Offener Brief zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses von Sophia Aurich

15.10.2026
News
Illustration einer Trompete

Sehr geehrte Schauspieldirektion,
sehr geehrter Vorstand des Schauspielhauses Salzburg,
sehr geehrte Vertreter:innen der Salzburger Kulturpolitik,

mit Bedauern und einiger Irritation haben wir von der Beendigung des Arbeitsverhältnisses von Sophia Aurich am Schauspielhaus Salzburg erfahren. In den vergangenen Monaten hat sich zwischen dem Schauspielhaus und dem Thomas Bernhard Institut der Universität Mozarteum ein lebendiger und vielversprechender künstlerischer Austausch entwickelt. Sophia Aurich hatte daran einen wesentlichen Anteil.

Zum ersten Mal seit Langem besuchen Studierende unseres Instituts das Schauspielhaus regelmäßig und mit wirklichem Interesse. Umgekehrt besuchen Sophia Aurich und Mitglieder des Ensembles unsere Vorstellungen und Präsentationen. Es ist ein unkomplizierter, offener Austausch entstanden, der sich nicht in institutionellen Absichtserklärungen erschöpft, sondern aus einem gemeinsamen Interesse am zeitgenössischen Theater lebt. Für uns als Lehrende und Studierende einer Kunstuniversität ist eine solche Verbindung von erheblichem Wert. Wir haben deshalb die jüngere künstlerische Entwicklung des Schauspielhauses mit großem Interesse verfolgt und in der Zusammenarbeit mit Sophia Aurich die Aussicht auf eine langfristige, produktive Beziehung gesehen.

Umso mehr irritiert uns die Entscheidung, ihre Tätigkeit so unvermittelt zu beenden. Hinzu kommt, dass mit Sophia Aurich die einzige junge Frau aus einem ansonsten männlich besetzten Leitungsteam ausscheidet. Auch unabhängig von den internen Hintergründen dieser Entscheidung halten wir das für ein problematisches Signal.

Aus unserer Sicht steht diese Entwicklung im Widerspruch zu den Interessen einer Salzburger Kulturpolitik, die junge künstlerische Positionen, zeitgenössisches Theater und den Austausch zwischen den Institutionen stärken sollte. Gerade solche  Verbindungen sind für die kulturelle Zukunft dieser Stadt von Bedeutung.

Wir würden deshalb eine nachvollziehbare öffentliche Erläuterung dieser Entscheidung begrüßen.

Mit freundlichen Grüßen
Die Lehrenden und Studierenden des Thomas Bernhard Instituts Universität Mozarteum Salzburg