Acht Jahre, die nachklingen – ein Abschied

30.03.2026
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© Michael Klimt

Nach acht prägenden Jahren endet mit 31. März 2026 die Amtszeit des Rektorats der Universität Mozarteum Salzburg unter der Leitung von Rektorin Elisabeth Gutjahr. Zum Abschluss ihres Wirkens wurde ihr jüngst das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich verliehen. Vizerektor für Lehre Mario Kostal tritt in den Ruhestand, Vizerektorin für Ressourcen Anastasia Weinberger bleibt der österreichischen Universitätslandschaft als Technical Committee Chair für Segeln der International University Sports Federation erhalten. Hannfried Lucke wurde als Vizerektor für Kunst erneut bestätigt.

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Foto v.l.n.r.: Anastasia Weinberger, Elisabeth Gutjahr, Hannfried Lucke, Mario Kostal

Ein Blick auf die Zahlen zeigt die Dynamik der vergangenen Jahre: Die Zahl der ordentlichen Studierenden konnte seit 2018 fast um 30% gesteigert werden, die Gesamtzahl der Studierenden stieg von 1.893 im Wintersemester 2018/19 auf 2.269 im Wintersemester 2025/26. Parallel dazu verschob sich die Geschlechterverteilung deutlich – von ursprünglich 60 % männlichen und 40 % weiblichen Studierenden hin zu einer ausgeglichenen Balance. In politisch fordernden Zeiten sicherte die Universität zudem Studienabschlüsse für Studierende der ungarischen FReeSZÉ und nahm zahlreiche ukrainische Studierende auf – ein Zeichen gelebter Solidarität.

Insbesondere die Förderung und Weiterentwicklung künstlerischer Praxis sowie internationaler Mobilität gewann kontinuierlich an Energie. Initiativen wie Spot On MozART oder With Bob Dylan on the Road I & II, verbunden mit umfassenden Reisestipendien für 20 Studierendentandems, sowie die Konzeption und Vergabe von Stipendien für 12 Ensembles jährlich eröffnen neue internationale Perspektiven. 

In diesen Jahren ist es öffentlichkeitswirksam gelungen, das Miteinander in der Kunst, Kollektiv und Gemeinschaft zu stärken, den Bereich der zeitgenössischen Musik neu zu positionieren sowie die Ensemblekultur nachhaltig zu etablieren: Das ARCO-Ensemble, das Barockorchester, ein großes Gitarrenensemble, Vokalensemble und Chorkultur oder das Akademieorchester zeigen allesamt ein hochkarätiges Profil.

Mit Opera out of Opera I + II wurde ein großes europäisches Kooperationsprojekt gleich zweimal in Folge durchgeführt, die enge Kooperation mit der Accademia Chigiana in Siena, dem Royal College of Music in London, dem Centre de Musique Baroque de Versailles oder mit der Association Européenne des Conservatoires et Musikhochschulen (AEC) sind Beispiele der Stärkung internationaler Zusammenarbeit, auch die Verbindung zu asiatischen Ländern und Institutionen wurde systematisch ausgebaut. Dies wurde nicht zuletzt besonders sichtbar in der Gestaltung des Österreich-Auftritts bei der EXPO 2025 in Osaka.

Seit 2018 wurden 65 Professuren erfolgreich besetzt, davon 15 mit neuem Profil und fachlicher Ausrichtung – unter anderem in zukunftsweisenden Feldern wie Artistic Research, Filmkunst und visueller Kommunikation, Digitalität, Performance Studies -, sechs zusätzliche Laufbahnstellen konnten eingerichtet werden mit neuen Profilen wie Tanzwissenschaft, Kunst.Text.Textur oder Musikvermittlung. Zuletzt wurden mit Christian Thielemann, Lisa Batiashvili, Claudio Martínez Mehner und Igor Levit vier international herausragende Künstler*innenpersönlichkeiten mit Professuren für die Universität Mozarteum Salzburg gewonnen.

Baulich und infrastrukturell entwickelte sich die Universität nachhaltig weiter: vom Einzug der Musikpädagogik in das Haus der Musik in Innsbruck über die Sicherung zentraler Standorte in Salzburg bis hin zum Neubau der Universität Mozarteum am Kurgarten (UMAK). Nach zweieinhalbjähriger Bauzeit bietet das neue Gebäude in der Schwarzstraße 36 auf 1.895 m² Raum für Unterricht, Proben, Forschung sowie für Entwicklung und Erschließung der Künste und der Digitalität. Im Herbst 2026 eröffnet dort zudem ein österreichweit einzigartiges X-Reality-Lab, das neue Möglichkeiten im Arbeiten mit AR, VR und KI erschließt. Mit den Häusern in der Schrannengasse und der Paris Lodron Straße hat das Rektorat für die Universität Mozarteum Salzburg zwei weitere Gebäude in das Eigentum überführt.

Auch in der Lehre erweiterte die Universität das Spektrum ihres Angebots im Hinblick auf Profilierungsmöglichkeiten und Formate: Es wurden zahlreiche neue Studienprogramme etabliert, darunter das internationale, kooperative Masterstudium Neue Musik (Bern–Dresden–Salzburg), innovative Angebote wie die Masterstudien Applied Theatre, Open Arts oder Immersive Arts and Digital Narratives sowie das Doktoratsstudium Artistic Research oder die Implementierung der Kunst-/Werkpädagogik und der Musiktheorie als Dissertationsfächer für ein wissenschaftliches Doktoratsstudium. Die interuniversitäre Einrichtung Wissenschaft und Kunst wurde mit ihren Programmbereichen und dem Doktoratskolleg, das sich der wissenschaftlichen Forschung der Kunst auch durch Kunst widmet, systemisch gestärkt und weiterentwickelt. Darüber hinaus bereichern Studienergänzungen in Feldern wie Artistic Research, Nachhaltigkeit sowie Inklusion und Diversität die Studienprofile.

Forschungsleistung und Fördervolumina wurden erheblich gesteigert sowie die Forschungskultur nachhaltig gestärkt. Von vier laufenden Projekten (und keinen Neueinwerbungen) im Jahr 2018 hin zu 14 laufenden Projekten und 4 Neueinwerbungen 2026 (davon 4 FWF-Projekte). Mit der Research Competition Mozarteum (RCM) wurde 2019 zudem eine Plattform für Forschende aller Sparten der Universität Mozarteum geschaffen, die jährlich die besten drei Förderanträge mit finanzieller Unterstützung zur Weiterentwicklung prämiert, zudem werden alle geeigneten Projekte zur Einreichung bei passenden Förderungsstellen vorgeschlagen.

Am 20. März 2026 verabschiedete die Universität das Rektorat unter der Leitung von Elisabeth Gutjahr im Rahmen eines „Come Together & Farewell“ im Max Schlereth Saal. Neben Lehrenden, Studierenden und Mitarbeiter*innen nahmen auch zahlreiche externe Weggefährt*innen teil, darunter Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf, Dagmar Aigner für die Stadt Salzburg sowie Dominik Reisner vom Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung. In diesem Rahmen überreichte er Elisabeth Gutjahr im Namen von Bundespräsident Alexander Van der Bellen das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.

Was bleibt, ist das Bild einer Universität im Aufbruch: mutig, engagiert, vernetzt!

Dafür möchten wir uns herzlich bedanken. <3

Alles Gute wünscht euch: eure Universität Mozarteum