Trombonica - Zeitlos

Beim Schall der Posaun'

Das Posaunenquartett Trombonica begeistert mit einem klangvoll swingenden Streifzug quer durch die Musikgeschichte von Bach bis Bachner.

Von Heidemarie Klabacher

05/04/07 Der Choral "Ruhet wohl" aus der Matthäuspassion bekommt in der Bearbeitung für Posaunenquartett eine meditative Innerlichkeit, die fast noch stärker zu sein scheint, als die "Text-Variante", weil eben kein Gedanke, sei’s an Tod oder Auferstehung, vom reinen Wohlklang ablenkt. Oder "Dei Choräle" von Werner Pirchner: "Volkslied im Kärntner Frühling zu blasen" könnte über dem Stück "Abschied" stehen, während "Trost" jederzeit am Grabe des Kameraden "So nimm denn meine Hände" ersetzten könnte. Und das ist jetzt nicht ironisch gemeint: Bläserklänge, selbst wenn sie mit nur durchschnittlicher musikalischer Qualität realisiert werden, wirken oft auch auf einer emotionalen Ebene, die über das reine "Musikhören" hinausgeht. – Und dies umso mehr, wenn ein technisch und musikalisch herausragendes Ensembles wie "Trombonica" auf der Gefühlsskala seiner Hörer spielt.

Dass es aber auch ganz anders - nämlich hinreißend launig-distanziert - zugehen kann, zeigt, wenn in dieser Auswahl auch als einziges, das Stück "Zwietrombo-Fachnica" von Christoph Wundrak: Es ist ein feines ironisches Spiel mit bekannten Volksmusik-Elementen, das immer ganz wo anders hinführt, als man erwartet.

Keine simple Bearbeitung für "Harmoniemusik" sind Ernst Ludwig Leitners "Metamorphosen nach W. A. Mozarts "Türkischer Musik" aus der "Entführung aus dem Serail": Quasi nur im Untergrund, als Gedanke oder Erinnerung, tauchen Zitate und Anspielungen auf.

Die "Carmen Suite" dagegen ist eine "Carmen Suite" – anhand deren freilich die technische Brillanz und Virtuosität der vier Posaunisten Alex Moling, Gerald Klaunzer, Simon Seidel und Stefan Kozett besonders gefordert wird: Allein das aufregende Tremolo im "Prelude" und die beängstigenden Einwürfe, die die ganze Tragödie schon vorwegnehmen, begeistern. Oder die "Aragonaise", die so schwungvoll und überzeugend daherkommt, als sei sie von Haus aus für vier Posaunen geschrieben worden. - Hinreißend.

Text: http://www.drehpunktkultur.at

Slawischer Tanz Nr. 8 [
1
]
Antonin Dvorák (1841 - 1904)
(Arr. Simon Seidel)
aus "Johannespassion"
 
  Johann Sebastian Bach (1698-1770)
(Arr. Stefan Konzett)
Ruht Wohl [
2
]
 
aus "Carmen Suite"
 
  Georges Bizet (1838 - 1875)
(Arr. Simon Seidel)
Prelude [
3
]
 
Aragonaise [
4
]
 
Les Dragons d’ Alcala [
5
]
 
Les Toreadors [
6
]
 
Habanera [
7
]
 
4 Sketche
 
  Robert Friedl (*1963)
Nr. 1 [
8
]
 
Nr. 2 [
9
]
 
Nr. 3 [
10
]
 
Nr. 4 [
11
]
 
3 Choräle
 
  Werner Pirchner (1940 - 2001)
(Arr. Stefan Konzett)
Abschied [
12
]
 
Muatta [
13
]
 
Trost [
14
]
 
Alla Turca 2006
Metamorphosen nach W. A. Mozarts "Türkischer Musik" aus "Entführung aus dem Serail"
 
  Ernst Ludwig Leitner (*1943)
Marcia [
15
]
 
Janitscharenmusik I [
16
]
 
Vivat Bacchus [
17
]
 
Morning Shift [
18
]
Robert Bachner (*1972)
Zwietrombo-Fachnica [
19
]
Christoph Wundrak (*1958)
Bel Lingaz [
20
]
Ladinische Volksweise
(Arr. Andrè Schuen)

 

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