Christian Herbst erhält den „Best Paper Award" 2026 der Voice Foundation
Christian Herbst vom Department für Gesang wurde von der Voice Foundation in Philadelphia, USA, mit dem „Journal of Voice Best Paper Award" 2026 ausgezeichnet — einer der höchsten Auszeichnungen in der internationalen Stimmforschung.
Die in Philadelphia gegründete Voice Foundation ist die älteste Organisation, die sich der Erforschung der gesunden wie der kranken menschlichen Stimme widmet. Sie gibt das Journal of Voice heraus, das führende wissenschaftliche Fachjournal auf diesem Gebiet, und verleiht im Rahmen ihres jährlichen Symposiums Preise für herausragende Forschungsarbeiten.
Die ausgezeichnete Studie wurde in Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen der University of Iowa und der University of Arizona durchgeführt. Sie untersucht die Akustik des „Belting", jenes Gesangsstils, der im Musiktheater und in der Popmusik verbreitet ist. Ein weit verbreiteter pädagogischer Grundsatz besagt, dass Belting über den gesamten Stimmumfang hinweg mit unveränderten, „sprechähnlichen" Vokalen erzeugt werden sollte. Mithilfe eines computergestützten Quelle-Filter-Modells der Stimmproduktion führte das Team nahezu 13.000 Simulationen durch, die den Stimmimfang von c bis c’’’ sowie 13 verschiedene Vokale abdeckten.
Die Ergebnisse stellen den gängigen pädagogischen Grundsatz infrage. Für die meisten unveränderten Vokale lässt sich der charakteristische Belting-Klang — gekennzeichnet durch einen dominanten zweiten Teilton — nur über einen überraschend kleinen, vom Vokal abhängigen Stimmumfang erzeugen. Die meisten Tonhöhen-Vokal-Kombinationen, so das Fazit der Studie, erfordern vermutlich eine erhebliche Veränderung der Vokalfarbe — das bedeutet, dass die seit Längerem gelehrte Anweisung, mit unveränderten, „sprechähnlichen" Vokalen zu singen, aus akustischer Sicht nicht immer befolgt werden kann.