Die Preisträger*innen der exzellenten Masterarbeiten 2021/2022 sind Patric Pletzenauer, Franziska Schneider, Tamara Obermayr und Friederike Klek - wir gratulieren herzlich!
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Die Preisträger*innen der exzellenten Masterarbeiten 2023/2024 sind Tim Anselm Gebel, Carlos Goikoetxea Cancho und Andreas Johannes Neubacher - wir gratulieren herzlich!
Bild v.l.n.r.: Stv. Studiendirektor Reinhard Blum, Andreas Johannes Neubacher, Carlos Goikoetxea Cancho, Tim Anselm Gebel, Vizerektor Mario Kostal
Seit dem Studienjahr 2016/2017 vergibt die Universität Mozarteum den „Preis für exzellente Masterarbeiten“. Diese Auszeichnung würdigt herausragende Abschlussarbeiten von Absolvent*innen, die sich auf innovative, originelle, ungewöhnliche oder besonders nachhaltig relevante Weise ihren ausgewählten Themen widmen.
Das sind die Preisträger*innen der exzellenten Masterarbeiten 2023/24 und ihre Arbeiten:
„Meine Motivation war sowohl fachlich als auch persönlich. Fachlich weil Antonio de Cabezón laut dem New Grove Dictionary of Music and Musicians als 'der bedeutendste Komponist für Tasteninstrumente der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts' sowie als 'der erste Meister der Variationen für Tasteninstrumente' gilt. Und persönlich, weil er in dieselbe spanische Provinz (Burgos) wie ich geboren ist. Bereits als Kind, bevor ich angefangen Musik zu spielen hatte, habe ich sein Wohnhaus besucht und seine Musik gerne angehört und letztes Jahr hatte ich das Vergnügen seine Musik in einem Orgelrezital in seinem Geburtsort zu spielen.
Meine Absicht war die Hauptaspekte des Werkes systematisch durch wissenschaftliche Forschung zu untersuchen, um bestmöglich seinem Entstehungskontext zu verstehen und historisch informierten Kriterien für seine Aufführung zur Verfügung zu stellen. Zu diesem Zweck stützte ich mich auf verschiedene Fachgebiete wie Notations- und Quellenkunde, Editionskritik, Formenlehre, Tanzwissenschaft, Instrumentenkunde sowie verschieden Aspekten der historischen Aufführungspraxis – darunter Artikulation, Ornamentik, Rhythmische Veränderungen, Tempo, Stimmton und Stimmsystemen, Musica Ficta, Spieltechnik, Fingersätze, usw.
Als begeisterter Forscher und Dozent für Aufführungspraxis an der Universität Mozarteum ist mir eine große Freude, diese Anerkennung von meinem Alma Mater zu bekommen."
„Nach der Lektüre von Nicholas Baragwanaths Monographie 'The Solfeggio Tradition' sowie der Teilnahme an einem seiner Online-Kurse an der University of Nottingham erkannte ich hier erhebliches Potenzial für weiterführende Forschung. Die bestechende Systematik des neapolitanischen Solfeggio übertrifft meines Erachtens andere Ansätze der Melodielehre – einem Bereich, der innerhalb der überwiegend generalbassbasierten Tonsatzlehre eigentlich einen deutlich höheren Stellenwert einnehmen sollte.
Ausgangspunkt war die Hypothese, dass Leopold Mozart möglicherweise die italienische Lehrmethode – die laut Baragwanath im 18. Jahrhundert nahezu flächendeckend verbreitet war – für den Unterricht seines Sohnes Wolfgang Amadeus Mozart nutzte. Dazu war es zunächst notwendig, die Popularität dieser Methode im deutschsprachigen Raum anhand historischer Quellen weiter zu belegen. Auf dieser Grundlage rekonstruierte ich einen möglichen Lehrplan zur Komposition von Menuetten anhand der überlieferten Frühwerke Mozarts. Die dabei erkennbare, logisch nachvollziehbare stufenweise Komplexitätssteigerung im Rekonstruktionsprozess legt nahe, dass die Hypothese mit hoher Wahrscheinlichkeit zutrifft. Besonders überzeugend erscheint dabei, dass sich ein in sich schlüssiges Modell ergibt, das konsistent funktioniert und nicht durch Gegenbeispiele widerlegt werden kann. Ein positiver Nebeneffekt des Projekts ist zudem der konkrete Praxisbezug: Der rekonstruierte hypothetische Lehrplan wurde testweise in einem Tonsatzkurs eingesetzt – mit außerordentlich erfolgreichem Ergebnis.
Die Auszeichnung verstehe ich als besondere Anerkennung meiner wissenschaftlichen Arbeit und als wertvolle Ergänzung zum Masterzeugnis. Zugleich ist sie für mich eine direkte Bestätigung der exzellenten Betreuung durch Prof.in Dr.in Sigrun Heinzelmann, ohne deren herausragende wissenschaftliche Kompetenz und weit überdurchschnittliches Engagement dieses Projekt nicht möglich gewesen wäre. Darüber hinaus sehe ich in der Auszeichnung ein wichtiges Signal: Sie unterstreicht, wie lohnend und bedeutsam es ist, eigene Fragestellungen konsequent zu verfolgen und wissenschaftlich fundiert auszuarbeiten – insbesondere dann, wenn sie abseits gängiger Lehrmeinungen liegen."
„Ein ausschlaggebender Grund für die Wahl des Themas war die Möglichkeit, die Masterarbeit mit einem Projekt aus der eigenen Schulpraxis zu verbinden. Durch die wissenschaftliche Begleitung konnte der Entstehungsprozess des Musicals stets reflektiert werden, was die Qualität maßgeblich steigerte und für mich eine große Unterstützung war. Außerdem gab es mir die Möglichkeit, mich mit dem Thema „Musicals im Kontext Schule“ genauer zu beschäftigen, die vielen Vorteile zu beleuchten und diese für weitere Musicalprojekte mitzudenken. Diese Masterarbeit kann laut meiner Betreuerin ao. Prof.in Dr.in Michaela Schwarzbauer auch als „Mutmacher“ für andere Lehrpersonen und weitere Schulprojekte betrachtet werden.
Im Schulalltag passiert meiner Meinung nach vieles unterbewusst und wird häufig wenig reflektiert oder ausgesprochen. Mein Ziel war es herauszufinden, welche Faktoren für die Schüler*innen beim Prozess wesentlich sind und ob diese Erfahrungswerte mit den eigenen Vorstellungen übereinstimmen oder nicht. Somit wurde ein Lernprozess für alle Mitwirkenden des Projekts möglich. Auch die fachdidaktische und wissenschaftliche Vorbereitung war für mich eine große Unterstützung bei der Durchführung des Projekts.
Für mich ist die Auszeichnung eine große Ehre und der krönende Abschluss dieses schönen Projekts. Es freut mich, dass dadurch eine musikpädagogische Masterarbeit vor den Vorhang geholt wird."