Der Kaiser von Atlantis & L’Hirondelle inattendue
Durch die Hölle ins Paradies – Zwei Stimmen des Widerstands. Zwei Werke – zwei Perspektiven auf das Unvorstellbare. Auch 80 Jahre nach Kriegsende werfen sie die großen Fragen nach dem Wert des Lebens, der Kraft der Kunst und dem Widerstand des Geistes auf. Ein Abend voller Intensität, musikalischer Schönheit und tiefer Menschlichkeit.
Musikalische Leitung:
Kai Röhrig
Szenische Leitung:
Florentine Klepper
Bühne:
Valentina Vorwahlner
Kostüm:
Caroline Ulmar, Lucas Bertin
Dramaturgie:
Heiko Voss, Jurij Kowol
Über die Produktion
Im Rahmen der Reihe „LAUT:SPRECHER – Viktor Ullmann und Simon Laks in dunklen Zeiten“ wurden die Parallelen zwischen Viktor Ullmanns „Der Kaiser von Atlantis oder Die Tod-Verweigerung“ (1944) und Simon Laks’ „L’Hirondelle inattendue“ (1965) herausgearbeitet.
Ullmanns im Ghetto Theresienstadt entstandene Oper erwies sich als eindringliches musikalisches Zeugnis der NS-Zeit. Das Libretto von Peter Kien zeigte eine groteske Parodie totalitärer Herrschaft, in der der Tod seinen Dienst verweigerte und damit den Krieg zum Stillstand brachte. Ullmanns vielschichtige, von musikalischen Brüchen und satirischen Anspielungen geprägte Partitur verband „deutsche“ Traditionen mit aus NS-Sicht verfemten Klängen und zeichnete ein scharfes Bild der damaligen Lebensrealität. Simon Laks, der Auschwitz überlebt hatte, schuf mit „L’Hirondelle inattendue“ eine opéra-bouffe, die trotz heiterem Gewand die Schatten seiner Vergangenheit ahnen ließ. Das 1965 uraufgeführte Werk bestach durch impressionistische Farben, Witz und Leichtigkeit, hinter denen jedoch eine tiefe existenzielle Erfahrung nachhallte.
Die Salzburger Inszenierung setzte beide Stücke in einen subtilen visuellen Rahmen: Eine leicht geneigte Bühne mit weißen und schwarzen Feldern verwies auf den historischen Kontext von Ullmanns Werk, während prägnante Kostüme von Caroline Ulmar und Lucas Bertin vielfältige Assoziationsräume eröffneten. Insgesamt verband die Produktion historisches Bewusstsein mit künstlerischer Kraft und zeigte zwei eindrucksvolle Opern, die in ihrer Gegenüberstellung neue Bedeutungsebenen offenbarten.
Pressestimmen
- Salzburg heute vom 10.12.2025 (ORF)
Mozarteum widmet sich tragischen Werken jüdischer Komponisten - Der Opernfreund vom 8.12.2025 (Thomas Nußbaumer):
Der Kaiser von Atlantis & L’Hirondelle inattendue - DrehpunktKultur vom 8.12.2025 (Gottfried Franz Kasperek)
Harlekin, Tod und paradiesische Tiere - Online Merker vom 7.12.2025 (Thomas Nußbaumer)
Viktor Ullmann, „DER KAISER VON ATLANTIS“, Simon Laks, L’HIRONDELLE INATTENDUE – Beklemmende Zeitzeugnisse - Dorfzeitung vom 5.12.2025 (Elisabeth Pichler)
Der Kaiser von Atlantis & L’Hirondelle inattendue - Salzburger Nachrichten vom 4.12.2025 (Florian Oberhummer)
Opern-Doppelproduktion an der Universität Mozarteum: Der Tod hat das letzte Wort
Produktion & Besetzung
- Musikalische Leitung: Kai Röhrig
- Szenische Leitung: Florentine Klepper
- Bühne: Valentina Vorwahlner
- Kostüm: Caroline Ulmar, Lucas Bertin
- Dramaturgie: Heiko Voss, Jurij Kowol
- ARCOENSEMBLE für zeitgenössische Musik
In Kooperation mit dem Department für Gesang und dem Department für Szenografie.
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Der Kaiser von Atlantis
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L’Hirondelle inattendue
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