Breiter Protest gegen Budgetkürzungen

29.05.2026
News
Demonstration gegen Uni-Budgetkürzungen durch die Salzburger Altstadt am 28. Mai 2026 | © Michael Klimt

Gemeinsam mit der Universität Salzburg und den Hochschüler*innenschaften beider Universitäten hat die Universität Mozarteum Salzburg gestern ein deutliches Zeichen gegen die geplanten Budgetkürzungen bei den Universitäten gesetzt. Mehr als 2.500 Studierende, Lehrende, Forschende und Mitarbeitende beteiligten sich an der Demonstration durch die Salzburger Altstadt und machten deutlich: Die Zukunft von Bildung, Wissenschaft und Kunst darf nicht auf Kosten kurzfristiger Sparmaßnahmen gefährdet werden.

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Der Protest reiht sich in eine österreichweite Bewegung ein. Nachdem bereits am Mittwoch rund 28.000 Menschen in Wien gegen die angekündigten Einschnitte demonstriert hatten, fanden auch in Salzburg, Graz, Linz und Klagenfurt Kundgebungen statt.

Hintergrund sind die aktuellen Budgetplanungen der Bundesregierung für die kommende Leistungsvereinbarungsperiode der Universitäten. Während für die Jahre 2025 bis 2027 rund 16,5 Milliarden Euro zur Verfügung stehen, wird für den Zeitraum 2028 bis 2030 eine Reduktion auf etwa 15,5 Milliarden Euro diskutiert. Die Universitäten fordern hingegen eine Finanzierung, die den steigenden Anforderungen in Lehre, Forschung und künstlerischer Entwicklung gerecht wird.

Für uns als Kunstuniversität steht dabei besonders viel auf dem Spiel. Exzellente künstlerische Ausbildung lebt von individueller Betreuung, intensivem Austausch und Freiräumen für Kreativität und Innovation. Diese Qualitäten sind nicht selbstverständlich – sie brauchen verlässliche Rahmenbedingungen und ausreichende Ressourcen.

Bei der Abschlusskundgebung am Mirabellplatz richteten die Vorsitzenden der ÖH der Universität Salzburg, Marie Stenitzer, Raphaela Vitzthum und Maja Münch, gemeinsam mit der ÖH-Vorsitzenden der Universität Mozarteum Salzburg, Andrea Lienbacher, einen eindringlichen Appell an die Bundesregierung:

„Denn die Frage ist nicht, ob wir uns gute Bildung leisten können. Die eigentliche Frage ist: Können wir es uns leisten, darauf zu verzichten? Können wir es uns leisten, eine Generation von Studierenden mit schlechten Bedingungen, Unsicherheit und Überlastung alleine zu lassen? Können wir es uns leisten, Forschung, Wissenschaft und kritisches Denken zu schwächen? Die Antwort darauf muss klar sein: Nein.“

Auch die Rektorate beider Universitäten unterstrichen die Bedeutung einer starken Universitätslandschaft für Salzburg und ganz Österreich.

Constanze Wimmer betonte die besondere Verantwortung gegenüber Kunst, Kultur und den jungen Menschen, die ihre Zukunft an unserer Universität gestalten:

„Salzburg atmet Kunst und Kultur durch jede Pore – das spüre ich, seit ich hier begonnen habe. Deshalb kommen internationale Gäste hierher, deshalb strahlt Salzburg weit über die Landesgrenzen hinaus. Unsere Universität und die jungen Menschen, die uns ihre Begabung anvertrauen, sind dafür der zentrale Motor. Kürzungen im dargebotenen Ausmaß schneiden tief ins Fleisch der österreichischen Wirtschaft, auch der Kulturwirtschaft. Die Art, wie die Regierung derzeit mit uns spricht, zeigt zudem deutlich, dass es kein Verständnis dafür gibt, was Kunst, Bildung und Wissenschaft für unsere Demokratie bedeuten. Dagegen protestieren wir, dagegen erheben wir unsere Stimmen. Solange, bis wir auch gehört werden.“

Die Diskussion um die künftige Finanzierung der Universitäten ist noch nicht abgeschlossen. Die endgültigen Budgetentscheidungen werden im Herbst erwartet. Für uns ist jedoch schon jetzt klar: Investitionen in Bildung, Wissenschaft und Kunst sind Investitionen in die Zukunft unserer Gesellschaft. Dafür sind wir gemeinsam mit unseren Studierenden, Lehrenden und Mitarbeitenden auf die Straße gegangen – und dafür werden wir weiterhin eintreten.