Feierliche Inauguration von Constanze Wimmer & ihrem Team

23.10.2026
News

Mit einem rundum feierlichen Festakt wurde am 21. Oktober 2026 die Inauguration von Constanze Wimmer als Rektorin der Universität Mozarteum begangen. Sie leitet die universitäre Gemeinschaft bereits seit 1. April 2026 und feierte gemeinsam mit ihrem Team sowie zahlreichen Ehrengästen aus Politik, Kunst und Wissenschaft unter dem Leitmotiv „Seite an Seite“ ihren offiziellen Amtsantritt.

Ein hörbares Schmunzeln ging durch den voll besetzten Max Schlereth Saal, als Rektorin Constanze Wimmer zu Beginn ihrer Antrittsrede von einer Begegnung im Mirabellgarten berichtete: Eine Stadtführerin hatte einer Touristengruppe das Gebäude nicht als Universität, sondern als Konservatorium erklärt, an dem Studierende ein Instrument erlernen. Wimmer nutzte diese Anekdote für ein kraftvolles Plädoyer. Was sie den Gästen stattdessen mitgegeben hätte? „Dass Musik unsere Wurzel, aber nicht unsere Grenze ist. Seit 1920 kann man hier Schauspiel studieren, seit 1976 Bildende Kunst in ihren vielen Facetten für das Lehramt und seit 2025 einen Studiengang, der sich keiner Kunstsparte mehr zuordnen lassen möchte: Open Arts.. […] Die Universität Mozarteum hat mit den jüngsten Berufungen gezeigt, welche Energie in diesem Haus herrscht, wie durchlässig wir mit unserer künstlerischen Praxis zum internationalen Kulturbetrieb sind und wie beispielgebend wir ebenso mit dem kürzlich in Vollbetrieb genommenen X-Reality Lab in die Zukunft der Kunst investieren.“

Die promovierte Musikwissenschaftlerin und renommierte Kulturmanagerin, die von 2020 bis März 2026 als Vizerektorin an der KUG Graz wirkte, übernimmt an der Seite ihres neu formierten Leitungsteams – Karin Skarek (Ressourcen), Helmut Schaumberger (Studium und Lehre), Eugen Banauch (Forschung und Digitalität) und Hannfried Lucke (Kunst) – die Führung der Salzburger Kunstuniversität. Der Leitgedanke „Seite an Seite“ prägte den gesamten Festakt – visuell unterstrichen durch ein eindrucksvolles Bühnenbild aus den charakteristischen roten Publikumsstühlen des Solitärs, konzipiert von Florentine Klepper und Carola Reuther und vom Team der Veranstaltungstechnik stilvoll in Szene gesetzt.

„Ich habe diese Inaugurationsfeier unter das Motto ‚Seite an Seite‘ gestellt, weil meine bisherigen Erfahrungen im Kultur- und im Universitätsbetrieb mir eines ganz besonders vor Augen geführt haben: Unsere innere Kraft und Tiefe in der Kunst kommt aus jedem und jeder einzelnen von uns, sie reift individuell über Jahre und Jahrzehnte im einsamen Üben am Instrument oder in der singulären visuellen und körperlichen Auseinandersetzung, aber sie kann nur wirksam werden, wenn wir sie mit anderen teilen. […] Kultur ist eine soziale Praxis, die sich bei internationalen Festspielen genauso wie in der Freien Szene aus viel mehr Perspektiven zusammenbaut als aus der reinen künstlerischen Darbietung.“

Neben den feierlichen Worten zur Amtsübergabe und der symbolträchtigen Überreichung der Rektor*innenkette durch Vorgängerin Elisabeth Gutjahr sowie den Würdigungen aus Politik und Universitätsgremien war der Festakt geprägt durch den spartenübergreifenden Schulterschluss. Dieser zeigte sich nicht nur in der Antrittsrede: Auch die hochkarätigen künstlerischen Beiträge von Studierenden und Lehrenden spiegelten das gesamte Spektrum der Universität wider – vom strahlenden Entrée des Blechbläserensembles über das integrationsverbindende Nava Ensemble bis hin zur raumfüllenden, jandlesken Performance ICH BIN KUNST des Thomas Bernhard Instituts. Historische Aufführungspraxis traf im Adagio & Molto presto aus Mozarts KV 358 (Florian Birsak und Juliane Sophie Ritzmann am Hammerklavier) auf entspannten Jazz des Ensembles Mellow sowie drei Uraufführungen der Komponistinnen Aurélie Ferrière, Tímea Urban und Raimonda Žiūkaitė, interpretiert vom ARCOENSEMBLE für zeitgenössische Musik. Der Saal wandelte sich gleichzeitig in einen stimmungsvollen Ausstellungsraum für Werke von Studierenden der Szenografie sowie des Departments für Bildende Künste & Gestaltung.

Dass Kultur als soziale Praxis verstanden werden müsse, die Differenzen aktiv verhandelt, hob Wimmer auch mit Blick auf gesellschaftliche Herausforderungen hervor – auch bezüglich der aktuell geplanten Budgetkürzungen der österreichischen Bundesregierung. Die Universität Mozarteum versteht sie als „internationalen Denkraum“, der zur demokratischen Widerstandskraft beitragen müsse – ein Impuls, der im geplanten Art & Culture Lab künftig weiter an Form gewinnen soll. Den Schlusspunkt setzte ein leiser, bewegender Moment: die Bach-Gigue von Cellist Jeremias Luther als Sinnbild für das „verinnerlichte Seite an Seite“.

Beim anschließenden Festempfang im Foyer wurde auf eine erfolgreiche Zukunft der Universität angestoßen – und auf die Hoffnung der Rektorin, dass Stadtführerinnen künftig voller Stolz erklären: „Hier studieren, forschen und unterrichten die Besten ihres Faches. In dieser Universität geht es um nichts weniger, als wie wir als Menschen im Guten zusammenleben können.“