In memoriam Heinrich Magometschnigg

24.02.2026
In memoriam
© Wildbild

Die Universität Mozarteum Salzburg trauert um ihren vormaligen stellvertretenden Vorsitzenden des Universitätsrats Univ.-Prof. Dr. Heinrich Magometschnigg.

5.11.1952–20.2.2026

Der ehemalige ärztliche Direktor und Primar des Universitätsklinikums Salzburg Univ.-Prof. Dr. Heinrich Magometschnigg war von 2013 bis 2016 stellvertretender Vorsitzender des Universitätsrats der Universität Mozarteum Salzburg und zeichnete sich nicht nur durch fachliche Kompetenz, sondern auch durch seine menschliche Wertschätzung aus.

Er stammte aus einer musikalischen Familie und spielte einst mit dem Gedanken, Pianist zu werden – der Universität Mozarteum zeigte er sich sehr verbunden.

Heinrich Magometschnigg promovierte 1980 an der Universität Wien und trat nach der Anerkennung als Facharzt für Chirurgie mit dem Additivfach Gefäßchirurgie 1994 in den Dienst der Landeskliniken ein, war Primararzt, Dekan für das Curriculum Humanmedizin (2003–2009) sowie als Dekan für Klinische Angelegenheiten (2009–2017) an der Paracelsus Medizinische Privatuniversität, die er als Mitbegründer von Beginn an entscheidend mitgestaltete. Von Oktober 2006 bis November 2017 stand er dem Universitätsklinikum als Ärztlicher Direktor vor und verantwortete in dieser Zeit zentrale strategische Weichenstellungen, bevor er 2017 in den Ruhestand trat.

In dankbarer Erinnerung werden wir ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.


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Als ich 2013 den Vorsitz im Universitätsrat der Universität Mozarteum Salzburg übernahm, war es von besonderer Bedeutung, dass mit Univ.-Prof. Dr. Heinrich Magometschnigg ein Mensch zu stellvertretenden Vorsitzenden  gewählt wurde, dessen Biografie so tief mit der Musik verbunden war.

Dass ein international renommierter Arzt in den Universitätsrat einer Kunstuniversität einzieht, mochte für manche überraschend sein. Für das Mozarteum war es ein Glücksfall. Denn Heinrich Magometschnigg brachte nicht nur fachliche Exzellenz und Führungserfahrung mit – er brachte eine innige, lebenslange Beziehung zur Musik mit.

Er stammte aus einem zutiefst musikalischen Elternhaus. Das Klavier war seine erste große Leidenschaft. Musik war für ihn Ursprung und prägender Teil seines Lebens. Sein begonnenes Klavierstudium abbrechen zu müssen, war eine schmerzliche Erfahrung. Doch Heinrich Magometschnigg begegnete dieser Zäsur mit jener Resilienz, die sein ganzes Leben prägen sollte. Er verwandelte Verlust in neue Kraft, schlug den Weg der Medizin ein und erreichte dort Außergewöhnliches – ohne jemals die Musik loszulassen.

Diese Verbundenheit war im Universitätsrat spürbar. Er verstand die Studierenden nicht abstrakt, sondern aus eigener Erfahrung. Er wusste, was Hingabe bedeutet, was Disziplin fordert, was künstlerische Ausbildung verlangt. Seine Beiträge waren getragen von Ernsthaftigkeit, aber auch von Wärme, einem hohen Maß an Empathie und echter Anteilnahme.

Heinrich Magometschnigg war eine starke Persönlichkeit – klar in der Haltung, standfest in schwierigen Momenten, zugleich lebensfroh und zugewandt. Die Menschen haben ihn geschätzt, weil er nicht nur kompetent, sondern menschlich präsent war. Gespräche mit ihm hatten Tiefe, weil sie von Respekt und echtem Interesse getragen waren.

Er hinterlässt Spuren. Spuren in den Menschen, die mit ihm arbeiten durften. Spuren in Haltungen, die er mitgeprägt hat. Und Spuren in diesem Haus, das er aus Überzeugung mitgetragen hat.

Seine Liebe zum Klavier und zur Musik war sein innerer Grundton. Aus ihr wuchs jene Kraft, die ihn durchs Leben getragen hat – und die auch uns in Erinnerung bleiben wird.

Dr.in Viktoria Kickinger
Vorsitzende des Universitätsrats (2013
2017)