Agamemnon

Mi. 24.6.2026
Talk
Eintritt frei!
Künstlergespräch & Podiumsdiskussion zur Uraufführung "Agamemnon", mit dem Komponisten Vid Ožbolt und Gästen. Moderation: Nikolaus Stenitzer
Ein Potentat der von Gräueltaten kontaminierten Familiengeschichte taucht gleich zu Beginn auf: Der Schatten des Thyestes entsteigt dem Hades und schwört seinen inzestuös gezeugten Sohn Aegisthus auf den Mord an Agamemnon, dem Sohn seines Bruders und eigenen Mörders Atreus, ein.

Seneca, der römische Politiker, Philosoph und Dichter, zudem Lehrer und Erzieher von Kaiser Nero, erschafft mit Agamemnon den Spiegel einer entfesselten, von Gewalt dominierten Welt.

„Senecas moderne, ja postmoderne Anziehungskraft ist nicht schwer zu erklären. Sein Fokus liegt auf Gier und Lust, Gewalt und Horror, Rhetorik, Moral und Macht, seine Beschäftigung mit der Psychologie von Schuld, Angst und Vernunft, mit der Problematik der Verwandtschaft, mit der Ethik und den Grenzen der Macht, mit politischen, sozialen und religiösen Institutionen und ihre Zerbrechlichkeit und Ohnmacht, seine Dramatisierung des Versagens der Vernunft, der Triumph und die Zyklizität des Bösen, die Ordnung des Schicksals und der Geschichte, sein theatralisiertes Universum – sprechen deutlich unsere Zeit an.“
Anthony J. Boyle

Der Komponist Vid Ožbolt studiert in der Klasse von Sarah Nemtsov. Nach "Srečanje" (Begegnung), Oper in fünf Szenen für vier Stimmen und Kammerorchester, uraufgeführt 2023 in der Slowenischen Philharmonie, unterstützt durch das slowenische Kulturministerium und vom slowenischen Rundfunk aufgezeichnet, erarbeitet mit Agamemnon eine Auftragskomposition für die Universität Mozarteum und die Opernklasse von Gernot Sahler und Alexander von Pfeil.

Agamemnon
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Von Vid Ožbolt (Uraufführung)
Oper in fünf Akten nach der Tragödie von Lucius Annaeus Seneca
für 11 Stimmen und Orchester

Libretto nach dem lateinischen Original gekürzt und eingerichtet von Alexander von Pfeil
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