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Als Konsequenz sollte sich die Hand für den Vierfingeraufsatz im Normalfall am 2. Finger orientieren, so dass dieser unmittelbar vor einem Bundstab sitzt. Orientiert man sich am 4. und 1. Finger, so liegt der 2. oft zu hoch und würde auf statt vor dem Bundstab greifen. Orientiert man sich an erstem und zweitem Finger, so liegt im allgemeinen der dritte tiefer als nötig. Sitzt also der 2. Finger vor dem Bundstab, richtet man als nächsten den 4. Finger ein. Im Allgemeinen wird dann der 3. Finger etwas weiter vom Bundstab entfernt sein als es der Idealposition entspräche. Das macht aber aus den oben angeführten Gründen gewöhnlich nichts aus, da ja der gesamte Kraftaufwand zum Einnehmen des Vierfingeraufsatzes ein Minimum sein soll. Die Kraft, die nötig ist, um die Saite niederzudrücken, nimmt zu, je weiter der Finger vom Bundstab entfernt ist. Gleichzeitig nimmt aber diejenige Kraft ab, die man braucht um den 3. Finger vom 2. wegzustrecken. Trägt man diese beiden Größen in einem Diagramm auf und addiert sie, so erhält man folgendes Bild:

Ganz allgemein stellt sich die metatechnische Frage ob und unter welchen Unständen ein Verteilen der Finger auf 4 Bünde ratsam ist. Im Allgemeinen hat sich bisher für Anfänger und leicht Fortgeschrittene (also bis etwa Mitte des Musikschulausbildungsniveaus) das drucklose Aufsetzen auf den tieferen Bünden bewährt, da dadurch eine sensorische Orientierung gegeben ist, die die Greifgenauigkeit verbessert. Aber auch hier gilt das metatechnische Prinzip der Minimierung des Gesamtaufwands. Die Frage besteht darin, was für einen speziellen Spieler vom Aufwand her gesehen "billiger" ist : Eine mehr oder weniger große Vorspannung mit guter Orientierung und wenig Bewegung oder lieber keine Spannung, dafür aber ein stetes Nachrücken beim chromatischen Auf- oder Abwärtsspielen und eine geringere sensorische Orientierung. Wichtig ist, dass in keinem Fall beim schnellen Spiel die Synchronisation leidet, also die zeitliche Präzision und Schnelligkeit mit der ein Finger aufgesetzt oder abgehoben wird.

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