In memoriam Stan Ford

18.05.2026
In memoriam

Die Universität Mozarteum Salzburg trauert um ihren Kollegen, Lehrer und Freund Stan Ford, der am 8. Mai völlig unerwartet von uns gegangen ist.

Stan Ford
22.9.1958–8.5.2026

Mit Stan Ford verliert die Universität Mozarteum Salzburg einen außergewöhnlichen Künstler, Pädagogen und Menschen. Der aus St. Louis, Missouri, stammende Pianist studierte an der Southern Illinois University bei Ruth Slenczynska und kam als Fulbright-Stipendiat nach Salzburg, wo ihn Hans Leygraf, Alfons Kontarsky und Christoph Lieske prägten. Seit 1986 wirkte er als Universitätsprofessor für Klavier am Mozarteum Salzburg und leitete dort eine internationale Klavierklasse. Er war zudem langjähriges und sehr engagiertes Mitglied des Arbeitskreises für Gleichbehandlungsfragen (AKG).

Stan Ford verstand es auf einzigartige Weise, seinen Studierenden nicht nur musikalisches Können zu vermitteln, sondern ihnen eine kreative, herzliche und von Vertrauen geprägte Welt zu eröffnen. Seine besondere Aufmerksamkeit für jede einzelne Persönlichkeit bleibt unvergessen.

Neben seiner internationalen Tätigkeit als Solist, Kammermusiker und Meisterkursleiter blieb er stets ein Mensch von großer Bescheidenheit, Wärme und Menschlichkeit. Seine Kunst, seine Pädagogik und seine Haltung werden weit über seinen Tod hinauswirken.

Die Universität Mozarteum wird ihm stets ein dankbares und ehrendes Andenken bewahren.

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„Herrn Univ.-Prof. Stan Ford lernte ich als hochqualifizierten, menschlich warmherzigen Kollegen bereits in den frühen 1990er-Jahren kennen und schätzen. Seine hohe musikalische Kompetenz in Verbindung mit seinem äußerst feinen, wachen Humor, auch im Umgang mit Kolleg:innen und Studierenden lösten neben Respekt ebenso eine große Beliebtheit aus, die sich über sein gesamtes berufliches Umfeld zog. Auch ich vermisse einen hochgeschätzten und gleichermaßen ausgesprochen umgänglichen Kollegen, der viel zu früh gehen musste.“

Andreas Weber

„Die Studierenden von Herrn Professor Stan Ford kamen stets in einer besonderen Künstlerstimmung zu mir – erfüllt von einer geradezu erhöhten Musikfreude und bereits innerlich auf den Unterricht in Konzertimprovisation eingestimmt. Das hat mich tief beeindruckt und zugleich neugierig gemacht. Als ich sie darauf ansprach, erzählten sie mir von ihren kreativen Erlebnissen im Klavierunterricht. Diese jungen Menschen liebten und respektierten ihren Lehrer mit einer Herzlichkeit, wie man sie sonst nur innerhalb einer Familie findet.

Die Krönung meines Eindrucks war ein vergessenes Programmheft eines Studienkonzerts seiner Klasse im Kleinen Studio – liebevoll von Maestro Ford selbst gestaltet. Ich betrachtete dieses kleine Kunstwerk mit dem staunenden Blick eines Kindes: Jede und jeder Teilnehmende wurde darin handschriftlich und mit großer Eleganz persönlich gewürdigt.

Spätestens in diesem Moment wurde mir bewusst, dass Herr Ford seinen Studierenden eine kreative, herzliche und künstlerische Welt voller Licht und Hoffnung eröffnet hat – eine Welt, die nachhaltig Zuversicht und Selbstvertrauen schenkt. Für mich ist das große Pädagogik – etwas zutiefst Notwendiges in unserer aus der Zeit gefallenen Zeit. Glücklich sind jene, die von ihm unterrichtet werden durften.“

Galina Vracheva

„Stan war für mich ein ganz besonderer Freund und Kollege. Ob ich ihm als Vorsitzenden, Kollegen oder Musiker begegnete, jede Begegnung mit ihm war geprägt von Wärme, Offenheit und Menschlichkeit. Die Erinnerungen an unsere Gespräche, Begegnungen und gemeinsamen Momente werden bleiben - leise, warm und lebendig. Ich werde Stan sehr vermissen.“

Ji-Hye Jung