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KRAFTERSPARNISS

Allein die Verwendung des 4. an Statt des 3. Fingers spart oft eine Menge Kraft an Streckung; nehmen wir zum Beispiel einen d-moll Akkord in der 1. Lage, wobei einmal der 3 und - in der besonders für Anfänger angenehmeren Form - einmal der 4. Finger das d'' spielen. Natürlich geht dabei der für manche Anfänger wichtige Bezug ein Finger-ein Bund verloren, was dann einen größeren mentalen Aufwand bedeuten kann.

WEGERSPARNISS

Im folgenden Beispiel sind der Weg der Fingerspitzen des 1. Fingers (in grün) und des 2. Fingers (in rot) eingezeichnet, den diese in der Bourree aus der 1. Suite in e-moll von J.S. Bach zurücklegen müssen, wenn man dem Fingersatz von K. Scheit (Verl. UE, 1975) folgt:

Im Vergleich dazu der Fingesatz von R. Wolff mit den gleichen Eintragungen:

Man sieht, dass eine wesentliche Wegersparnis erreicht wurde. Die einzige größere Transversalaktivität könnte man auch noch eliminieren, wenn man im 2. Takt für die letzten beiden Achtel (aber nur für diese) den Fingersatz der Scheitausgabe nähme. Dabei ergäbe sich aber eine wesentlich stärkere Streckung in der Hand, was also einen größeren Kraftaufwand bedeutete.

MENTALE ERSPARNISS

Hat ein Anfänger bereits das Ausführen von Akkordgriffen erlernt, so ist es für ihn eine wesentliche mentale Ersparnis, wenn er die Akkorde auch dann als solche erkennt, wenn sie in zerlegter Form vorkommen. Man kann - und sollte - als Hilfe die entsprechenden Akkordbezeichnungen unter die entsprechenden Stellen schreiben:

Ein etwas fortgeschritteneres Beispiel wäre das folgende: Im 3. Satz der Suite Antica von Manuel Ponce gibt es zwei Läufe. Der erste sieht folgendermaßen aus:

im zweiten Teil gibt es den selben Lauf um eine Quart höher:

der Fingesatz zu diesem Lauf ist zwar logisch, aber nicht optimal. Wenn es der Klang des Instruments zulässt, ist der mentale Arbeits- und damit auch Übeaufwand wesentlich geringer, wenn man für den zweiten Lauf den identisch gleichen Fingersatz wie für den ersten verwendet, indem man einfach in der 7. Lage beginnt!

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