Das „Department für Elementare Musik- und Tanzpädagogik – Orff Institut“ an der Universität Mozarteum Salzburg bietet einen künstlerischen wie pädagogischen Studienbereich in Musik und Tanz und qualifiziert für vielfältige Berufsfelder. Dabei werden Musik und Tanz in einem unmittelbaren Zusammenhang erforscht und praktiziert, vielfältige, interdisziplinäre, performative und musikalische Projekte initiiert, sowie Wert auf die pädagogische Arbeit mit unterschiedlichen Zielgruppen gelegt.

Im Bachelorstudium der Elementaren Musik- und Tanzpädagogik besteht aktuell die Möglichkeit einer Schwerpunktsetzung in den Bereichen Musik, Tanz aber auch „Musik und Tanz in Sozialer Arbeit und integrativer Pädagogik (MTSI)“.

Dabei werden in einem Umfang von 14 Semesterwochenstunden sowohl Lehrpraxis und  Fachdidaktik, als auch Grundlagen von Sozialer Arbeit und inklusiver Pädagogik sowie Modelle inklusiven musikalisch-tänzerischen Gestaltens vermittelt. Besonders wichtig ist hier die Verbindung von Theorie und Praxis durch die Erfahrung vielfältiger Lehrpraktika. Dafür stehen diverse Lehrpraxis-Gruppen zur Verfügung, die neben den MTSI Schwerpunktstudierenden auch anderen interessierten Studierenden offenstehen:

 

Geschichte

Die durch Mozarteumsprofessor Wilhelm Keller am Ende der 60er Jahre am Orff-Institut ins Leben gerufene Arbeit mit Musik und Tanz im sozial- und heilpädagogischen Arbeitsfeld hat dem Orff-Institut auch durch die Gründung des Institutes für Musikalische Sozial- und Heilpädagogik im Jahre 1973 - viele wichtige Impulse gegeben. Die sich daraus entwickelnde ständige Auseinandersetzung mit diesem Arbeitsfeld führte zur Einrichtung des Studienschwerpunkts "Musik und Tanz in der Sozial- und Heilpädagogik" innerhalb der Studienrichtung Musik- und Bewegungserziehung.
Als 1988 ein neuer Lehrplan für das Studium „Elementare Musik- und Tanzpädagogik“ entwickelt wurde, implementierte man darin auch einen neuen Schwerpunkt für „Musik und Tanz in der Sozial- und Heilpädagogik”. 2002 wurden die Studieninhalte überarbeitet und der Studienschwerpunkt in „Musik und Tanz in Sozialer Arbeit und Integrativer Pädagogik” (MTSI) umbenannt. Zusätzlich entstand ein einjähriger berufsbegleitender Universitätslehrgang MTSI, der Interessierten aus benachbarten Fachdisziplinen eine Weiterbildung in diesem Bereich ermöglicht.
Der aufgrund seiner Kombination im deutschsprachigen Raum besondere Studienbereich MTSI ist einer von vier wählbaren Studienschwerpunkten am Orff Institut, neben Instrument, Stimme oder Tanz. Die künstlerische, pädagogische und wissenschaftliche Durchdringung von „Musik – Sprache – Bewegung“ stellt einen Grundpfeiler des Orff Institutes dar.

 

Inhalte

Der Einsatz von Musik und Bewegung in sozialer Arbeit (Sammelbegriff für die Arbeitsfelder Sozialarbeit und Sozialpädagogik) führte zur Entwicklung von identitätsstiftenden, kommunikativen und sozialen Lern- und Erfahrungsfeldern. Der vielfältige personenorientierte methodische Einsatz von Musik und Bewegung ermöglicht es dem Einzelnen und Gruppen die körperliche, seelische, soziale und kulturelle Wirkung des eigenen aktiven künstlerischen Handelns zu erleben und unterstützt dadurch die Ziele der modernen Sozialen Arbeit, nämlich integrativ, unterstützend und vermittelnd eine soziale Balance zwischen den vielen verschiedenen Lebenswelten einer modernen Gesellschaft zu entwickeln.
Integrative/Inklusive Pädagogik lehnt die Einseitigkeiten, Defektorientierung und Aussonderung der traditionellen Heil- und Sonderpädagogik ab. Sie basiert auf Prinzipien einer integrativen allgemeinen Pädagogik, in der:
- alle alles lernen dürfen
- auf ihre/seine Weise
- mit den dafür erforderlichen personellen und sächlichen Hilfen.
Didaktisches Fundamentum ist die "Kooperation am Gemeinsamen Gegenstand" und die "Innere Differenzierung durch (entwicklungsbezogene) Individualisierung" (G. Feuser). Der Einsatz von Musik und Tanz in verschiedenen Feldern integrativer/inklusiver Pädagogik bietet Förderung kognitiver, emotionaler, sensomotorischer und sozialer Fähigkeiten und Fertigkeiten an. Die pädagogisch-künstlerische Arbeit versucht auch unentwickeltes bzw. ungenütztes Potenzial zu nutzen und den Menschen in seiner/ihrer individuellen Entwicklung und Kreativität zu begleiten und unterstützen.

 

Flyer zum Schwerpunkt

 

Fachgruppe MTSI

Die Fachgruppe MTSI besteht aus Lehrenden des Orff-Instituts, die besondere Expertise aus diesem Praxisfeld mitbringen:

Mag.a Barbara Tischitz-Winklhofer
Susanne Rebholz, MSc.
Michel Widmer
Mag. Dr. Erik Esterbauer, MA

Besonders verbunden ist die Fachgruppe auch ihren ehemaligen Mitgliedern:

Mag.a Shirley Day-Salmon
Mag.a Dr.in Manuela Widmer
Mag.a Christine Schönherr