Assoz.-Prof.in für Historische Musikwissenschaft
Das Institut für Europäische Regionalmusikforschung (IERM) versteht sich als Kompetenzzentrum für Forschungen im Netzwerk (über)regionaler musikkultureller Entwicklungen. Es vereint die bislang eigenständig geführten Forschungsbereiche Musikalische Ethnologie und Salzburger Musikgeschichte, deren Mitglieder zukunftsträchtige Forschungsperspektiven entwickeln und die darüber hinaus ihre etablierten Schwerpunkte und Projekte weiterführen.
Das Institut für Europäische Regionalmusikforschung (IERM) versteht sich als Kompetenzzentrum für Forschungen im Netzwerk (über)regionaler musikkultureller Entwicklungen. Es vereint die bislang eigenständig geführten Forschungsbereiche Musikalische Ethnologie und Salzburger Musikgeschichte, deren Mitglieder zukunftsträchtige Forschungsperspektiven entwickeln und die darüber hinaus ihre etablierten Schwerpunkte und Projekte weiterführen.
Das Institut für Europäische Regionalmusikforschung führt die etablierten Forschungsprofile der Musikalischen Ethnologie und der Salzburger Musikgeschichte fort und entwickelt diese sowie neue, prospektive Forschungstangenten weiter – dies sowohl im wechselseitigen Austausch als auch in der Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Kooperationspartner*innen.
Musikalische Ethnologie
Die Musikalische Ethnologie befasst sich mit Musik und Tanz in ihren vielfältigen kulturellen, gesellschaftlichen und historischen Kontexten. Sie widmet sich sowohl überlieferten vokalen und instrumentalen Ausdrucksformen als auch gegenwärtigen musikalischen Praktiken, Prozessen kulturellen Wandels sowie den Wechselbeziehungen von Musik, Migration und transkulturellem Austausch. Ihre institutionellen Wurzeln liegen in der Erforschung und Dokumentation volksmusikalischer Traditionen im Alpenraum. Dieses historisch gewachsene und bis heute profilbildende Forschungsfeld wird fortgeführt und in überregionale, europäische und globale Zusammenhänge eingeordnet. Zugleich öffnet sich die Musikalische Ethnologie weiteren Themen und Forschungsfeldern im internationalen Diskurs.
Salzburger Musikgeschichte
Der Forschungsschwerpunkt Salzburger Musikgeschichte untersucht die Musikgeschichte Salzburgs von den Anfängen bis zur Gegenwart aus sozial- und kulturgeschichtlicher Perspektive. Im Mittelpunkt stehen musikkulturelle Praktiken unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppierungen und Interessensgemeinschaften, weiters wird sozialen Handlungsräumen, mentalitätsgeschichtlichen Entwicklungen, Netzwerken sowie Identitäts- und Alteritätsbildungsprozesse nachgegangen. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei ihren Ursachen und Ausprägungen dieser Erscheinungsformen sowie ihren Auswirkungen auf gesellschaftliche Realitäten.
Tangente 1: Kulturelle Hegemonien und unterrepräsentierte Gruppen
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Ursachen und Wirkungen kultureller Hegemonien sowie auf musikkulturellen Praktiken bislang in der musikwissenschaftlichen Forschung unterrepräsentierter bzw. marginalisierter Gruppen. Untersucht werden unter anderem musikalische Protest- und Alternativkulturen, Praktiken abseits gesellschaftlicher Normen, Straßenmusik, Musik in Lagern und Musik ethnischer Minderheiten. Wissenschaftliche Diskurse zu Diskriminierung und Intersektionalität bilden dabei zentrale theoretische Bezugspunkte.
Tangente 2: Regionale Musikkulturen zwischen Lokalität und Globalität
Das Institut für Europäische Regionalmusikforschung untersucht Urbanität und Ruralität auf ihre Unterschiede, Gemeinsamkeiten und Transferprozesse und widmet sich Aspekten musikalischer und musikkultureller Entwicklungen von ihren Anfängen bis zur Gegenwart sowie deren Rezeption und Bedeutung für die Nachwelt. Lokal und regional ausgerichtete Grundlagenforschung wird zugleich auf nationaler und internationaler Ebene mit anderen kulturellen Räumen in Beziehung gesetzt, um lokale, regionale und globale Entwicklungen und Verflechtungen sichtbar zu machen.
Tangente 3: Theorien und Methoden der Regionalmusikforschung
Die Forschung des Instituts für Europäische Regionalmusikforschung verbindet musikwissenschaftliche mit kultur- und sozialwissenschaftlichen Zugängen. Neben Musikanalyse, musikphilologischen Studien und hermeneutischen Ansätzen kommen unter anderem Netzwerkanalyse, Kollektivbiografie, Thick Description, Grounded Theory Method, qualitative Inhaltsanalyse, Interviews und ausgewählte partizipative Methoden zum Einsatz. Methodisch nimmt die ethnografische Feldforschung dabei eine wichtige Stellung ein. Sie umfasst insbesondere die Beobachtung und Teilnahme an musikalischen und kulturellen Praktiken und Veranstaltungen in den untersuchten Kontexten sowie deren multimediale Dokumentation durch Ton-, Bild- und Videoaufnahmen. Auf dieser Grundlage entwickelt das Institut im fachlichen Austausch musikfokussierte Theorie- und Methodenkonzepte für das Forschungsfeld Europäische Regionalgeschichte weiter.
Die Third-Mission-Aktivitäten des Instituts für Europäische Regionalmusikforschung fördern den Austausch zwischen Universität und Öffentlichkeit und machen wissenschaftliche Themen und Forschungsergebnisse über den universitären Kontext hinaus zugänglich.
Ein seit 2012 kontinuierlich angebotenes Führungsprogramm macht während der Lehrveranstaltungszeit in der Regel einmal monatlich ausgewählte Schauplätze regionaler Musikkultur zugänglich. Das Spektrum reicht von Archiven, Museen und historischen Orten über Theater, Konzert- und Kulturinstitutionen bis hin zu Medien, Werkstätten und Orten gegenwärtiger musikalischer Praxis. Die Führungen werden von Expert*innen der jeweiligen Institutionen gestaltet und ermöglichen unmittelbare Einblicke auch in Bereiche, die der Öffentlichkeit sonst nur eingeschränkt zugänglich sind.
Ergänzt wird das Führungsprogramm durch weitere öffentliche Formate wie thematische Spaziergänge, Ausstellungen, Vorträge und Gesprächsformate, Symposien und Workshops sowie Veranstaltungen, die wissenschaftlichen Austausch mit Konzerten und anderen Formen künstlerischer Praxis verbinden. Viele dieser Aktivitäten entstehen in Kooperation mit Kultur-, Bildungs- und Forschungseinrichtungen.
Eine weitere Third-Mission-Initiative ist die seit 2010 jährlich stattfindende Konzertreihe „Echos der Vielfalt – Musik der Welten in Tirol“. Sie ging 2004 aus der Feldforschung und Lehrveranstaltung „Musik der Minderheiten in Tirol“ hervor und bietet seither eine offene Plattform für inter- und transkulturelle Musikpraxis von in Tirol lebenden Musikerinnen und Musikern unterschiedlicher Herkunft.
Die folgende Übersicht dokumentiert Lehrveranstaltungen aus den Arbeits- und Forschungsbereichen des heutigen Instituts für Europäische Regionalmusikforschung. Wiederkehrende Lehrveranstaltungen und Lehrveranstaltungsreihen sind zusammengefasst.
VU Einführung in der Musikethnologie und Musikanthropologie
Linda Cimardi
(WS 2027)
Musik und Politik im Kalten Krieg
Linda Cimardi
(WS 2027)
UV Deutschrap, Sexismus, Empowerment
Rosemarie Demelmair, Sarah Haslinger, Elisabeth Wieland; Interuniversitäre Einrichtung Wissenschaft und Kunst
(WS 2026/27)
SE Musik in (Konzentrations-)Lagern
Julia Hinterberger; Universität Mozarteum Salzburg
(WS 2026/27)
PT Schauplätze Salzburger Musikgeschichte 2
Sarah Haslinger; Universität Mozarteum Salzburg
(SS 2025, SS 2026, SS 2027)
PT Schauplätze Salzburger Musikgeschichte 1
Sarah Haslinger; Universität Mozarteum Salzburg
(WS 2024/25, WS 2025/26, WS 2026/27)
VO Ringvorlesung: Mozart – Aspekte und Perspektiven
Thomas Hochradner in Kooperation mit dem Team Wissenschaft der Internationalen Stiftung Mozarteum; Universität Mozarteum Salzburg
(SS 2026)
SE Musik und Diskriminierung
Julia Hinterberger; Universität Mozarteum Salzburg
(SS 2026)
VO Spot on Salzburg Music History
Thomas Hochradner; Universität Mozarteum Salzburg in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Salzburg
(WS 2025/26, WS 2026/27)
SE Musik und Krieg(e)
Julia Hinterberger; Universität Mozarteum Salzburg
(WS 2025/26)
VO Salzburgs Musikgeschichte in Schlaglichtern
Thomas Hochradner, Julia Hinterberger und Sarah Haslinger; Universität Mozarteum Salzburg
(SS 2025)
PS Grundlagen der Volksmusikforschung 2 / Musikalische Volkskunde
Thomas Hochradner; Universität Mozarteum Salzburg
– Volksmusik im Tourismus mit Schwerpunkt Salzburg (WS 2022/23)
– Die Hochzeit. Ein Tag voller Musik mit Schwerpunkt Salzburg (WS 2020/21)
– 25 Jahre Studium Volksmusikinstrument an der Universität Mozarteum. Eine Retrospektive (WS 2018/19)
– Musik & Brauch in Salzburg – einst und jetzt (WS 2016/17)
SE Musikstadt Salzburg
Thomas Hochradner; Universität Mozarteum Salzburg
(SS 2022)
SE Salzburg ↔ Ljubljana. Musikalische Stadtkulturen im Vergleich
Thomas Hochradner; Universität Mozarteum Salzburg
(SS 2020)
PS Grundlagen der Volksmusikforschung 1: Walter Deutsch zu Ehren. Ein Beitrag zur Volksmusikforschung in Salzburg
Thomas Hochradner; Universität Mozarteum Salzburg
(WS 2019/20)
VO Mozart. Aspekte – Projekte
Ringvorlesung in Kooperation mit der Stiftung Mozarteum; Universität Mozarteum Salzburg
(SS 2019)
SE Ein Seminar zu weihnachtlicher Musik anlässlich des Jubiläums „200 Jahre Stille Nacht“
Thomas Hochradner; Universität Mozarteum Salzburg
(WS 2018/19)
SE Zur Operngeschichte im 20. Jahrhundert: Paul Hindemiths Cardillac im Reigen eines Aufbruchs
Thomas Hochradner und Oswald Panagl, begleitend zur Produktion des Salzburger Landestheaters unter Mitwirkung der Dramaturgin Tamara Yasmin Quick; Universität Mozarteum Salzburg
(SS 2018)
SE Musikwissenschaftliches Seminar: Ein Lied geht um die Welt … Zu und rund um „Stille Nacht“
Thomas Hochradner; Universität Mozarteum Salzburg
(WS 2016/17)
UE Das Festspielarchiv
Andrea Lindmayr-Brandl und Irene Brandenburg; PLUS Musik- und Tanzwissenschaft
(SS 2016)
VO / SE Mozarts Salzburger Jahre
Christoph Großpietsch und Thomas Hochradner; Stiftung Mozarteum und Universität Mozarteum Salzburg
(WS 2015/16)
PS Historische Volksmusikforschung: Sammeln und pflegen? Salzburgs Beitrag zur Geschichte der Volksmusikforschung
Thomas Hochradner; Universität Mozarteum Salzburg
(WS 2015/16)
PS „Wenn Sie mich so fragen …“ Theorie und Praxis des Interview(en)s
Julia Hinterberger und Johannes Hofinger; Universität Mozarteum / PLUS Fachbereich Geschichte
(SS 2015)
PS Musikalische Volkskunde: „Ich und mein Dorf“. Bestandsaufnahmen lokaler Musikkultur
Thomas Hochradner; Universität Mozarteum Salzburg
(WS 2014/15)
PS Historische Volksmusikforschung: Eros Volksmusikforschung – Auf den Spuren von Gerlinde Haid in Salzburg
Thomas Hochradner; Universität Mozarteum Salzburg
(WS 2013/14)
PS Musikalische Volkskunde: Volksmusik in den Medien
Thomas Hochradner in Zusammenarbeit mit Philipp Meikl / ORF Landesstudio Salzburg; Universität Mozarteum Salzburg
(WS 2012/13)
VO Kunst und Kultur in Salzburg
Barbara Schöler und Dominik Šedivý; im Rahmen von Uni55-PLUS
SE Geschichte und Hintergrund der alpenländischen Volksmusik: Feldforschung Gasteinertal
Thomas Hochradner und Thomas Nußbaumer, in Zusammenarbeit mit dem Salzburger VolksLiedWerk; Universität Mozarteum Salzburg
(WS 2011/12)
PS / SE / EX Auf dem Weg zur italianità – Kulturtransfer aus dem mediterranen Raum
Gerhard Ammerer und Thomas Hochradner; PLUS Fachbereich Geschichte / Universität Mozarteum Salzburg
(SS 2011)
PS Grundlagen der Volksmusikforschung BA 1–3
Thomas Nußbaumer; Universität Mozarteum Salzburg, STO Innsbruck
- Volksmusik im Spiegel der UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes in Österreich (SS 2026)
- SPIELWEISEN. Was Blasmusik sein kann (WS 2025/26)
- Historische Quellen der Volksmusik in Tirol und Südtirol (SS 2025)
SE Musikethnologie und Musikanthropologie
Thomas Nußbaumer; Universität Mozarteum Salzburg, STO Innsbruck
(SS 2026)
PS Transkulturelle Praxis: Musik der Minderheiten in Tirol (mit Feldforschung)
Thomas Nußbaumer; Universität Mozarteum Salzburg, STO Innsbruck
(SS 2026)
VO Volksmusik in Europa BA 1 und BA 1
Thomas Nußbaumer; Universität Mozarteum Salzburg, STO Salzburg und Innsbruck
(SS 2026)
Die Arbeit des Instituts für Europäische Regionalmusikforschung ist von interdisziplinärer Zusammenarbeit und fachlichem Austausch auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene geprägt. Kooperationen mit universitären und außeruniversitären Einrichtungen ermöglichen es, Fragestellungen der Regionalmusikforschung aus unterschiedlichen theoretischen und methodischen Perspektiven zu bearbeiten und Forschungsergebnisse in größere Zusammenhänge einzuordnen.
Universität Mozarteum Salzburg
Salzburg