Iván-Manuel ist ein chilenischer Komponist und Multimedia-Künstler mit einem Abschluss in Musik und einem Masterabschluss in Komposition. Seine künstlerische Tätigkeit hat bereits verschiedene Teile der Welt erreicht, darunter Korea, die Schweiz, Spanien, Italien, Österreich, Deutschland, die Vereinigten Staaten, Argentinien, Peru und Chile.
Ivan-Manuél Tapia Brunos Arbeit umfasst ein breites Spektrum an Genres, darunter Kammermusik, sinfonische und chorische Musik sowie elektroakustische Musik, ebenso wie Performance und Installation. Seine Arbeit speist sich aus vielfältigen Einflüssen, insbesondere aus der Spektralmusik des späten 20. und frühen 21. Jahrhunderts, aus jüngeren Ansätzen der Klangskulptur sowie aus philosophischen Perspektiven des Posthumanismus. Derzeit erforscht er die Möglichkeiten des Multimedialen als Student im Postgraduate Certificate in Composition sowie im Masterstudiengang Open Arts am Mozarteum Salzburg.
Ivan-Manuél Tapia Brunos Masterprojekt Glitched Archive konzentriert sich auf die Erforschung des Archivs als kreatives Werkzeug sowie des Glitchs als ästhetisches und poetisches Mittel. Letzteres wird als eine disruptive Kraft verstanden, die durch die Störung der ästhetischen Dimension und die Legitimierung des „Fehlers“ systematische Hierarchien infrage stellt. Archivmaterialien werden mit fiktionalen Elementen verwoben, um die Grenzen der Repräsentation zu verschieben und die Unterscheidung zwischen Realität und Fiktion zu problematisieren.
Als zentrales Ergebnis dieser Forschung konzipiert Tapia Bruno ein Musiktheater- und Multimediawerk (ca. 60 Minuten, ca. 20 Musiker:innen) mit einem Libretto von Felipe Pizarro, dessen Handlung um ein fiktives Institut für Semiotik einer ebenso fiktiven chilenischen Universität kreist, welches aktuell in Salzburg residiert und zur Figur Walter Raufs forscht.
Dieses Forschungsteam erstellt ein Archiv aus chilenischen, deutschen und österreichischen Dokumenten, die als Grundlage für die Untersuchung der verschiedenen Schichten der Figur dienen: SS-Obersturmbannführer, illegaler Migrant, Berater der DINA (chilenische Geheimpolizei) und handwerklicher Unternehmer. Ziel ist es, freizulegen, was unter den unterschiedlichen Repräsentationen liegt, die diese Figur geprägt haben.
Durch multimediale Installationen, Performances, musikalische Nummern und verschiedene Materialisierungen des Librettos positioniert sich das Werk in einem Zwischenbereich von Drama und Theatralität und nutzt dabei die Ausdrucksmöglichkeiten sowohl künstlerischer Dispositive als auch historischer Dokumente.