Awards for Outstanding Master's Theses 2023/24

13.01.2026
Awards & Successes
© Johanna Welle

Prizes for an outstanding Master's thesis 2023/24 have been awarded to Tim Anselm Gebel, Carlos Goikoetxea Cancho and Andreas Johannes Neubacher - congratulations!

From l to r.: Deputy Director of Studies Reinhard Blum, Andreas Johannes Neubacher, Carlos Goikoetxea Cancho, Tim Anselm Gebel, Vice Rector Mario Kostal

Since 2016/2017, the Mozarteum University has awarded a "Prize for an Outstanding Master's Thesis". This accolade is bestowed upon graduates who have produced a thesis which explores and presents their chosen topic in an innovative, original or unusual way.

The prizewinners and their theses for 2023/24 are:

  • Carlos Goikoetxea Cancho, MA MA BA MA MA
    Las diferencias sobre la gallarda milanesa de Antonio de Cabezon"
    MA in Historical Performance Practice
    Supervisor: Asst.-Prof. Dr. Kai Bachmann

  • Tim Anselm Gebel, BA MA
    „Neapolitan Solfeggio as a Model for Analysis and Re-Composition: Protocol designs based on W. A. Mozart's 1761-63 Minuets"
    MA in Music Theory 
    Supervisor: Univ.-Prof.in Sigrun Heinzelmann, PhD

  • Andreas Johannes Neubacher, BEd MEd
    „EINZIGARTIG - eine Musicalproduktion an der Musikmittelschule Maxglan 2 mit dem Fokus auf Schüler*innenbeteiligung"
    MEd Music Education / History, Political & Social Science
    Supervisor: Ao.Univ.-Prof.in Dr.in Michaela Schwarzbauer

Las diferencias sobre la gallarda milanesa de Antonio de Cabezon

  • Carlos Goikoetxea Cancho, MA MA BA MA MA
    Master Historische Aufführungspraxis
    Betreuung: Asst.-Prof. Dr. Kai Bachmann

Meine Motivation war sowohl fachlich als auch persönlich. Fachlich weil Antonio de Cabezón laut dem New Grove Dictionary of Music and Musicians als 'der bedeutendste Komponist für Tasteninstrumente der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts' sowie als 'der erste Meister der Variationen für Tasteninstrumente' gilt. Und persönlich, weil er in dieselbe spanische Provinz (Burgos) wie ich geboren ist. Bereits als Kind, bevor ich angefangen Musik zu spielen hatte, habe ich sein Wohnhaus besucht und seine Musik gerne angehört und letztes Jahr hatte ich das Vergnügen seine Musik in einem Orgelrezital in seinem Geburtsort zu spielen.

Meine Absicht war die Hauptaspekte des Werkes systematisch durch wissenschaftliche Forschung zu untersuchen, um bestmöglich seinem Entstehungskontext zu verstehen und historisch informierten Kriterien für seine Aufführung zur Verfügung zu stellen. Zu diesem Zweck stützte ich mich auf verschiedene Fachgebiete wie Notations- und Quellenkunde, Editionskritik, Formenlehre, Tanzwissenschaft, Instrumentenkunde sowie verschieden Aspekten der historischen Aufführungspraxis – darunter Artikulation, Ornamentik, Rhythmische Veränderungen, Tempo, Stimmton und Stimmsystemen, Musica Ficta, Spieltechnik, Fingersätze, usw.

Als begeisterter Forscher und Dozent für Aufführungspraxis an der Universität Mozarteum ist mir eine große Freude, diese Anerkennung von meinem Alma Mater zu bekommen."

Neapolitan Solfeggio as a Model for Analysis and Re-Composition: Protocol designs based on W. A. Mozart's 1761-63 Minuets

  • Tim Anselm Gebel, BA MA
    Master Musiktheorie
    Betreuung: Univ.-Prof.in Sigrun Heinzelmann, PhD

Nach der Lektüre von Nicholas Baragwanaths Monographie 'The Solfeggio Tradition' sowie der Teilnahme an einem seiner Online-Kurse an der University of Nottingham erkannte ich hier erhebliches Potenzial für weiterführende Forschung. Die bestechende Systematik des neapolitanischen Solfeggio übertrifft meines Erachtens andere Ansätze der Melodielehre – einem Bereich, der innerhalb der überwiegend generalbassbasierten Tonsatzlehre eigentlich einen deutlich höheren Stellenwert einnehmen sollte.

Ausgangspunkt war die Hypothese, dass Leopold Mozart möglicherweise die italienische Lehrmethode – die laut Baragwanath im 18. Jahrhundert nahezu flächendeckend verbreitet war – für den Unterricht seines Sohnes Wolfgang Amadeus Mozart nutzte. Dazu war es zunächst notwendig, die Popularität dieser Methode im deutschsprachigen Raum anhand historischer Quellen weiter zu belegen. Auf dieser Grundlage rekonstruierte ich einen möglichen Lehrplan zur Komposition von Menuetten anhand der überlieferten Frühwerke Mozarts. Die dabei erkennbare, logisch nachvollziehbare stufenweise Komplexitätssteigerung  im Rekonstruktionsprozess legt nahe, dass die Hypothese mit hoher  Wahrscheinlichkeit zutrifft. Besonders überzeugend erscheint dabei, dass sich ein in sich schlüssiges Modell ergibt, das konsistent funktioniert und nicht durch Gegenbeispiele widerlegt werden kann. Ein positiver Nebeneffekt des Projekts ist zudem der konkrete Praxisbezug: Der rekonstruierte hypothetische Lehrplan wurde testweise in einem Tonsatzkurs eingesetzt – mit außerordentlich erfolgreichem Ergebnis.

Die Auszeichnung verstehe ich als besondere Anerkennung meiner  wissenschaftlichen Arbeit und als wertvolle Ergänzung zum Masterzeugnis. Zugleich ist sie für mich eine direkte Bestätigung der exzellenten Betreuung durch Prof.in Dr.in Sigrun Heinzelmann, ohne deren herausragende wissenschaftliche Kompetenz und weit überdurchschnittliches Engagement dieses Projekt nicht möglich gewesen wäre. Darüber hinaus sehe ich in der Auszeichnung ein wichtiges Signal: Sie unterstreicht, wie lohnend und bedeutsam es ist, eigene Fragestellungen konsequent zu verfolgen und wissenschaftlich fundiert auszuarbeiten – insbesondere dann, wenn sie abseits gängiger Lehrmeinungen liegen."

EINZIGARTIG - eine Musicalproduktion an der Musikmittelschule Maxglan 2 mit dem Fokus auf Schüler*innenbeteiligung

  • Andreas Johannes Neubacher, BEd MEd
    Master Lehramt Sekundarstufe (Allgemeinbildung), UF Geschichte, Sozialkunde/Politische Bildung; UF Musikerziehung
    Betreuung: Ao.Univ.-Prof.in Dr.in Michaela Schwarzbauer

Ein ausschlaggebender Grund für die Wahl des Themas war die Möglichkeit, die Masterarbeit mit einem Projekt aus der eigenen Schulpraxis zu verbinden. Durch die wissenschaftliche Begleitung konnte der Entstehungsprozess des Musicals stets reflektiert werden, was die Qualität maßgeblich steigerte und für mich eine große Unterstützung war. Außerdem gab es mir die Möglichkeit, mich mit dem Thema „Musicals im Kontext Schule“ genauer zu beschäftigen, die vielen Vorteile zu beleuchten und diese für weitere Musicalprojekte mitzudenken. Diese Masterarbeit kann laut meiner Betreuerin ao. Prof.in Dr.in Michaela Schwarzbauer auch als „Mutmacher“ für andere Lehrpersonen und weitere Schulprojekte betrachtet werden.

Im Schulalltag passiert meiner Meinung nach vieles unterbewusst und wird häufig wenig reflektiert oder ausgesprochen. Mein Ziel war es herauszufinden, welche Faktoren für die Schüler*innen beim Prozess wesentlich sind und ob diese Erfahrungswerte mit den eigenen Vorstellungen übereinstimmen oder nicht. Somit wurde ein Lernprozess für alle Mitwirkenden des Projekts möglich. Auch die fachdidaktische und wissenschaftliche Vorbereitung war für mich eine große Unterstützung bei der Durchführung des Projekts. 

Für mich ist die Auszeichnung eine große Ehre und der krönende Abschluss dieses schönen Projekts. Es freut mich, dass dadurch eine musikpädagogische Masterarbeit vor den Vorhang geholt wird."

  • Auf der Bühne zwei Absolvent*innen mit Auszeichnung in den Händen, daneben Rektorin und Vizerektor | © Michael Ratz
    1.9.2022
    Award for Excellent Master Theses 2020/21 

    Awards for excellent master theses 2020/2021 Since the academic year 2016/2017, the Mozarteum University has been awarding the "Prize for excellent master theses". This award recognizes outstanding theses of graduates who dedicate themselves to their chosen topics in an innovative, original, unusual or particularly sustainable way. The winners of the excellent master theses 2020/2021 are: Caroline Fritz (MA IGP Guitar - Classical): "Slavko Avsenik und seine Original Oberkrainer: Untersuchung von Herkunft und Einflüsse mit der Analyse ausgewählter Beispiele" (scientific work, supervisor: Franz Zaunschirm) Pavle Krstic (MA Piano Soloist Training - Concert): "Analyse als Mittel der Interpretation der Préludes op.28 von Chopin" (scientific work, supervisor: Barbara Dobretsberger) We congratulate you!

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