Mirjam Klebel ist als Tänzerin, Choreographin, Performerin und Dozentin an den Schnittstellen von Theater, Oper und Tanzperformance tätig. Sie begreift die Kreation eines Stücks als einen fluiden physischen Prozess, in dem man zu einem denkenden Körper werden muss. Dieser Körper befindet sich in stetigem Wandel, übersetzt Texte in körperliche Parameter und ist dabei in der Lage, sich selbst zu überraschen.
Mirjam Klebel wurde 1983 in Hallein (Österreich) geboren und stammt aus einer Musikerfamilie, entschied sich jedoch früh für den Körper als ihr primäres künstlerisches Instrument. Sie ist heute eine vielseitige Künstlerin, die an der Schnittstelle von Theater, Oper und zeitgenössischer Tanzimprovisation arbeitet.
Ihre professionelle Ausbildung schloss sie 2002 mit einem Diplom an der Salzburg Experimental Academy of Dance (SEAD) ab. Es folgten ein Stipendium am Tanzquartier Wien (2003/04) sowie weiterführende Studien in New York (u. a. bei Dance New Amsterdam und Movement Research).
Künstlerisches Schaffen
Seit 2010 prägt Mirjam Klebel als Choreografin die Körperlichkeit von Figuren und Ensembles an unterschiedlichsten Bühnen im deutschsprachigen Raum, darunter:
- Deutsches Theater Berlin
- Burgtheater Wien, Volkstheater Wien
- Düsseldorfer Schauspielhaus
- Schauspielhaus Hamburg
- Residenztheater München
- Staatstheater Oldenburg
- Bregenzer Festspiele
- Bühnen Bern
Besonders hervorzuheben ist ihre enge Zusammenarbeit seit 2014 (statt seid 2014) mit der Regisseurin Anita Vulesica. Gemeinsam realisierten sie unter anderem die Produktion „Die Maschine oder Über allen Gipfeln ist Ruh“, die zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde und den Nestroy-Preis für die beste deutschsprachige Inszenierung erhielt.
Interdisziplinäre ProjekteGemeinsam mit der Schauspielerin Nicola Schössler entwickelt sie eigene performative Stückentwicklungen, die oft literarische Vorlagen innovativ und körperbetont interpretieren. Zu ihren gemeinsamen Arbeiten zählen:
- „Die Infantin trägt den Scheitel links“ (basierend auf dem Roman von Helena Adler)
- „Krepierkenntnis“ (eine Produktion aus dem Jahr 2025, ebenfalls nach Texten von Helena Adler)
Als Performerin arbeitet sie international u. a. mit Milli Bitterli (artificial horizon), Lawine Torren, VRUM, dem Theatercombinat, dem LISA-Kollektiv (Ivana Müller), Georg Blaschke, Anna Tenta, Magdalena Chowaniec, Lisa Hinterreithner, Matej Kejžar, Rotraud Kern, Claudia Heu (Cabula6), Brigitte Wilfing (andother_stage), Georg Hobmeier (Gold Extra), Donna Jewell, Tomaž Simatovic und Collective Under Construction. Engagements brachten sie in verschiedene Länder wie Österreich, Deutschland, Kroatien, Slowenien, Schweden, die USA und Indien, wo sie an zahlreichen Bühnen und Festivals auftrat, etwa bei ImPulsTanz oder dem Steirischen Herbst.
Lehrtätigkeit
Mirjam Klebel ist seit 2009 Dozentin am Thomas-Bernhard-Institut (Mozarteum Salzburg) für Improvisation und Zeitgenössischen Tanz. An der Regieabteilung unterrichtet sie Choreografische Praxis, während sie im Bereich Applied Theater choreografische Strategien vermittelt. Zudem ist sie Teil des Austauschprogramms mit der Hong Kong Academy for Performing Arts. Gastdozenturen führten sie darüber hinaus an die University of New Mexico und das SEAD Salzburg.