Beispiel für unterschiedliche Anschlagsorte auf einer Gitarrensaite

Dr. Robert Wolff, Universität Mozarteum, Salzburg ©2007
(falls Sie über eine Suchmaschine hierher gelangt sind ist hier der komplette Text)

 

Im Folgenden ist zwei Mal die leere 1. Saite aufgenommen. Einmal ganz weich gespielt (über dem 12. Bund angeschlagen und einmal ganz hart (nahe dem Steg)):

weich
hart

Die in Soundstudio aufgenommenen weichen Töne zeigen bei Betrachtung der Kurve mit der Lupe eine ziemlich schöne sinusartige Schwingung:

die harten hingegen offenbaren in der Lupe schon ihre hohen Anteile an Oberschwingungen:

Noch deutlicher wird das Bild, wenn man - ebenfalls in Soundstudio möglich - eineFourieranalyse macht. So ergibt sich für den weichen Anschlag folgendes Bild:

Man sieht deutlich den Grundton - das klingende eingestrichene e - mit 330Hz. Der erste Oberton bei 660Hz (Oktave) fehlt logischerweise, da sich ja bei einer in der Saitenmitte angeschlagenen Saite dort kein Knotenpunkt befinden kann. Deshalb ist der nächste Peak erst bei 1320Hz. Man sieht deutlich, dass der Beitrag der höheren Frequenzen ein stetig abnehmender ist und in Summe nicht viel ausmacht. Im Gegensatz dazu, sieht es bei dem am Steg angeschlagenenen Ton ganz anders aus:

zwar ist auch hier der Grundton deutlich sichtbar, jedoch ragen Peaks im Bereich von 1-3,5kHz ebenso hoch hinauf mit einer kaum geringeren Integralfläche. Interessant auch die Peaks unter 100Hz und bei 200Hz, die ja unter dem eigentlichen Grundton liegen.