Open-Port-Preis an Rahel Hofbauer

27.10.2026
Auszeichnungen & Erfolge
© Sophie Schüler

Der diesjährige Open-Port-Preis für junge Regie und Dramaturgie wurde an die Rahel Hofbauer (Regiestudierende am Thomas Bernhard Institut) und das Kollektiv Flamboyance für das Stück Sonnenstrahl im Kopfsalat verliehen. Die feierliche Verleihung fand im Rahmen des Festivals PAD (Performing Arts & Digitalität) am 24. Oktober 2026 in Wiesbaden statt. Herzliche Gratulation!

Der OPEN-PORT-PREIS 2026, der mit einem einmonatigen Forschungsaufenthalt in der Akademie für Theater und Digitalität in Dortmund verbunden ist, geht an die Adaption des Klangtheaterstücks “Sonnenstrahl im Kopfsalat” von Holger Schober, an die Regisseurin Rahel Hofbauer, das Team Flamboyance und Ensemble. 

Die Inszenierung widmet sich auf eindrucksvolle Weise dem Themenkomplex Demenz und dem schleichenden Verlust von Erinnerungen. Mit dem gezielten Einsatz technologischer und digitaler Mittel gelingt es der Arbeit, das scheinbar Unvermittelbare sowie das innere Ringen mit der unbarmherzigen Krankheit für das Publikum physisch und emotional greifbar zu machen. Die Jury würdigte insbesondere den innovativen Umgang mit digitalen Ausdrucksmitteln als eigenständige, erzählende Kraft im modernen Theater: „In ihrer emotionalen und phantasievollen Inszenierung erweitern sie die Mittel des Theaters, um uns erleben zu lassen, was es heißt, einen Menschen beim allmählichen Verschwinden zu begleiten. Als Erzählmotor dienen die Mechanismen eines an Demenz erkrankten Organismus. Eine unberechenbare Versuchsanordnung, die uns durch ein im Zerfall befindliches Gehirn führt. Der vorliegende Theatertext wird neu konfiguriert, erweitert und mit neuen Technologien verschaltet. Dafür entwickelt die Inszenierung einen immersiven Bühnenraum, verknüpft Spieler:innen mit dreidimensionalem Sounddesign, zieht Stränge zwischen Text und Szenographie und verbindet lustvolles Schauspiel mit präziser Technik. Diesen Weg, dieses Zuwenden zu allen verfügbaren Erzählmitteln möchten wir unterstützen. Mit dem Open-Port Preis laden wir deshalb die Regisseurin Rahel Hofbauer ein, das Potential von Technologie als eigenständige Akteurin weiter zu erkunden. Als Vermittlerin von scheinbar Unvermittelbarem im Theater.“

Rahel Hofbauer, geboren 1999 in Graz, sammelte bereits früh wichtige Praxiserfahrungen am Theater und gab 2023 mit Emilia Galotti am Theater Bremen ihr gefeiertes Regiedebüt. Seit 2024 vertieft sie ihre künstlerischen Kompetenzen im Regiestudium am Thomas Bernhard Institut der Universität Mozarteum. Mit ihrer Handschrift, die klassische Stoffe und aktuelle gesellschaftliche Diskurse eng mit performativen und digitalen Innovationen verknüpft, zählt sie zu den vielversprechendsten Regietalenten ihrer Generation.

Der Open-Port-Preis wurde gemeinsam von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste und der Akademie für Theater und Digitalität in Dortmund ins Leben gerufen. Er hat sich in kurzer Zeit als hochangesehener Gradmesser für den Regienachwuchs etabliert. Die Auszeichnung setzt gezielt Impulse an der zukunftsweisenden Schnittstelle von darstellender Kunst, Klang und neuen Technologien und ist mit einem einmonatigen Forschungsaufenthalt an der Akademie für Theater und Digitalität verbunden.

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