Noh Seung Ju mit dem Theodor Körner Preis ausgezeichnet
Mit dem mit 5.000 Euro dotierten Theodor Körner Förderpreis fördert der Theodor-Körner-Fonds junge Wissenschafter*innen und Künstler*innen. Er wird für herausragende Projekte vergeben, stellt eine direkte Förderung der Preisträger*innen dar und steht zu deren freier Verfügung. Ein Theodor Körner Preis geht an einen Doktoranden der Universität Mozarteum: den Komponisten Noh Seung Ju.
Am 10. Juni 2026 verlieh der Theodor Körner Fonds seine Förderpreise im Bildungszentrum der Arbeiterkammer Wien. Ein Doktorand der Universität Mozarteum konnte sich in einem zweistufigen Begutachtungsverfahren durchsetzen und gewann den mit 5.000 € dotierten Preis.
Noh Seung Ju:
Shape: Eine Neubetrachtung der Konzeptualität des Komponierens
„Shape: Eine Neubetrachtung der Konzeptualität des Komponierens“ überführt pianorollenartige „Shapes“ – Konturen im Raster von Zeit (x) und Tonhöhe (y) – in ein hörbares Kammermusikstück. Für Flöte, Klarinette, Klavier, Schlagzeug, Violine, Viola und Violoncello werden Linien und Blöcke so orchestriert, dass ihre Umrisse klanglich verfolgbar bleiben (Register, Dynamik, Klangfarbe). In enger Arbeit mit Salzburger Musiker:innen werden Notation und Hörbarkeit getestet; Einführungen und Workshops machen die Skizzen sichtbar und öffnen den Kompositionsprozess. Das Projekt versteht sich als Artistic Research zur Kopplung von visueller Struktur und musikalischer Form und stärkt kulturelle Teilhabe durch Transparenz.
Noh Seung Ju (geb. 1997 in Seoul) ist Komponist und künstlerischer Forscher im Bereich Komposition mit Sitz in Salzburg. Als Komponist geht er nicht von äußerem Material, sondern von Klängen aus dem eigenen Inneren aus und strebt eine Musik des Rasens und Brechens an, beschreibbar als Rhythmus, Energie oder eine gewisse Schärfe. Als künstlerischer Forscher im Bereich Komposition erfasst er, wie Medien wie Partitur, Software und Werkzeuge als regulierende Kräfte bestimmen, was komponierbar ist, macht ihr unsichtbares Wirken sichtbar und will den Komponisten als Protokoll-Designer, der die Bedingungen entwirft, unter denen Klang erscheint, neu bestimmen. Beide Haltungen treffen sich an einem Punkt: Er geht von Klängen aus dem Inneren aus, ohne dies romantisch zu ästhetisieren, und macht Intuition und Subjektivität innerhalb des Protokolls aktiv zur Basis des Schaffens.
Er wurde für das Lucerne Festival Composer Seminar ausgewählt, erhielt den Theodor-Körner-Preis und das Jahresstipendium für Musik des Landes Salzburg und arbeitete u. a. mit Ensemble Modern, PHACE und Ensemble Multilatérale. Er ist Träger der Bernhard-Paumgartner-Medaille der Internationalen Stiftung Mozarteum und gewann den 2. Preis beim Bartók World Competition.
Er studierte Komposition und Kreatives Schreiben (Literaturkritik) an der Chung-Ang-Universität und schloss sein Masterstudium in Komposition an der Universität Mozarteum Salzburg ab, wo er derzeit als Doktorand im PhD in the Arts künstlerische Forschung im Bereich Komposition betreibt. Komposition studierte er bei Prof. Johannes Maria Staud; seine Promotion wird von Prof. Laure M. Hiendl und Prof. Johannes Maria Staud betreut. Zudem ist er Teaching Assistant für Ästhetik Neue Musik.
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Der Theodor Körner Fonds wurde, initiiert von der Arbeiterkammer, im Jahr 1953 anlässlich des 80. Geburtstages des damaligen Bundespräsidenten Theodor Körner gestiftet. Seit seiner Gründung unterstützt der Theodor Körner Fonds jedes Jahr die Verwirklichung exzellenter Arbeiten aus unterschiedlichsten Disziplinen. Die Verleihung der Preise erfolgt im Rahmen einer Feierlichkeit im Bildungszentrum der Arbeiterkammer Wien, traditionell werden die Preise durch Kuratoriumspräsident:in und Bundespräsident*in überreicht.