Veranstaltungen des SEM

 

"Salzburg gespiegelt -
eine audiovisuelle Konzertperformance"

Neue audiovisuelle Kompositionen von:

André Ruschkowski: "Perfect Nowhere"
Laurentiu Nicolae Beldean: "Salzburg-Bilder"
Barbara Broz: "1586...ubi esset, ibi amaret"
Marios Joannou Elia: " h y d o r ~ c h r o n o s"
Jolanta Debicka: "In den Klängen spricht es ..."
Agustin Castilla-Avila: "S.A.L.Z.B.U.R.G."
André Ruschkowski: "Twigs & Grains "

Realisationen der Werke im
Studio für elektronische Musik
der Universität Mozarteum Salzburg


25. 3. 2006, 20.15 Uhr
Konzertreihe Musica Viva,
Salzburg, Erzabtei St. Peter,
Romanischer Saal



In diesem Konzert wird Salzburg als eine reale Stadtlandschaft im Kontrast zu virtuellen, im Computer generierten Landschaften thematisiert. Ebenso werden reale Klänge zu ihren Transformationen im Computer in Beziehung gesetzt, welche den gesamten Raum während der Aufführung durchwandern.
Die Synthese von elektronischer Musik und Video-Kunst führt hier zu einer Erweiterung der musikalischen Gestaltungskonzepte in den visuellen Bereich, d.h. die Bildelemente werden schrittweise "musikalisiert".
Es entstehen faszinierende Bild- und Klangreisen durch reale und virtuelle Orte in und um Salzburg. Lassen Sie sich von den Ergebnissen überraschen!


 

André Ruschkowski: "Perfect Nowhere"

“Perfect Nowhere” ist eine "interaktive Konzert-Installation". Was wie ein Wiederspruch in sich klingt, ist der Versuch, interaktive Techniken der Installation mit statischen Präsentationsformen im Konzert zu verbinden. Der Weg in den Konzertsaal durch die Salzburger Altstadt ist ebenso Teil der Gestaltung wie das Geschehen am Konzertort selbst. Das Publikum ist sowohl Gegenstand der visuellen Gestaltung als auch - bewußt oder unbewußt - Gestalter der visuellen und akustischen Ebenen. Die durch eine Kamera erfaßten Bewegungen des Publikums steuern die musikalische Bearbeitung der mit einem Mikrofon aufgezeichneten Klänge.

André Ruschkowski, geboren 1959 in Berlin, Studium der Musikwissenschaft an der Humboldt-Universität Berlin, Teilnahme an Kompositionskursen und Arbeit in verschiedenen Studios für elektronische Musik u. a. in Berlin, Budapest, Paris, Wien und Toronto. Unterrichtet seit 1992 elektronische Musik an der TU Berlin sowie seit 1993/94 an der Universität Mozarteum Salzburg, 1995 Gastprofessor an der Universität Köln, derzeit Professor für elektronische Musik an der Universität Mozarteum Salzburg. Werkaufführungen und Rundfunkpräsentationen u.a. in Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, Ungarn, USA (International Computer Music Conference ‘98), Kanada, Südkorea, Slowakei, Schweiz, Schweden, Griechenland (ICMC ‘97). Preise und Anerkennungen beim Internationalen Wettbewerben für elektroakustische Musik 1985, 1989 und 2000 in Bourges, Frankreich, sowie 1989 und 1990 in Varese, Italien, 1997 Preis des Wettbewerbes für Radiokunst in Paris, 1998 1. Preis beim Kompositionswettbewerb für Computermusik in Braunschweig. CD-Veröffentlichungen u.a. auf den Labels “OffScale” (Berlin), “La Muse en Circuit” (Paris) und "Sonic Circuits" (USA).

 

Laurentiu Nicolae Beldean: "Salzburg-Bilder"

Mein Stück "Salzburg Bilder" nimmt Bezug auf W. A. Mozart und das heutige Verhältnis der Stadt Salzburg zu Mozart. Weiter spielt die Natürlichkeit in Mozarts Musik und Persönlichkeit in meinem Stück eine wichtige Rolle.

Laurentiu Nicolae Beldean, geboren in Brasov, Rumänien. Ausbildung an der Musikuniversität in Bukarest, Universität Mozarteum in Salzburg, Hochschule für Musik und Theater in München. Doktoratstudium an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und an der Musikuniversität in Bukarest. 2001 International New Music Consortium Composition Award (New York University). Über 30 Kompositionen für Ensembles und Orchester.

 

Barbara Broz: "1586...ubi esset, ibi amaret"
Eine musikalische Reise von Trient nach Walhalla mit Paris Lodron Princeps Archiepiscopus Salisburgensis

Im Jahr 1586 wurde Paride (Paris) aus der bedeutenden Familie der Lodron im Schloß Noarna geboren. Nach seinen Studien in Trient und Bologna kam er nach Salzburg. Dort ließ er, nachdem er am  13. November 1619 zum neuen Salzburger Erzbischof gewählt wurde, von seinem Baumeister Santino Solari modernste venezianische Befestigungen in Stadt und Land errichten; er gründete die Universität Salzburg, die auch heute noch seinen Namen trägt, sowie das Collegium Marianum und das Collegium Rupertinum.
Diese Komposition ist eine Hommage an den Mann, der aus meinem Land Trient kam und im Land Salzburg Geschichte geschrieben hat.

 

Marios Joannou Elia: "h y d o r ~ c h r o n o s "
für Computermusik und Kunstvideo
In Zusammenarbeit mit Christoph Kendlbacher

Viele Kulturen verbinden seit jeher Wasser und Feuer mit Leben und Lebenszeit. Bis heute streben Menschen danach, deren letztlich unergründbares Wesen zu erschließen. Im Laufe der Menschheitsgeschichte entwickelte sich aus diesem Suchen und Beobachten heraus eine unvorstellbar große Menge and vielschichtiger Symbolik, die uns täglich in Ritualen, Bräuchen, Wörtern, Begriffen und Redewendungen begegnen.
Trotzdem oder gerade deshalb, weil wir mit dieser Fülle an angehäuftem Wissen und Erfahrung konfrontiert sind, lassen wir "Wasser" und "Feuer" wieder zu uns persönlich sprechen und befragen sie, was sie uns zu sagen haben.

Marios Joannou Elia, geboren 1978 in Zypern. Er studierte an der Kunstuniversität Mozarteum in Salzburg in der Kompositionsklasse von A. Hölszky, wo er mit dem Magister artis mit Auszeichnung abschloss (2005). Außerdem schloss er die Studien in Gitarre (M. Tamayo), Musikpädagogik (W. Roscher) und Musiktheorie mit dem Bakkalaureat und ebenfalls mit Auszeichnung ab (2003/04). Zeitweise war er Student in der Kompositionsmeisterklasse von K. Huber an der Hochschule für Musik in Basel (2003/04). Bei zahlreichen internationalen Kompositionswettbewerben erhielt er bislang über 15 Preise und Auszeichnungen wie u.a. den 1. Preis beim "Lutoslawski Award 2004", den 1. Preis beim "Volos Kompositionswettbewerb 2004", den "Raiffeisen Klassik Award 2004" in Österreich und den Patronize Award des "BMW Kompositionspreises der musica viva 2005".

 

Jolanta Debicka: "In den Klängen spricht es ..."

Wichtig ist zu sagen: Das musikalische Erleben hat in allgemeinen nichts mit der Art unseres tagtäglichen Erlebens zu tun. Es hat seine eigene Substanz, lebt auf einer anderen Ebene. Das Bewusstsein darin wird nicht an den Raum und an den gewöhnlichen Zeitverlauf gebunden bleiben. Die Zeit wird zum Raum. Das erlebt man gerade ganz deutlich in der Musik von Mozart.
Und so versuche ich in dieser visuell–klanglichen Arbeit dies ins Bewusstsein rufen. Ich möchte Salzburg mit dem Geschaffenen von Mozart, wie auch seine Person – die Erinnerung an ihn - in meiner visuell–musikalischen Komposition verbinden. Man sieht kleine Fragmente der Stadt, vielleicht manchmal in einer anderen Dimension; es zeigt sich das Bild von Mozart. Und das Ganze wird durch die Notenfragmente von verschiedenen Stücken umklammert.
Die musikalische Begleitung hat nichts mit der Klassikzeit zu tun; vielleicht nur in meinen inneren Vorstellungen. Sie wird begleitet durch die Worte aus „Requiem“ und „Zauberflöte,“ die zu erkennen nicht immer möglich wird. Sie werden ein Teil des musikalischen Geschehens sein.

Jolanta Debicka wurde in Süd–Polen geboren. Schon während ihrer Schulzeit besuchte sie ein Konservatorium in Krakau. Sie hat die Musiktheorie in der Musikakademie in Krakau studiert. Parallel dazu unterrichtete sie an der Musikschule und hat in der Philharmonie Krakau beruflich und auch in dem sogenannten Papstchor gesungen. Sie unterrichtet an der Waldorfschule in Linz und studiert sie an der Universität Mozarteum Komposition bei Adriana Hölszky.

 

Agustin Castilla-Avila: "S.A.L.Z.B.U.R.G."
Audiovisuelle Projektion und Live-Gitarre

S.A.L.Z.B.U.R.G. ist ein Stück aus acht Teilen, in denen ich mich auf die für mich wichtigsten Teile der Stadt Salzburg konzentriere. Es ist eine sehr persönliche Beschreibung Salzburgs: "Steintheater", "Apfel", "Luft", "Zauberhaft", "Berg", “Utopie”, “Ruhig”, “Glocken”.

Agustin Castilla-Avila, geboren in Jerez de la Frontera, Spanien, wo er am Konservatorium seine musikalische Ausbildung begann. Danach studierte er am Conservatorio Superior de Sevilla und schloss mit dem Titulo Superior de Guitarra ab. 1998 erhielt er ein Stipendium der Fundación La Caixa-British Council für ein fortführendes Studium am London College of Music. Anschließend erwarb er ein Postgraduate Diplom und ein Masters Degree an der Guildhall School of Music. Parallel zu seinem weiterführenden Studium an der Universität Mozarteum Salzburg bei Isabel Siewers erwarb er sein Doktorat im Fach Musical Arts an der Arizona State University bei Frank Koonce, dort war er auch als Lehr-Assistent tätig. Zur Zeit studiert er Komposition bei Adriana Hölszky und André Ruschkowski an der Universität Mozarteum Salzburg.

 

André Ruschkowski: "Twigs & Grains"
Audiovisuelle Komposition

Zweige mit kräftig gefärbten Blättern und ihren romantischen Assoziationen bilden den Ausgangspunkt für eine zunehmende Modifikation und Transformation dieser Bilder in eine abstraktere visuelle Umgebung. Verschiedenartige Transformationen, wie Skalierungen, Filterungen, Maskierungen oder Interpolationen, verzweigen sich simultan zu wechselnden und immer neuen Kombinationen von einzelnen Elementen der Ausgangsbilder. So bewegt sich die visuelle Ebene permanent zwischen den assoziativen Ausgangsbildern und ihren erkennbaren sowie nicht mehr als Ableitung erkennbaren Verzweigungen. Während der erste Teil eine statische Position des Betrachters verwendet, wird diese Perspektive im zweiten Teil durch eine Bewegung des Betrachters in virtueller Landschaft dynamisiert.

(Biografie beim erstem Stück des Konzertes.)