Unter die Lupe genommen …
Wer entscheidet eigentlich, wessen Musik gehört wird – und wessen verstummt? Wie viele Komponist*innen sind aus unseren Konzertprogrammen verschwunden, nicht wegen mangelnden Talents, sondern aufgrund gesellschaftlicher Grenzen? Das Musikvermittlungskonzert „Unter die Lupe genommen …“ lädt dazu ein, genau diesen Fragen nachzugehen und vergessene Stimmen hörbar zu machen.
Universitätsstraße 1, 6020 Innsbruck
€ 8,- / erm. ab € 4,80
Im Zentrum steht ein queer-feministischer Blick auf die Musikgeschichte und auf jene Personen, die sich ihren Platz darin erst erkämpfen mussten bzw. deren Platz gerade geschaffen wird. Die an diesem Abend vorgestellten Komponist*innen stehen für unterschiedliche Lebensrealitäten: Mélanie Bonis wurde durch eine arrangierte Ehe in ihrer künstlerischen Laufbahn eingeschränkt und veröffentlichte unter dem geschlechtsneutralen Pseudonym „Mel“. Das Multitalent Joseph Bologne, Sohn einer Sklavin und eines französischen Adeligen, war mit massivem Rassismus im künstlerischen Alltag konfrontiert. Dora Pejačević profitierte als Adelige zwar von Bildung und Reisefreiheit, stieß aber dennoch an gesellschaftliche Normen. Auch Josephine Lang und Mary Wurm arbeiteten in einem System, das Frauen kaum öffentliche Anerkennung und Gestaltungsspielraum gewährte.
Das Konzert versteht sich als künstlerischer und politischer Raum des Erinnerns, Hinterfragens und Neu-Hörens – für eine vielfältigere und gerechtere Musikgeschichte.
Konzept und Ausführung:
Ruth Gindele, Magdalena Hübner, Sophie Mattiuzzo, Kaori Shimada und Emilia Wutte (Teilnehmerinnen der LV „Queer-feministische Musikvermittlung (FWF)“
Gast: Marlies Nussbaumer Eibensteiner (Klavier)
Fachliche Betreuung: Iris Mangeng und Ilse Strauß-Weisz
Fachliche Unterstützung: Franz Gratl
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „ConTakt – Alte Musik im Gespräch“