In memoriam Stan Ford
Die Universität Mozarteum Salzburg trauert um ihren Kollegen, Lehrer und Freund Stan Ford, der am 8. Mai völlig unerwartet von uns gegangen ist.
Stan Ford
22.9.1958–8.5.2026
Am 3. Juni um 14:00 Uhr findet in der Christiskirche Salzburg eine Gedenkfeier für Stan Ford statt.
Mit Stan Ford verliert die Universität Mozarteum Salzburg einen außergewöhnlichen Künstler, Pädagogen und Menschen. Der aus St. Louis, Missouri, stammende Pianist studierte an der Southern Illinois University bei Ruth Slenczynska und kam als Fulbright-Stipendiat nach Salzburg, wo ihn Hans Leygraf, Alfons Kontarsky und Christoph Lieske prägten. Seit 1986 wirkte er als Universitätsprofessor für Klavier am Mozarteum Salzburg und leitete dort eine internationale Klavierklasse. Er war zudem langjähriges und sehr engagiertes Mitglied des Arbeitskreises für Gleichbehandlungsfragen (AKG).
Stan Ford verstand es auf einzigartige Weise, seinen Studierenden nicht nur musikalisches Können zu vermitteln, sondern ihnen eine kreative, herzliche und von Vertrauen geprägte Welt zu eröffnen. Seine besondere Aufmerksamkeit für jede einzelne Persönlichkeit bleibt unvergessen.
Neben seiner internationalen Tätigkeit als Solist, Kammermusiker und Meisterkursleiter blieb er stets ein Mensch von großer Bescheidenheit, Wärme und Menschlichkeit. Seine Kunst, seine Pädagogik und seine Haltung werden weit über seinen Tod hinauswirken.
Die Universität Mozarteum wird ihm stets ein dankbares und ehrendes Andenken bewahren.
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„Herrn Univ.-Prof. Stan Ford lernte ich als hochqualifizierten, menschlich warmherzigen Kollegen bereits in den frühen 1990er-Jahren kennen und schätzen. Seine hohe musikalische Kompetenz in Verbindung mit seinem äußerst feinen, wachen Humor, auch im Umgang mit Kolleg:innen und Studierenden lösten neben Respekt ebenso eine große Beliebtheit aus, die sich über sein gesamtes berufliches Umfeld zog. Auch ich vermisse einen hochgeschätzten und gleichermaßen ausgesprochen umgänglichen Kollegen, der viel zu früh gehen musste.“
Andreas Weber
„Die Studierenden von Herrn Professor Stan Ford kamen stets in einer besonderen Künstlerstimmung zu mir – erfüllt von einer geradezu erhöhten Musikfreude und bereits innerlich auf den Unterricht in Konzertimprovisation eingestimmt. Das hat mich tief beeindruckt und zugleich neugierig gemacht. Als ich sie darauf ansprach, erzählten sie mir von ihren kreativen Erlebnissen im Klavierunterricht. Diese jungen Menschen liebten und respektierten ihren Lehrer mit einer Herzlichkeit, wie man sie sonst nur innerhalb einer Familie findet.
Die Krönung meines Eindrucks war ein vergessenes Programmheft eines Studienkonzerts seiner Klasse im Kleinen Studio – liebevoll von Maestro Ford selbst gestaltet. Ich betrachtete dieses kleine Kunstwerk mit dem staunenden Blick eines Kindes: Jede und jeder Teilnehmende wurde darin handschriftlich und mit großer Eleganz persönlich gewürdigt.
Spätestens in diesem Moment wurde mir bewusst, dass Herr Ford seinen Studierenden eine kreative, herzliche und künstlerische Welt voller Licht und Hoffnung eröffnet hat – eine Welt, die nachhaltig Zuversicht und Selbstvertrauen schenkt. Für mich ist das große Pädagogik – etwas zutiefst Notwendiges in unserer aus der Zeit gefallenen Zeit. Glücklich sind jene, die von ihm unterrichtet werden durften.“
Galina Vracheva
„Stan war für mich ein ganz besonderer Freund und Kollege. Ob ich ihm als Vorsitzenden, Kollegen oder Musiker begegnete, jede Begegnung mit ihm war geprägt von Wärme, Offenheit und Menschlichkeit. Die Erinnerungen an unsere Gespräche, Begegnungen und gemeinsamen Momente werden bleiben - leise, warm und lebendig. Ich werde Stan sehr vermissen.“
Ji-Hye Jung
Mit den Worten „Hallo! Wie geht’s?“ und stets einem strahlenden Lächeln im Gesicht begrüßte Stan Ford am Mozarteum alle, die ihm begegneten, egal ob er sie kannte oder nicht. Und diese Worte waren nicht einfach nur so dahin gesagt, sondern ihm lag das Wohl seiner Kolleg*innen und das der Studierenden sehr am Herzen.
Stan Ford war der erste Lehrende, den ich am Mozarteum kennenlernen durfte. Als ich meine Aufnahmeprüfung am Klavier und auf der Harfe bestand, freuten sich Stan Ford und meine ehemalige Harfenprofessorin darüber und verließen mit den Worten „Jetzt haben wir eine gemeinsame Studentin!“ Arm in Arm den Raum. Mit diesem schönen Erlebnis durfte ich mein Studium am Mozarteum beginnen.
Stan Ford war nicht nur ein hervorragender Musiker, von dem ich unglaublich viel lernen durfte, sondern auch ein wunderbarer Mensch und Freund, der immer ein offenes Ohr hatte und stets mit Rat und Tat zur Seite stand.
Zum letzten Mal traf ich Stan Ford im Foyer des Mozarteums, als er eine Gruppe von Studieninteressierten durch das Haus führte. Er blieb stehen, umarmte mich und sagte zu den Studieninteressierten: „Sie war eines meiner Babys und ist nun meine Kollegin!“. So nannte er seine Studierenden. Er erzählte ihnen von meinem Werdegang, meiner Promotion und meiner Hochzeit und ich versicherte den zukünftigen Studierenden, dass sie bei Stan Ford in den allerbesten Händen sind.
Elisabeth Eder
Schon bei der ersten Begegnung mit Prof. Stan Ford (bei meiner Bewerbung hier im Haus) fiel Stan durch seine beeindruckende Präsenz ins Auge: Aber auf eine ganz und gar beruhigende und positive Weise, sein aufmerksamer und warmherziger Blick flößte unmittelbar Vertrauen ein, sodass man sich gleich zu Hause und willkommen fühlte. Dieser Eindruck wurde Realität dann später im Umgang mit ihm: Er war immer offen, freundlich und kreativ, dazu ein feinfühliger Kollege und Prüfer, der dazu auch in der Departmentsarbeit immer bereit war, sich konstruktiv und mitarbeitend einzubringen. So wurde und war er eine unersetzliche Konstante in unserem Kollegium, der von seinen Studierenden verehrt und geliebt wurde, das war immer spür- und erlebbar.
Ich vermisse ihn sehr und bin dankbar, dass ich sein Kollege sein und von ihm lernen durfte.
Gereon Kleiner