„Europas Hunde“: Lesungen & Gespräch mit Alhierd Bacharevič im Rahmen von Practicing Care

12.02.2024
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Bacharevic Alhierd | © Julia Cimafiejeva

Mit dem 900 Seiten umfassenden Roman „Europas Hunde“ legt der 1975 in Minsk geborene belarusische Schriftsteller Alhierd Bacharevič sein in Belarus zensiertes Opus magnum vor. Im Rahmen von „Practicing Care“, das 2022 ins Leben gerufene Solidaritätsnetzwerk der Universität Mozarteum, wird Alhierd Bacharevič am 27. Februar 2024 im Theater im KunstQuartier lesen.

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Iris Wagner

Alhierd Bacharevičs großer europäischer Vorabend-Roman lotet seismografisch und visionär die Lage unseres Kontinents aus und findet Sprache und Form für eine beunruhigende Gegenwart. Moderiert wird der Abend vom Übersetzer des Werks Thomas Weiler, die deutschen Passagen werden von Schauspielstudent*innen des Thomas Bernhard Instituts gelesen. Veranstaltet wird der Abend gemeinsam vom Literaturverein prolit und dem Thomas Bernhard Institut der Universität Mozarteum.

Das im Sommersemester 2022 ins Leben gerufene Solidaritätsnetzwerk „Practicing Care“ der Universität Mozarteum ist ein langfristig angelegtes Projekt, das die transnationale gesellschaftliche Verantwortung einer Kunstuniversität in den Mittelpunkt stellt. Die zahlreichen neuen Protestformen und dezentralen Care-Netzwerke, die in den Aktivitäten der belarusischen Opposition im Jahr 2020 Ausdruck fanden und vorrangig von Frauen angeführt wurden, standen Pate in der Ausgestaltung des Projektformats, in dessen Rahmen sowohl Residenzenfür in besonderem Maße für die Demokratie engagierte Künstler*innen als auch eine Ehrenprofessur an die belarusische Flötistin und Pädagogin Maria Kalesnikava vergeben wurden. Zudem fanden zahlreiche Protestbekundungen gegen menschrechtswidrige Handlungen, Solidarität mit Protestierenden im Iran, künstlerische Beiträge, Lesungen, Vorträge, Gespräche und Workshops u.a. mit dem Musiker Lavon Volski, der Philosophin Olga Shparaga, der Journalistin Gilda Sahebi, der Schauspielerin Maryna Yurevich, u.v.m. statt.

„Um an Hunderte politische Gefangene in Belarus, aber auch in Russland und weltweit zu erinnern, um uns selbst als Lehrende und Studierende an einer Kunstuniversität daran zu erinnern, dass Kunst und Politik, persönliche und gesellschaftliche Freiheit und der Widerstand gegen ihre Unterdrückung nie als getrennte Themen zu behandeln sind, hat der Senat der Universität Mozarteum Maria Kalesnikava am 11. März 2022 eine Ehrenprofessur verliehen.“

Senatsvorsitzender Christoph Lepschy im März 2022 zum Start des Projekts