Das „Department für Elementare Musik- und Tanzpädagogik – Orff Institut“ an der Universität Mozarteum Salzburg bietet einen künstlerischen wie pädagogischen Studienbereich in Musik und Tanz und qualifiziert für vielfältige Berufsfelder. Dabei werden Musik und Tanz in einem unmittelbaren Zusammenhang erforscht und praktiziert, vielfältige, interdisziplinäre, performative und musikalische Projekte initiiert, sowie Wert auf die pädagogische Arbeit mit unterschiedlichen Zielgruppen gelegt.

Im Bachelorstudium der Elementaren Musik- und Tanzpädagogik besteht aktuell die Möglichkeit einer Schwerpunktsetzung in den Bereichen Instrument/Gesang oder Tanz sowie „Musik und Tanz in Inklusion und Diversität (MTID)“.

Der Schwerpunkt (Wahlpflichtfach) Musik und Tanz in Inklusion und Diversität (MTID) dient zur Ausbildung von künstlerischen, pädagogischen und wissenschaftlichen Kompetenzen, die den Absolvent*innen ermöglichen, in den unterschiedlichsten Arbeitsfeldern mit Diversitätskontexten musikalische und tänzerische Fähigkeiten von Teilnehmenden zu fördern und den gesellschaftlichen Auftrag von Inklusion umzusetzen.

Dabei werden in einem Umfang von 15 Semesterwochenstunden sowohl Lehrpraxis und Fachdidaktik, Gestaltungsmodelle als auch Grundlagen von Inklusion und Diversität vermittelt sowie über Projekte künstlerische Praxis ermöglicht. Besonders wichtig ist hier die Verbindung von Theorie und Praxis durch die Erfahrung vielfältiger Lehrpraktika. Dafür stehen diverse Lehrpraxis-Gruppen zur Verfügung, die neben den MTID Schwerpunktstudierenden auch anderen interessierten Studierenden offenstehen. Die Vielfalt in jeder Gruppe wird als Bereicherung und Chance für alle gesehen und ist handlungsleitend für die künstlerisch-pädagogische Arbeit. Die Studierenden erwerben im Rahmen dieses Schwerpunktes zusätzliche Lehrkompetenzen, die es ihnen ermöglichen, in den unterschiedlichsten Arbeitsfeldern mit diversen Gruppen sowohl musikalisch-tänzerische, als auch psycho-soziale Kompetenzen zu fördern und sie in ihrer individuellen und kreativen Entwicklung zu begleiten und zu unterstützen.

 

Geschichte

Die durch Mozarteumsprofessor Wilhelm Keller am Ende der 60er Jahre am Orff-Institut ins Leben gerufene Arbeit mit Musik und Tanz im sozial- und heilpädagogischen Arbeitsfeld hat dem Orff-Institut auch durch die Gründung des Institutes für Musikalische Sozial- und Heilpädagogik im Jahre 1973 - viele wichtige Impulse gegeben. Die sich daraus entwickelnde ständige Auseinandersetzung mit diesem Arbeitsfeld führte zur Einrichtung des Studienschwerpunkts "Musik und Tanz in der Sozial- und Heilpädagogik" innerhalb der Studienrichtung Musik- und Bewegungserziehung.
Als 1988 ein neuer Lehrplan für das Studium „Elementare Musik- und Tanzpädagogik“ entwickelt wurde, implementierte man darin auch einen neuen Schwerpunkt für „Musik und Tanz in der Sozial- und Heilpädagogik”. 2002 wurden die Studieninhalte überarbeitet und der Studienschwerpunkt in „Musik und Tanz in Sozialer Arbeit und Integrativer Pädagogik” (MTSI) umbenannt. Zusätzlich entstand ein einjähriger berufsbegleitender Universitätslehrgang MTSI, der Interessierten aus benachbarten Fachdisziplinen eine Weiterbildung in diesem Bereich ermöglicht. In der Neufassung und Modularisierung der Curricula 2023 wurde der Bereich erneut weiterentwickelt und zum Schwerpunkt "Musik und Tanz in Inklusion und Diversität (MTID)" erweitert.
Der aufgrund seiner Kombination im deutschsprachigen Raum besondere Studienbereich MTID ist einer von drei wählbaren Studienschwerpunkten am Orff Institut, neben Instrument/Gesang und Tanz. Die künstlerische, pädagogische und wissenschaftliche Durchdringung von „Musik – Sprache – Bewegung“ stellt einen Grundpfeiler des Orff Institutes dar.

 

Inhalte

Der Einsatz von Musik und Bewegung in Inklusion und Diversität führt zur Entwicklung von identitätsstiftenden, kommunikativen und sozialen Lern- und Erfahrungsfeldern. Der vielfältige personenorientierte methodische Einsatz von Musik und Bewegung ermöglicht es den Einzelnen und Gruppen die körperliche, seelische, soziale und kulturelle Wirkung des eigenen aktiven künstlerischen Handelns zu erleben. Dabei wird integrativ, inklusiv, unterstützend und vermittelnd eine soziale Balance zwischen den vielen verschiedenen Lebenswelten einer modernen Gesellschaft entwickelt und ganz unterschiedlichen Diversitätskontexten Rechnung getragen.
Inklusive Pädagogik lehnt die Einseitigkeiten, Defektorientierung und Aussonderung der traditionellen Heil- und Sonderpädagogik ab. Sie basiert auf Prinzipien einer inklusiven allgemeinen Pädagogik, in der:
- alle alles lernen dürfen
- auf ihre*seine Weise
- mit den dafür erforderlichen personellen und sächlichen Hilfen.
Didaktisches Fundamentum ist die "Kooperation am Gemeinsamen Gegenstand" und die "Innere Differenzierung durch (entwicklungsbezogene) Individualisierung" (Georg Feuser). Der Einsatz von Musik und Tanz in verschiedenen Feldern inklusiver Pädagogik bietet Förderung kognitiver, emotionaler, sensomotorischer und sozialer Fähigkeiten und Fertigkeiten an. Die pädagogisch-künstlerische Arbeit versucht auch unentwickeltes bzw. ungenütztes Potenzial zu nutzen und den Menschen in seiner/ihrer individuellen Entwicklung und Kreativität zu begleiten und unterstützen.

 

Flyer zum Schwerpunkt (Version 2019, MTSI)

 

Fachgruppe MTID

Die Fachgruppe MTID besteht aus Lehrenden des Orff Instituts, die besondere Expertise aus diesem Praxisfeld mitbringen:

Mag.a Barbara Tischitz-Winklhofer
Chris Wang, BA MA
Mirjam Leitner, BA MA
Mag. Dr. Erik Esterbauer, MA
Mag.a Doris Valtiner-Pühringer
Ari Glage
 

Besonders verbunden ist die Fachgruppe auch ihren ehemaligen Mitgliedern:

Mag.a Shirley Day-Salmon
Mag.a Dr.in Manuela Widmer
Susanne Rebholz, MSc.
Michel Widmer
Mag.a Christine Schönherr