Ringvorlesung Mozart: Aspekte & Perspektiven

17.10.2025
News

in Kooperation mit dem Team Wissenschaft der Stiftung Mozarteum und dem Mozart:Forum

Ringvorlesung
Mozart: Aspekte & Perspektiven
Montags, 14.15‒15.45 Uhr

Hörsaal GG 024
Universität Mozarteum
Mirabellplatz 1

Eintritt frei

Termine

  • 2.3.
    Ulrich Leisinger: Kompendium der Mozart-Forschung? Das Köchel-Verzeichnis analog und digital

  • 9.3. 
    Anja Morgenstern: Die Musikerfamilie Mozart und ihre Instrumente

  • 16.3.
    Elisabeth Hilscher: Musikalische ‚big player‘ in Wien um 1780 – Hofmusikkapelle, Tonkünstler Societät, St. Stephan

  • 23.3. 
    Christoph Großpietsch: Mozarts Witwe bei Max Keller? Kriminalistische
    Anmerkungen zu einem Gruppenfoto

  • 13.4.
    Giacomo Fornari: Mozarts Don Giovanni als sozial-politisches Werk

  • 20.4.
    Eva Neumayr: Jenseits der Muse: Frauen als gestaltende Kräfte in Mozarts musikalischem Kosmos

  • 27.4.
    Otto Biba: Das Requiem: Hat Mozart dem Werk einen Platz in seiner Lebensplanung gegeben?

  • 4.5.
    Bernadeta Czapraga: Über die Kluft zwischen Theorie und Praxis. Perspektiven für die Erforschung und Interpretation der Daktylus-Figur (Appoggiatura) bei Mozart

  • 11.5.
    Iacopo Cividini: Möglichkeiten und Grenzen der digitalen Erfassung von
    Mozarts Werk. Einblicke in die Arbeit an der Digitalen Mozart-Edition

  • 18.5.
    Armin Brinzing: Stefan Zweig, das Mozarteum und die Mozart-Forschung

  • 1.6.
    Yvonne Wasserloos: Helge Rosvænge: Mozart-Opern zwischen Politik und Performanz in Wien und Berlin (Ost)

  • 8.6.
    Rainer Schwob: Mozarts Werke in Tonaufnahmen vor 1950: Repertoire, Aufführungspraxis, Interpretationsgeschichte

  • 15.6.
    Wolfgang Gratzer: Vollendet unvollendet. Mozarts Requiem in neuen Klangräumen

  • 22.6.
    Thomas Hochradner: Ein Versuch über Mozarts Religiosität

02.03.
Ulrich Leisinger
Kompendium der Mozart-Forschung? Das Köchel-Verzeichnis analog und digital

Nach jahrzehntelanger Vorarbeit wurde im September 2024 im Großen Saal des Mozarteums die von Wissenschaft und Praxis heiß begehrte aktualisierte Neuauflage des Köchel-Verzeichnisses präsentiert. Akribische Forschungen von Neal Zaslaw (Cornell University, Ithaca, New York) wurden dazu von der Wissenschaftlichen Abteilung der Internationalen Stiftung Mozarteum unter Leitung von Ulrich Leisinger ergänzt und für den Druck eingerichtet. Dem folgte wenig später mit „Köchel digital“ das inzwischen mehrfach, darunter mit dem höchst angesehenen „Webby-Award“ prämierte Projekt einer digitalen Vernetzung der Neuauflage, die weit mehr bietet als ein bloßes PDF der gedruckten Version. Im Vortrag wird angesprochen, welche Probleme sich in der Vorbereitung der beiden Publikationen stellten, welche Möglichkeiten, Vor- und Nachteile sich in der Nutzung bieten und inwieweit der Gedanke eines ‚Kompendiums‘ den heutigen Interessen noch entspricht.

Ulrich Leisinger, geboren 1964 in Baden-Baden, Studium der Musikwissenschaft, Philosophie und Mathematik in Freiburg, Brüssel und Heidelberg. Promotion 1991 mit einer Arbeit über Joseph Haydn und die Entwicklung des Klassischen Klavierstils. 1991‒1993 Postdoctorate an der Harvard University; von 1993‒2004 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bach-Archiv Leipzig, dort zuletzt Arbeitsstellenleiter für das Forschungsprojekt Bach-Repertorium; 2004/05 Visiting Professor an der Cornell University in Ithaca, New York. Seit Juli 2005 Leiter des Wissenschaftlichen Bereichs an der Internationalen Stiftung Mozarteum. (nach www.residenzverlag.com/autor/ulrich-leisinger)

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09.03.
Anja Morgenstern
Die Musikerfamilie Mozart und ihre Instrumente

Die Stiftung Mozarteum Salzburg verwahrt sechs originale Instrumente von Wolfgang Amadé Mozart, vier Streich- und zwei Tasteninstrumente: die Salzburger Kindergeige, die Mittenwalder Konzertgeige, ein Instrument des italienischen Geigenbauers Pietro Antonio Dalla Costa, die Mozart wohl in seiner Wiener Zeit erwarb, sowie eine norditalienische Bratsche. Direkt aus dem Nachlass Mozarts stammen der Hammerflügel aus der Wiener Werkstatt Anton Walters und ein Clavichord, das Mozart beim Komponieren des Requiems und der Zauberflöte nutzte. Anhand von Briefen, Dokumenten und Gemälden wird die Musikerfamilie Mozart mit besonderem Augenmerk auf ihre Instrumente vorgestellt, Hörbeispiele geben dabei Einblicke in die klangliche Welt Mozarts.

Anja Morgenstern, geboren 1970 in Leipzig, studierte Musikwissenschaft, Italianistik sowie Journalistik in Leipzig und Bergamo (Italien). 2003 promovierte sie an der Universität Leipzig mit einer Dissertation über die Oratorien von Johann Simon Mayr (1763-1845). Von 2001 bis 2007 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Felix Mendelssohn Bartholdy-Briefausgabe am Institut für Musikwissenschaft der Universität Leipzig (Herausgeberin von Band 2 Italienreise, mit Uta Wald). Seit Juli 2007 ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Digitalen Mozart-Edition (DME) der Internationalen Stiftung Mozarteum tätig (Hauptarbeitsgebiet: Briefe und Dokumente). Ihre Forschungsschwerpunkte liegen neben der Briefedition auf den Mitgliedern der Mozart-Familie, der frühen Mozart-Biografik sowie der Salzburger Musikgeschichte. 2019 kuratierte sie die Sonderausstellung im Mozart-Wohnhaus Leopold Mozart. Musiker – Manager – Mensch (mit Publikation), 2023 gab sie gemeinsam mit Dr. Eva Neumayr den Sammelband mater celeberr. Mozart. Anna Maria Mozart zum 300. Geburtstag heraus. Seit 2019 ist Anja Morgenstern außerordentliches Mitglied der Akademie für Mozart-Forschung der Internationalen Stiftung Mozarteum.

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16.03.
Elisabeth Hilscher
Musikalische ‚big player‘ in Wien um 1780 – Hofmusikkapelle, Tonkünstler Societät, St. Stephan

Als Wolfgang Amadé Mozart beschloss, sich ständig in Wien niederzulassen, war ihm wohl bewusst, dass sich hier eines der Zentren des europäischen Musiklebens befand, aber auch mehrere Gruppen, die die musikalische Produktion mehr oder minder ‚dirigierten‘ und kontrollierten. Hof und Hofmusikkapelle waren nach wie vor Orte, an denen angebunden zu sein, ein Desiderat für viele Musiker und Sänger bzw. Sängerinnen war. Doch auch die Kapelle an St. Stephan, traditionell ein wichtiger Schritt hin zur Anstellung bei Hof, zählte zu den ‚big playern‘ des Wiener Musiklebens. Und als Verbindung der etablierten Musiker Wiens bzw. des Hofs gab es seit 1771 die Tonkünstler Societät. Warum es auch für Mozart erstrebenswert war, zumindest in einer dieser Institutionen ‚den Fuß in die Tür‘ zu bekommen, soll im Rahmen der Vorlesung dargestellt werden.

Elisabeth Theresia Hilscher, geboren 1967 in Wien, Studium der Musikwissenschaft und Geschichte an der Universität Wien; seit 1987 Mitarbeiterin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (aktuell am Österreichischen Zentrum für digitale Geisteswissenschaften, Abteilung Musikwissenschaft). Seit 1991 Mitglied der Leitenden Kommission der „Gesellschaft zur Herausgabe von Denkmälern in Österreich“, seit 2018 Beirätin des Departements für Kunst- und Kulturwissenschaften der Universität für Weiterbildung Krems. Forschungsschwerpunkte und Publikationen zur Musikgeschichte Wiens, der Höfe der Habsburger der österreichischen Linie sowie der Musiküberlieferung im Bereich der Kirchen und Klöster.

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23.03.
Christoph Großpietsch
Mozarts Witwe bei Max Keller? Kriminalistische Anmerkungen zu einem Gruppenfoto

1958 wurde in einer Miszelle der Österreichischen Musikzeitschrift ein angebliches „Constanze-Foto“ durch den Musikwissenschaftler und Brief-Herausgeber Erich Hermann Müller von Asow (1892‒1964) publik gemacht. Dabei war die Fotografie in den 1950er-Jahren bereits in Altötting ausgestellt worden, ohne groß beachtet zu werden, es wäre das mutmaßlich einzige erhaltene fotografische Dokument aus der Generation W. A. Mozarts. Es geht dabei um ein angeblich 1840 aufgenommenes Gruppenbild mit dem Altöttinger Komponisten Max Keller und dessen Frau samt Familie. Die Besonderheit besteht darin, dass auch die 1842 verstorbene Mozart-Witwe auf diesem Foto zu sehen sein soll. Wie zuverlässig aber ist der Quellenwert der rückseitigen Aufschrift des Bildes, die vage von „Constanze Mozart“ ausgeht? Bekannte und erstmals ermittelte Quellen werden herangezogen und die Hintergründe für eine Zeit beleuchtet, in der die Fotografie noch weitgehend unbekannt war, und die Negativbild-Technik noch gar nicht verfügbar. Schließlich wird der im Grunde bis heute anhaltende Hype, der seit den frühen 2000er-Jahren um das Foto gemacht wird, genauer unter die Lupe genommen. Am Ende steht ein eindeutiges Ergebnis.

Christoph Großpietsch ist seit 2001 bei der Stiftung Mozarteum tätig, anfangs bei der Neuen Mozart-Ausgabe, später im Team der Digitalen Mozart-Edition bzw. des Mozart-Instituts. Er studierte Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie an den Universitäten Münster und Heidelberg und promovierte 1992. Es folgten Forschungsprojekte zur Musik- und Kunstgeschichte an den Universitäten Darmstadt, Eichstätt und der TU München. Zentrales Forschungsgebiet ist für Großpietsch das 18. Jahrhundert und seine Musikquellen (Werk- und Quellenkataloge). Im Rahmen der Mozart-Forschung ist er seit nunmehr 20 Jahren mit Fragen der Mozart-Ikonographie befasst. Großpietsch publizierte unter anderem Arbeiten zur Ikonographie, zur Mozart-Rezeption und zur Geschichte der Stiftung Mozarteum. Seit einigen Jahren ist er zunehmend in die zeitgeschichtliche Forschung eingebunden, vor allem zur Kulturgeschichte des Nationalsozialismus in Salzburg.

13.04.
Giacomo Fornari
Mozarts Don Giovanni als sozial-politisches Werk

In Mozarts Don Giovanni KV 527 sind bedeutende Innovationen in Bezug auf die Form und die Musikdramaturgie im Rahmen der Tradition der italienischen Opera buffa und seria zu finden. Mit einem Vergleich zwischen Mozarts Partitur und ihrem Vorbild, Giuseppe Gazzanigas Dissoluto punito, ist es möglich zu beobachten, wie es dem Salzburger Meister gelang, die Grenzen der moralischen und musikalischen Sitten seiner Epoche zu überschreiten. Somit gewinnt KV 527 eine neue Bedeutung und neue Interpretationsmöglichkeiten, um die Persönlichkeit des Komponisten besser zu verstehen und näher kennenzulernen.

Giacomo Fornari, 1963 geboren, studierte Musikwissenschaft in Cremona, wo er mit einer Tesi di laurea über W. A. Mozart promovierte (La composizione canonica vocale di Mozart tra ‘Stile osservato’ e ‘Geselligkeit’ viennese). 1992‒1999 studierte er an der Universität Heidelberg bei Prof. Dr. Ludwig Finscher und zwischen 1999 und 2004 an der Universität Tübingen bei Prof. Dr. Manfred Hermann Schmid weiter, wo er mit der folgenden Dissertation promovierte: Instrumentalmusik in der «nation cantante»: Theorie und Kritik eines Repertoires im Zerfall, Tutzing: Schneider 2012 (Tübinger Beiträge für Musikwissenschaft 33). Giacomo Fornari war Dozent/Assistent oder Gastprofessor an verschiedenen Universitäten (u. a. Universität Pavia, Paris Sorbonne 4, Milano Bocconi, Freie Universität Bozen, Kunstuniversität Tokyo, Hochschule Essen/Duisburg, Staatliche Universität Moskau). Seit 2000 ist er Professor für Musikwissenschaft (Musikdramaturgie und Geschichte des Musiktheaters) an der Musikhochschule Claudio Monteverdi Bozen und war zwischen 2017 und 2023 deren Rektor. Giacomo Fornari ist Verfasser zahlreicher Publikationen über Mozart und seine Zeit und war/ist u. a. Mitarbeiter von: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, New Grove Dictionary of Music and Musicians, Dizionario Biografico degli Italiani, Mozart-Jahrbuch und Mozart-Studien. Seit 2012 ist er Mitglied der Akademie für Mozartforschung an der Internationalen Stiftung Mozarteum Salzburg.

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20.04.
Eva Neumayr
Jenseits der Muse: Frauen als gestaltende Kräfte in Mozarts musikalischem Kosmos

Die Rolle von Frauen in der Musikgeschichte wurde lange Zeit auf die Muse, Geliebte oder Interpretin reduziert – passive Figuren im Schatten männlicher Genies. Dieses Forschungsprojekt wirft einen neuen Blick auf Wolfgang Amadeus Mozarts musikalisches Umfeld, in dem Frauen keineswegs nur inspirierende Randfiguren waren, sondern aktiv zum künstlerischen Schaffen beitrugen. Im Zentrum stehen Persönlichkeiten wie Catherine Hamilton, geb. Barlow, Gräfin Josepha von Paumgarten und andere Frauen, deren organisatorische und interpretatorische Leistungen bisher nur unzureichend gewürdigt wurden. Anhand von Briefen, zeitgenössischen Berichten und musikalischen Quellen untersucht der Beitrag die vielfältigen Rollen, die Frauen im Leben und Werk Mozarts spielten – als Patroninnen, Schülerinnen, Impulsgeberinnen, Managerinnen und kulturelle Netzwerkerinnen. Ziel ist es, Mozarts musikalischen Kosmos nicht nur als ein Produkt eines männlichen Genies, sondern als ein komplexes Geflecht künstlerischer Interaktionen zu begreifen, in dem Frauen eine prägende, gestaltende Kraft darstellten.

Eva Neumayr, geboren in Salzburg, ist Leiterin der Musiksammlung am Archiv der Erzdiözese und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stiftung Mozarteum, wo sie zurzeit als FWF-Elise-Richter Fellow das Thema „Female Patronage and Agency in Music between 1760 and 1840“ bearbeitet.  Sie studierte Musikwissenschaften und Anglistik/Amerikanistik an der Paris-Lodron Universität Salzburg und Musik- und Gesangspädagogik an den Musikuniversitäten Salzburg und Wien. In ihrer Dissertation setzte sie sich mit den Propriumskompositionen Johann Ernst Eberlins (Die Propriumsvertonungen Johann Ernst Eberlins (1702-1762): Studien zu Quellen, Entwicklung, Komposition und Aufführungspraxis und Alphabetisches Verzeichnis, Frankfurt etc.: Lang 2007) auseinander. Neumayr ist Mitbegründerin der RISM-Arbeitsgruppe Salzburg, Mitglied der Akademie für Mozartforschung und Vizepräsidentin von IAML-Österreich. Als Gründerin und geschäftsführende Obfrau der Maria-Anna-Mozart-Gesellschaft organisiert und programmiert sie die seit 2010 laufende Konzertreihe FRAUENSTIMMEN.

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27.04.
Otto Biba
Das Requiem: Hat Mozart dem Werk einen Platz in seiner Lebensplanung gegeben?

Blickt man auf die widersprüchlichen und dramatisch aufgedunsenen Berichte über den Mozart erteilten Auftrag zur Komposition eines „Requiems“, so reduziert sich alles auf das Faktum, dass der Auftraggeber für dieses „Requiem“ das alleinige Eigentumsrecht besitzen wollte. Das war nichts Ungewöhnliches und lässt sich in dieser Zeit bei Auftragskompositionen immer wieder nachweisen; besonders gut bekannt und viel zitiert ist eine solche befristete Rechte-Abtretung von Beethovens „Eroica“.

Vereinbarungen dieser Art waren stets befristet; tatsächlich hat Franz Graf Walsegg-Stuppach nach einer dokumentierten Frist von zwei Jahren von dem Requiem kein Gebrauch mehr gemacht. Wir kennen den Vertragstext für diesen Kompositionsauftrag nicht, können aber aus dem Verzicht des Grafen auf eine weitere Nutzung des Werkes schließen, dass für dieses alleinige Eigentumsrecht eine zweijährige Frist vereinbart worden war. Was über eine von Mozart verlangte Anonymität erzählt wird, reduziert sich bei einer Prüfung der Quellen auf eine jedem in seinem Umfeld bekannte und von niemandem ernst genommene Schrulle des Grafen. Dass ihn Mozart persönlich gekannt hat, ist mit hoher Sicherheit anzunehmen, da er seine Wiener Stadtwohnung in eben dem Haus hatte, in dem auch Mozarts Logenbruder Michael Puchberg wohnte.

Auch wenn wir den von Mozart mit Graf Walsegg-Stuppach geschlossenen Vertrag nicht im Wortlaut kennen, müssen wir nach den Usancen der Zeit davon ausgehen, dass er schon bei der Komposition damit rechnen konnte, das Eigentumsrecht – also Nutzungsrecht – an seinem „Requiem“ nach einem gewissen Zeitraum zurück zu erhalten. Details der Instrumentation, die gut dokumentiert nur an einer einzigen Wiener Kirche realisierbar waren, erlauben Überlegungen zur Frage, welchen Platz Mozart dem Requiem den in seiner weiteren Lebensplanung gegeben habe.

Otto Biba, freischaffender Musikwissenschaftler. Bis 30. Juni 2021 Direktor von Archiv, Bibliothek und Sammlungen der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. Durch lange Jahre Lehrtätigkeit an der Universität Wien und der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Musikgeschichte des 17. bis 20. Jahrhunderts, vor allem zu Kirchen- und Adelsmusik, zur bürgerlichen Musikpflege sowie zum Musikinstrumentenbau, zu Mozart, Haydn, Beethoven, Schubert und Brahms, zur Musikgeschichte Wiens sowie zur Geschichte des Konzertwesens. Kurator von Musikausstellungen in Europa, USA und Japan. Editionen von mehr als 120 musikalischen Werken aus Barock, Klassik und Romantik. Mitglied mehrerer internationaler musikwissenschaftlicher Gremien. Regelmäßige Vortragstätigkeit in Europa und Übersee.

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04.05.
Bernadeta Czapraga
Über die Kluft zwischen Theorie und Praxis. Perspektiven für die Erforschung und Interpretation der Daktylus-Figur (Appoggiatura) bei Mozart

Das Spiel der Appoggiaturen (Vorschläge) im ‚Sechzehntelmotiv‘, genauer gesagt in der galanten Figur des ‚Daktylus‘ bei Mozart, ist für Musiker*innen immer wieder eine interpretatorische Herausforderung. Anhand der chronologischen Durchsicht von Autographen und Manuskripten Mozarts in der Bibliotheca Mozartiana (Salzburg) kann festgestellt werden, dass Daktylus-Figuren ein integraler Bestandteil des Kompositionsstils von Mozart sind. Helmut Zehetmair, Autor einer modernen Violinschule, qualifiziert sie als ,Mozart-Strich‘. Die Suche nach neuen Erkenntnissen auf dem Gebiet der Aufführungspraxis und Überlegungen, wie mit den Appoggiaturen der Daktylus-Figur in der heutigen Spielpraxis umgegangen wird, sind der Hauptfokus dieses Vortrags. Außerdem wird diskutiert, welche Kriterien sinnvollerweise zur Klärung dieser Frage herangezogen werden sollten.

Bernadeta Czapraga studierte Violine im Konzertfach und absolvierte ein Postgraduate-Studium Violine sowie ein Instrumentalpädagogik-Studium an der Universität Mozarteum Salzburg. 2012 schloss sie ebenda ihr Doktorat in Musikwissenschaft summa cum laude ab. Zeitgleich zum Doktoratsstudium spezialisierte sie sich im Fach Barockvioline an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz. Ihre Dissertation Wolfgang Amadé Mozarts Violinkonzert in A-Dur KV 219 in ausgewählten Interpretationen (2017) wurde mit dem ›Award of Excellence‹ des österreichischen Wissenschaftsministeriums ausgezeichnet. Seit 2014 ist sie Universitätsassistentin an der Universität Mozarteum Salzburg. Sie arbeitet an einer Habilitation zum Thema Streicher-Kammermusik und polnische Identität im Schaffen von Grażyna Bacewicz. Ihre Arbeitsschwerpunkte in der Forschung und Lehre sind: Mozart-Forschung, Interpretationsforschung und Interpretationsanalyse, Rezeptionsforschung, Musikalische Analyse, Aufführungspraxis und Bearbeitungen. Im Druck befindliche Publikationen widmen sich unter anderem den Komponisten H.I.F. Biber, W.A. Mozart, L. van Beethoven, F. Schubert und L. Jansa.

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11.05.
Iacopo Cividini
Möglichkeiten und Grenzen der digitalen Erfassung von Mozarts Werk. Einblicke in die Arbeit an der Digitalen Mozart-Edition

Wolfgang Amadé Mozarts Œuvre zeichnet sich durch außergewöhnliche Vielfalt und Wandelbarkeit aus. Bereits zu Lebzeiten verstand der Komponist sein Schaffen nicht als fixiertes, unveränderliches Opus, sondern als offenes Werk, das den jeweiligen musikalischen und aufführungspraktischen Bedingungen angepasst werden konnte. Entstehung und Rezeption seiner Werke lassen sich zudem in bemerkenswerter Dichte aus textbasierten Quellen rekonstruieren, die über die überlieferten musikalischen Quellen hinausgehen – etwa aus den Libretti seiner Opern oder der umfangreichen Familienkorrespondenz.

Für die editorische Erfassung ergibt sich daraus eine doppelte Herausforderung: Musikalische und textliche Zeugnisse sind als zusammenhängende Überlieferungseinheiten zu begreifen, deren wissenschaftliche Aufbereitung eine Methode erfordert, die die unterschiedlichen medialen Ebenen des Gesamtwerks berücksichtigt.

Aufgrund seines eindimensionalen Rahmens bleibt die editorische Erfassung im Druckmedium auf lineare Darstellungsformen beschränkt. Fassungs- und Variantenvergleiche sowie Querverbindungen zwischen Musik, Text und Kommentar können darin nur in reduzierter Form sichtbar gemacht werden. Die digitale Edition eröffnet demgegenüber neue Perspektiven: Sie ermöglicht eine vernetzte, mehrdimensionale Darstellung des Werkzusammenhangs und integriert unterschiedliche Quellentypen – vom Notentext bis zu Faksimiles, Briefen, Libretti und Tonaufnahmen.

Anhand konkreter Beispiele aus der laufenden Arbeit der Digitalen Mozart-Edition werden Prinzipien, Methoden und technische Grundlagen der digitalen Erfassung von Mozarts Werk vorgestellt – von der Kodierung von Noten- und Textquellen über Fragen der Datenmodellierung bis hin zur Visualisierung komplexer Werkzusammenhänge. Zugleich wird kritisch reflektiert, inwiefern das digitale Medium nicht nur neue Möglichkeiten der Darstellung eröffnet, sondern auch das Verständnis von ‚Werk‘ und ‚Edition‘ nachhaltig verändert.

Iacopo Cividini, geboren 1975 in Bergamo (Italien), studierte Musikwissenschaft, Philosophie und Geschichte an den Universitäten Pavia, Mainz und Oregon. 2005 promovierte er an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit der Arbeit Die Solokonzerte von Antonín Dvořák. Eine Lösung der Konzertproblematik nach Beethoven (Tutzing: Schneider 2007). Von 2005 bis 2007 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Projekt Bayerisches Musiker-Lexikon Online an der LMU München. Seit 2007 leitet er an der Stiftung Mozarteum Salzburg zwei Projekte der Digitalen Mozart-Edition (DME): den Online-Katalog und die Online-Edition der Libretti zu Mozarts Opern (DME: Libretti & Texte). Seit 2017 arbeitet er an der Notenedition der DME, der Digital-interaktiven Mozart-Edition (DIME), zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter, seit 2023 als deren Teamleiter. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Musikedition des 18. und 19. Jahrhunderts, in der Musikanalyse (unter anderem der Werke von Dvořák, Brahms) sowie auf Forschungen zu Mozarts Opern und Libretti, zur bayerischen Musikgeschichte sowie der Philosophie der Aufklärung.

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18.05.
Armin Brinzing
Stefan Zweig, das Mozarteum und die Mozart-Forschung

Stefan Zweig war zwischen den beiden Weltkriegen einer der weltweit am meisten gelesenen Autoren, aber auch einer der bedeutendsten Autographensammler seiner Zeit. Hatte er sich zunächst vor allem auf Schriftsteller*innen konzentriert, sammelte er seit seiner Salzburger Zeit auch gezielt Handschriften der bedeutendsten Musiker von Bach bis Schönberg. Ganz besonders lag ihm aber Wolfgang Amadé Mozart am Herzen. Zudem war er Mitglied der Internationalen Stiftung Mozarteum, die er tatkräftig unterstützte.

Zweigs vielfältige Beziehungen zur Mozart-Forschung belegen seine außerordentliche Kompetenz auf diesem Gebiet, die auch von Wissenschaftler*innen wie dem Mozart-Forscher Alfred Einstein geschätzt wurde. Stefan Zweig veröffentlichte einige noch heute lesenswerte Aufsätze, in denen er versuchte, die Bedeutung des Autographs für das Verständnis des Entstehungsprozesses eines literarischen oder musikalischen Kunstwerks zu erklären. Dabei handelte es sich aber um kurze literarische Texte, die Zweig in seinem typischen, ausgesprochen emphatischen Stil verfasste, der heute nicht mehr ganz zeitgemäß erscheint. Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass Zweig auch ein ausgezeichneter Autographen-Spezialist mit einer weltweit einzigartigen Fachbibliothek zu diesem Thema war, erscheinen diese Texte in einem neuen Licht.

Armin Brinzing studierte Musikwissenschaft, Germanistik und Geschichte in Frankfurt, Heidelberg und Göttingen. 1996 wurde er mit einer Arbeit über die instrumentale Ensemblemusik im deutschsprachigen Raum des 16. Jahrhunderts promoviert. Seit 1996 arbeitete er für die deutsche Arbeitsgruppe von RISM und RIdIM, seit 2002 leitete er die RISM-Arbeitsstelle an der Bayerischen Staatsbibliothek in München. 2011 übernahm er die Leitung der Bibliotheca Mozartiana der Internationalen Stiftung Mozarteum in Salzburg.

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01.06.
Yvonne Wasserloos
Helge Rosvænge: Mozart-Opern zwischen Politik und Performanz in Wien und Berlin (Ost)

Der dänische Tenor Helge Rosvænge (1897, Kopenhagen – 1972, München) kann als äußerst merkwürdiges Phänomen im Musikleben des 20. Jahrhunderts gelten. Als dänischer Staatsbürger wurde er 1933 in Graz in die NSDAP aufgenommen, pflegte engere Kontakte zu Joseph Goebbels und umgab sich mit dänischen SS-Ärzten. Diese versprengten Fakten zeigen seine politische Überzeugung von der NS-Diktatur, in der er u.a. durch die Verdrängung Richard Taubers als Mozart-Interpret profitierte. Nach dem Krieg konnte er ab 1949 seine Karriere in der DDR an der Ost-Berliner Staatsoper sowie an der Wiener Staats- und Volksoper fortsetzen. Der Vortrag hinterfragt Rosvænges Auftritte und künstlerisches Selbstverständnis in seinen Paraderollen als Tamino und Belmonte unter wechselnden politischen Vorzeichen.

Yvonne Wasserloos studierte an der Universität Münster Musikwissenschaft, Neuere und Neueste Geschichte, Germanistik und Skandinavistik. Dort promovierte sie 2002 (Diss. Kulturgezeiten. Niels W. Gade und C.F.E. Horneman in Leipzig und Kopenhagen) und habilitierte sich 2014 an der Folkwang Universität der Künste Essen in Musikwissenschaft (Habil.-Schrift Musik und Staat. Dimensionen der Interaktion im 20. Jahrhundert). Von 2005 bis 2017 war sie an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf für die Konzeption wissenschaftlich-künstlerischer Projekte verantwortlich (u.a. Willkommen in Deutschland – "Entartete" Musik – Ein Gedenkkonzert). 2017 bis 2022 hatte sie eine Professur an der hmt Rostock inne. Seit Oktober 2022 ist die Professorin für Musikwissenschaft an der Universität Mozarteum Salzburg, wo sie den Arbeitsschwerpunkt „Musik und Macht - Dimension und Kontext (AMUM) gründete, den sie seitdem leitet. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen den Komplex von Musik, Gesellschaft und Politik (Demokratie, NS-Diktatur und Rechtsextremismus), Kulturtransferprozesse, Geschichte der institutionellen Musikausbildung, Erinnerungskultur und Rezeptionsforschung vom 18. bis 21. Jahrhundert.

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08.06.
Rainer Schwob
Mozarts Werke in Tonaufnahmen vor 1950: Repertoire, Aufführungspraxis, Interpretationsgeschichte

Die Etablierung der Tonaufnahme – insbesondere in ihrer kommerziellen Form, der Schallplatte für das Grammophon – veränderte die Hör- und Musiziergewohnheiten, die Aufführungspraxis und die soziale Situation der Musizierenden; die ‚Aufführung‘ wurde wiederholbar, und der Begriff der musikalischen ‚Interpretation‘ bekam seine heutige Bedeutung. Aufnahmen von W.A. Mozarts Werken spielen seit den Anfängen der Schallplatte eine wichtige Rolle. Am Beispiel von Klavierwerken und Sinfonien beschäftigt sich dieser Beitrag zur Ringvorlesung beispielweise mit den Fragen, wie sich Mozarts Rolle im Repertoire durch das neue Medium verändert hat, welche Rückschlüsse auf die Mozart-Aufführungspraxis des frühen 20. oder gar des 19. Jahrhunderts man ziehen kann und wie sich die damaligen Veränderungen auf die Folgezeit, teilweise sogar bis in die Gegenwart, auswirken.

Rainer J. Schwob lehrt und forscht als Universitätsassistent seit 2014 am Institut für musikalische Rezeptions- und Interpretationsgeschichte der Universität Mozarteum Salzburg. Er promovierte nach einem Studium der Musikwissenschaft und Alten Geschichte 2004 in Wien mit einer Dissertation über die Rezeptions- und Interpretationsgeschichte von Claudio Monteverdis Oper L’incoronazione di Poppea und führte mehrere Forschungsvorhaben zur frühen Mozart-Rezeption sowie zur Erforschung praktischer Mozart-Interpretationen durch. Zuletzt gehörte er auch der Tagungsleitung des Symposiums „Mozart-Interpretationen in Tonaufnahmen bis 1950“ (Salzburg, November 2025) an. Er ist Mitherausgeber des Handbuchs Musikalische Interpretationsforschung (im Druck, erscheint Ende 2025). Einige weitere Forschungsschwerpunkte: Alban Berg, Ernst Křenek, Musik-Datenbanken, Kanon- und Repertoirebildung, Bearbeitungstechniken, Geschichte des Klavierauszugs.

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15.06.
Wolfgang Gratzer
Vollendet unvollendet. Mozarts Requiem in neuen Klangräumen

Georg Friedrich Haas folgte der Einladung der Stiftung Mozarteum für ein neues Werk anlässlich der traditionellen Aufführung von Mozarts „Requiem“ in Salzburg am 5. Dezember 2005. Der österreichische, in New York lebende Komponist entschied sich dafür, eine neue akustische „Umgebung“ zu kreieren, also das Fragment nicht zu „vollenden“. In dem Beitrag werden Bezüge zwischen den beiden Kompositionen thematisiert und der allgemeineren Frage nachgegangen, welche Optionen in den letzten Jahrzehnten gewählt wurden, um Mozarts „Requiem“ kompositorisch zu begegnen.

Wolfgang Gratzer habilitierte sich 2001 an der Universität Wien mit der Schrift Komponistenkommentare. Beiträge zu einer Geschichte der Eigeninterpretation (Wien: Böhlau, 2003). Seit 1989 arbeitet er an der Universität Mozarteum Salzburg (2006 Mitgründer des Instituts für Musikalische Rezeptions- und Interpretationsgeschichte). Er engagierte sich in der Leitung zweier interuniversitärer Doktoratskollegs (»Kunst und Öffentlichkeit«, 2011–2014; »Die Künste und ihre öffentliche Wirkung. Konzepte – Transfer – Resonanz«, 2015– 2018). Zwischen 2010 und 2014 übernahm er an der Universität Mozarteum Salzburg Verantwortung als Vizerektor für Entwicklung und Forschung. 2014 begründete er zusammen mit Nils Grosch die Forschungsinitiative »Musik und Migration«.

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22.06.
Thomas Hochradner
Ein Versuch über Mozarts Religiosität

Mozarts Religiosität im Status einer Exemplarität zu sehen, wie es etwa prominente Theologen wie Hans Urs von Balthasar und Hans Küng unternommen haben, löst im Musikhistoriker Distanzwahrung aus. Ulrich Konrads resümierende Feststellung, Mozart habe „eine katholische Erziehung genossen, und er ist den Grundsätzen seiner Konfession treu geblieben“ folgt den verfügbaren Quellen, lässt aber Fragen nach dem Wie, wie auch dem Warum offen. Es ist in der Tat ein vages Unterfangen, sich auseinanderzusetzen mit der individuellen Art und Weise Wolfgang Amadé Mozarts zu glauben, diesen, seinen Glauben zu leben, und ihn in künstlerische Aussagekraft zu übertragen. Versuche, aus Mozarts Kirchenmusik eine persönliche Botschaft herauszulesen, müssen mit den liturgischen und aufführungspraktischen Gegebenheiten zu seinen Lebzeiten abgeglichen werden. Dass aber das Stichwort „Religiosität“ im Sachregister zur Gesamtausgabe der Familienkorrespondenz unter allen Einträgen den breitesten Raum einnimmt, weist denn doch darauf hin, dass Gläubigkeit für Mozart einen hohen Stellenwert besaß. War es christliche Überzeugung oder karitative Anteilnahme, wenn er dem altersschwachen Vater schrieb: „Ich lege mich nie zu Bette, ohne zu bedenken, daß ich vielleicht (so jung als ich bin) den andern Tag nicht mehr sein werde, und es wird doch kein Mensch von allen, die mich kennen, sagen können, daß ich im Umgang mürrisch oder traurig wäre, und für diese Glückseligkeit danke ich alle Tage meinem Schöpfer und wünsche sie von Herzen jedem meiner Mitmenschen.“ (datiert Wien, 4. April 1787; Leopold Mozart starb wenig später, am 28. Mai dieses Jahres)? Selbst jemand, dem die Antwort auf diese Frage offen bleibt, muss anerkennen, dass Wolfgang Amadés Argumentationsweg einsteht für eine lebensweltliche Verankerung in Gläubigkeit.

Thomas Hochradner, seit 2011 Leiter des „Arbeitsschwerpunktes Salzburger Musikgeschichte“ an der Universität Mozarteum Salzburg, forscht und publiziert in den Bereichen Musikphilologie, Barockmusik, Kirchenmusik, Alpenländische Volksmusik und Musikalische Rezeptionsgeschichte. Er war von 2006 bis 2011 erster Leiter des Instituts für Musikalische Rezeptions- und Interpretationsgeschichte, dem er weiterhin angehört, und leitete von 2014 bis 2021 das Department für Musikwissenschaft. Hochradner verfasste zahlreiche Fachaufsätze, ist Mitglied in diversen Editorial Boards und Herausgeber eine Reihe von Tagungsbänden, zuletzt Der Mönch von Salzburg im Interpretationsprofil der Gegenwart (gemeinsam mit Siegrid Schmidt, 2021), Wege zu Stille Nacht. Zur Vor- und Nachgeschichte einer ‚einfachen Composition‘ (2021) und Leopold Mozart. Chronist und Wegbereiter (gemeinsam mit Michaela Schwarzbauer, 2022). Er verantwortete das Thematische Verzeichnis der Werke von Johann Joseph Fux (Band 1, 2016) und die Anthologie Stille Nacht. Das Buch zum Lied (gemeinsam mit Michael Neureiter, 2018) und organisierte als Veranstalter über zwanzig Symposien, darunter als Conference Chair die 16th Biennial International Conference on Baroque Music (Salzburg, 9. bis 13. Juli 2014).