Europasinfonie

Zwölf Länder - ein Orchester: Im Juni 2027 wird in Dresden Musikgeschichte geschrieben: Erstmals überhaupt musizieren Orchestermusiker:innen aus zwölf europäischen Ländern in Echtzeit gemeinsam – obwohl sie bis zu 2.200 Kilometer voneinander entfernt sind. Die Dresdner Sinfoniker präsentieren mit der „Europasinfonie“ ein technologisch und künstlerisch bahnbrechendes Projekt, das zeigt, wie digitale Innovation klassische Musik revolutionieren kann.

EUROPASINFONIE
co-funded by the European Union


Kontakt

heike.henning@moz.ac.at
(Projektleitung Universität Mozarteum, Musikpädagogik Innsbruck)


Kompositionswettbewerb
2.5.–31.7.2026

Konzert in Dresden
18.6.2027

Live-Musik ohne Grenzen

Das Konzept: Am 18. Juni 2027 spielen 62 Streicher:innen der Dresdner Sinfoniker unter der musikalischen Leitung von Andrea Molino auf der Bühne in Dresden. Gleichzeitig musizieren Bläser, Schlagzeuger und zwei Chöre aus elf weiteren europäischen Musikmetropolen – von Athen bis Madrid, von Brüssel bis Mailand – live in ihren Heimatstädten mit. Über superschnelle Internetverbindungen werden ihre Videos und vor allem ihr Klang nach Dresden übertragen. Dort werden die Musiker:innen lebensgroß projiziert und fügen sich nahtlos ins Gesamtbild ein. Das Publikum erlebt ein vollständiges Sinfonieorchester mit Chor – optisch und akustisch vereint.

Jahrelange Entwicklungsarbeit der Dresdner Sinfoniker zusammen mit Alexander Carôt von der Hochschule Anhalt hat diese Innovation ermöglicht. Die Herausforderung: Die Signalverzögerung (Latenz) musste auf ein Minimum reduziert werden – nur so können Musiker:innen über große Distanzen synchron zusammenspielen. Dieses Ziel wurde erreicht.

An der Universität Mozarteum wurde bereits 2022–2024 im ERASMUS+ Forschungsprojekt "Choir@Home" in Zusammenarbeit mit der Universität Liechtenstein (Janine Hacker) und der Hochschule Anhalt (Alexander Carôt) untersucht, wie gemeinsames Singen in virtuellen Räumen stattfinden und neu gedacht werden kann (Projektleitung: Heike Henning).

Kompositionswettbewerb

Im Rahmen eines Kompositionswettbewerbs sind europäische Komponist:innen dazu eingeladen, speziell für dieses innovative Format zu schreiben und die Möglichkeiten des digitalen Settings kreativ zu nutzen. 

  • Start der Einreichfrist für die Europasinfonie: Anfang Mai 2026
  • Deadline für Einreichungen: 31. Juli 2026
  • Jurysitzung & Bekanntgabe der Gewinner:innen: Anfang Oktober 2026
  • Preisgelder: 3 x 14.000 Euro


Ein europäisches Netzwerk für Wissenstransfer und Zusammenarbeit

Die Europasinfonie ist mehr als ein einmaliges Konzert. Geplant ist der Aufbau einer digitalen Plattform mit permanenten „Remote Studios“ in ganz Europa. Musikerinnen und Musiker, Orchester und Komponistinnen können dann grenzüberschreitend proben, aufnehmen und produzieren – ohne Reiseaufwand, umweltschonend und offen für experimentelle Projekte, die im klassischen Konzertbetrieb kaum Chancen hätten.

Das Projekt Europasinfonie ist ein Beispiel für konkret praktizierte europäische Zusammenarbeit und versteht sich als Aufruf zum kontinuierlichen Dialog zwischen allen Europäern, nicht nur auf künstlerischem Gebiet.

Projektdetails

Künstlerische Partner

  • Dresdner Sinfoniker (Deutschland) – Streichorchester
  • Athens State Orchestra (Griechenland) – Klarinetten
  • Birmingham Contemporary Music Group (UK) – Klavier/Celesta & Harfe
  • Brussels Philharmonic (Belgien) – Schlagzeug
  • Tschechischer Philharmonischer Chor Brünn (Tschechische Republik) – Chor
  • Estnisches Nationalsinfonieorchester (Estland) – Tuba & Posaunen
  • Universität Mozarteum Salzburg (Österreich) – Chor
  • No Borders Orchestra (Serbien) – Trompeten
  • Orchestra Sinfonica di Milano (Italien) – Flöten
  • Orquesta Sinfónica de Madrid (Spanien) – Fagotte
  • Pannon Philharmonic (Ungarn) – Hörner
  • Sinfonia Varsovia (Polen) – Oboen

Musikalische Leitung: Andrea Molino

Kooperationen

  • Hochschule Anhalt, Köthen, Prof. Alexander Carôt
  • PxB Studios GmbH, Berlin
  • Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik (HHI), Berlin

Fördergeber: European Union Creative Europe Programme: CREA-CULT-2025-COOP