wurden.
Im zweiten Teil des Workshops erarbeiteten wir darauf aufbauend erste Skizzen für Methoden, die in der gemeinsamen Forschungsarbeit mit Jugendlichen Anwendung finden werden.
Forschungsteam
Universitätsassistentin / Doktorandin W&K
Alexandra ist Universitätsassistentin an der Universität Mozarteum Salzburg, Designerin und Doktorandin im Programm Wissenschaft & Kunst.
In ihrer künstlerisch-wissenschaftlichen Forschung untersucht sie kollaborative Gestaltungsprozesse zwischen menschlichen und mehr-als-menschlichen Akteur*innen. Ihr Fokus liegt auf spekulativen Designpraktiken und der Entwicklung von Methoden zur Förderung von Utopiekompetenz und der Sichtbarmachung von Relationalität und Kompliz*innenschaft in Gestaltungs- und Bildungsprozessen.
Im Projekt nimmt sie derzeit eine unterstützende Rolle ein: vor allem in der Organisation sowie Projektkommunikation, Website und visuellen Gestaltung. Zusammen mit Iris, Eva und Lea ist sie involviert an der zukünftigen Weiterentwicklung kunstbasierter und spekulativer Methoden und Fragen zur Co-Creation wünschenswerter Zukünfte.
Koordinatorin und Principal Investigator
Iris Laner ist Professorin für Bildende Kunst und Bildnerische Erziehung an der Universität Mozarteum Salzburg. Ihre Forschung bewegt sich an der Schnittstelle von philosophischer Ästhetik, Bildungstheorie und Kunstpädagogik. Im Zentrum steht die Frage, wie ästhetisches Erfahren, Urteilen und Imaginieren Gemeinschaft stiften kann – jenseits individualistischer Bildungsverständnisse.
In ihren Arbeiten verbindet sie phänomenologische und dekonstruktive Ansätze mit qualitativer, partizipativer und kunstbasierter Forschung. Sie untersucht, wie sich Menschen in schulischen und außerschulischen Kontexten gemeinsam auf Bilder, Materialien und ästhetische Prozesse beziehen – und wie dadurch Formen von Verantwortung, kritische Bezüge und soziale Lernräume entstehen.
Als Koordinatorin und Principal Investigator trägt sie Verantwortung für die Projektleitung und fokussiert inhaltlich vor allem die ästhetisch-philosophischen, ethischen und kunstpädagogischen Fragen, die im Projekt verhandelt werden, als auch methodisch den Einsatz und die Weiterentwicklung von kunstbasierten und partizipativen Ansätzen.
Principal Investigator
Monika Mayer ist Senior Scientist am Institut für Meteorologie und Klimatologie der BOKU University in Wien. Ihre Forschung konzentriert sich auf den Zusammenhang von Luftverschmutzung und Klima. Die Physikerin setzt vor allem Chemie-Transport-Modelle ein, um die Wechselwirkungen und Rückkopplungen verschiedener physikalischer und chemischer Prozesse zu untersuchen.
Im Projekt setzt sie zwei Schwerpunkte:
- Einsatz des Klima-Computerspiels „Hotspot Earth“, um Interesse am Thema Klima zu wecken und naturwissenschaftliche Grundlagen des Klimawandels zu vermitteln.
- Umsetzung der von Jugendlichen entwickelten Klimazukünften in qualitative Klimaszenarien.
Post-Doc Researcher
Max ist Nachhaltigkeitswissenschaftler am Institut für Entwicklungsforschung der BOKU University mit den Schwerpunkten städtischer Klimawandel und gesellschaftliche Teilhabe marginalisierter Gruppen. Sein besonderes Forschungsinteresse gilt transdisziplinären Prozessen sowie partizipativen und kunstbasierten Methoden.
Gemeinsam mit Eva ist er im Projekt für die Planung und Durchführung des partizipativen Aktionsforschungsprozess mit den Co-Forscher*innen zuständig. Er untersucht außerdem mit Christina und Lisa die klimasoziale Politik Salzburgs.
Principal Investigator
Christina Plank ist Senior Scientist am Institut für Entwicklungsforschung der BOKU University in Wien. Sie arbeitet im Bereich Politische Ökologie, inter- und transdisziplinär, zu sozial-ökologischer Transformation und Governance.
Im Projekt fokussiert sie auf klimasoziale Politik der Stadt Salzburg und den Möglichkeitsräumen und Beteiligungsmöglichkeiten, die darin für junge Menschen geschaffen werden. Im Zuge der inter- und transdisziplinären Zusammenarbeit stehen dabei Strategien der Transformation im Zentrum.
Post-Doc Researcher
Eva ist Forschende an der Universität Mozarteum Salzburg und bildende Künstlerin. Ihre wissenschaftlichen Interessen liegen in den Bereichen gemeinschaftlicher ästhetischer Bildung, (macht-)kritischer Zugänge zu Wissen im Vermittlungskontext sowie partizipativen und kunstbasierten Prozessen in transdisziplinären Bezugsrahmen.
Im Projekt ist sie gemeinsam mit Max verantwortlich für die Planung und Umsetzung des kunstbasierten und partizipativen Forschungsprozesses mit den Co-Forscher*innen. Gemeinsam mit Iris, Lea und Alexandra beschäftigt sie sich außerdem mit Fragen zu gemeinschaftlicher Imaginationsbildung und kunstbasierten Methoden.
Doktorand
Jan ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Meteorologie und Klimatologie der BOKU University in Wien und in der Forschungsgruppe Novel Data Ecosystems for Sustainability (NODES) am International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA).
Jans Forschungsschwerpunkt liegt in der Entwicklung und Evaluierung von neuartigen Methoden für Nachhaltigkeitskommunikation und -bildung sowie Citizen Science, mit besonderem Fokus auf Videospielen.
Gemeinsam mit Monika setzt er das Spiel Hotspot Earth ein, um Jugendliche an Klimathemen heranzuführen, und evaluiert die Klimazukünfte, die die Co-Forscher:innen entwickeln.
Ehemalige Projektmitglieder
Julia Männle
Praxis-Partner*innen
„Erde Brennt Salzburg“ ist eine Partnerorganisation des Projekts. Die Organisation bringt ihre Erfahrungen mit jugendgeführtem Klimaaktivismus ein und hilft dem Forschungsteam dabei, die Motivationen, Perspektiven und Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Engagement für den Klimaschutz besser zu verstehen. Stephanie Wolfgruber vertritt „Erde Brennt Salzburg“ im Rahmen des Projekts.
„Fridays for Future Salzburg“ unterstützt das Projekt als Praxispartner und bringt dabei seine Erfahrungen im Bereich des Klimaaktivismus – insbesondere des Aktivismus von und mit jungen Menschen – sowie sein Fachwissen bei der Durchführung von Workshops zur Klimakrise ein. Anika Dafert vertritt „Fridays for Future Salzburg“ im Rahmen des Projekts.
Sindbad Salzburg unterstützt junge Menschen dabei, ihr Potenzial zu erkennen und zu entfalten, während sie den Übergang in eine Ausbildung, eine Weiterbildung oder ins Berufsleben vollziehen. Im Rahmen eines Mentoring-Programms werden die Jugendlichen mit ehrenamtlichen Mentoren zusammengebracht, die sie über einen Zeitraum von acht bis zwölf Monaten begleiten. In regelmäßigen Einzelgesprächen arbeiten die Mentoring-Teams an Themen wie Berufsorientierung, Bewerbungen und Entscheidungsfindung. Das Programm zielt darauf ab, junge Menschen zu stärken und sie dabei zu unterstützen, ihren eigenen Bildungsweg zu gestalten.
Im Rahmen des Projekts bringt Sindbad Salzburg praktisches Fachwissen ein und berät bei der Entwicklung des partizipativen Forschungsprozesses.
Südwind – Verein für Entwicklungspolitik und globale Gerechtigkeit trägt zur strategischen Entwicklung des Projekts bei und unterstützt die Anpassung der Inhalte an verschiedene Zielgruppen. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Entwicklung von Initiativen, die Fragen des Klimaschutzes und der sozialen Gerechtigkeit durch kunstbasierte Ansätze miteinander verknüpfen. Ein zentrales Anliegen ist es, eine sinnvolle Beteiligung junger Menschen sicherzustellen und die Realitäten ihres Alltags zu thematisieren.
Der Verein Spektrum bindet Kinder und Jugendliche in Salzburg das ganze Jahr über durch eine Vielzahl soziokultureller Projekte ein. Im Rahmen des Projekts fungiert der Verein Spektrum als wichtige Brücke zwischen dem Forschungsteam und der jüngeren Generation.
Vera Laner, Martina Hauser und Petra Burgstaller vertreten den Verein Spektrum im Rahmen des Futures-Projekts.
„Wissensstadt Salzburg“ bringt die Perspektive der Stadt Salzburg ein und unterstützt die Entwicklung von Visionen und Strategien für ein verantwortungsbewusstes und nachhaltiges Zusammenleben durch die Verknüpfung von Kunst, Bildung und bürgerschaftlichem Engagement. Die Förderung der Zusammenarbeit zwischen Kultur- und Bildungseinrichtungen sowie die Förderung des kreativen Potenzials junger Menschen ist ein zentrales Ziel der Kulturstrategie der Stadt.
Künstler*innen
Anna ist Dramaturgin und Regisseurin. Von 2015 bis 2019 war sie als Dramaturgin am Schauspielhaus Wien engagiert. Seit 2019 arbeitet sie freiberuflich in Zusammenarbeit mit Elke Auer, Eva Jantschitsch, Thomas Köck und Matthias Köhler und für zahlreiche Theater wie das Schauspiel Stuttgart oder das Landestheater Marburg. 2020-2024 co-kuratierte sie das Spielzeitprogramm am Kosmos Theater Wien. Sie unterrichtete u.a.am Institut für Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst in Wien. Seit 2024 ist sie Teil der Dramaturgie der Münchner Kammerspiele.
Mit künstlerischen Mitteln versucht sie den Jugendlichen Wege aufzuzeigen, sich eine gestaltbare Zukunft unserer Umwelt vorzustellen.
Marcel studierte Philosophie sowie Theater- und Medienwissenschaft in Erlangen, Montréal und Wien. Nach seiner Zeit als Regieassistent an der Schaubühne in Berlin widmete er sich als Doktorand am Mozarteum in Salzburg kultur- und technikphilosophischen Fragen. Aktuell arbeitet er als Dramaturg und geht weiter seiner künstlerischen Forschung nach.
Als Performancekünstler und Forscher unterstützt er das Team hinsichtlich performativer Praktiken, die bei der Veränderung von Wahrnehmungszuständen ansetzen und potenzielle Wege in eine andere Zukunft offenlegen.
Kooperationspartner*innen
- Katharina Anzengruber (Universität Mozarteum)
- Thomas Schubatzky (Universität Innsbruck)
Scientific Advisory Board
- Nicole Brown, Univ. College London
- Erich Fischer, ETH Zürich
- Karmen Franinovic, ZHdK
- Fridolin Krausmann, BOKU University
- Martina Neuburger, University Hamburg
- Markus Rieger-Ladich, University Tübingen
Projektdetails
Ein Projekt der Universität Mozarteum Salzburg in Kooperation mit der Universität für Bodenkultur Wien.
Praxispartner*innen: Erde brennt, Fridays For Future, Südwind – Verein für Entwicklungspolitik und globale Gerechtigkeit, Verein Spektrum, Wissensstadt Salzburg
Disziplinen: Educational Sciences (55%); Geosciences (10%); Human Geography, Regional Geography, Regional Planning (35%)
Fördergeber: FWF – Austrian Science Fund
Förderprogramm: #ConnectingMinds Projects
Fördersumme: 1.218.318 Euro
Projektlaufzeit: 2025–2030
Presse & Archiv
- Lectures for Future
28.4.2026 @ Universität Klagenfurt (online) -
„Präsentation des Spiels „Hot Spot Earth“ auf der EGU26 am 6. Mai 2026 (Session Highlight)Link zum Abstract: https://meetingorganizer.copernicus.org/EGU26/EGU26-11239.html
- Workshop mit Artivistory und Applied Theatre, 11.-13.11.2025
Link zum Video:
AfterMovie_Salzburg_Artivistory&Mozarteum_2025.mp4