Hermann Regner

o.HProf. Dr.
* 1928     † 2008
Hermann Regner wurde am 12. 5. 1928 in Marktoberdorf (BRD) geboren und erhielt seine erste musikalische Ausbildung am Leopold-Mozart-Konservatorium Augsburg, wo er die Reifeprüfung in Dirigieren und Komposition ablegte.
Sein Studium an der Geisteswissen-schaftlichen Fakultät der Ludwig Maximilian Universität in München schloss er mit der Promotion zum Dr. phil. ab.

1957 - 64 war Regner zunächst Lehrer an der Hochschule für Musikerziehung in Trossingen, BRD.
1964 wurde er ans "Mozarteum" berufen und ist seither dem ORFF-Institut, an dessen Aufbau er maßgeblich mitgearbeitet hat, ständig verbunden.

Seine Lehrtätigkeit führte ihn auch in die BRD, nach Japan, Brasilien, in den Iran, nach Thailand, Dänemark, Italien, Island, England, Kolumbien, Finnland, Portugal, Spanien, Hongkong, USA, Kanada, Australien, Norwegen, Ghana, Korea und auf die Philippinen.

1968 wurde er zum AO., 1974 zum O. Hochschulprof. ernannt. Daneben ist Regner auch ständiger freier Mitarbeiter im Schulfunk des Bayrischen Rundfunks und Fernsehens, u.a. gestaltet er zahlreiche Sendungen zur Musikerziehung, ist Fachberater und Textautor von acht 30 Minuten Filmen (ZDF) „Orff-Schulwerk in aller Welt“.

Neben der Musikerziehung für Kinder im frühen Alter ist die Musik in der Erwachsenenbildung und Musikerziehung durch Schulfunk und –fernsehen sein Spezialgebiet. So ergab sich trotz seiner Ausbildung als Dirigent und Komponist – er komponierte Werke für Klavier, Bläser, Schlagwerk, Chor und gemischte Besetzungen –die Konzentration auf Musikpädagogik seit Jahrzehnten. Als Grund dafür nennt Regner die Notwendigkeit, aktive Kritik an "verkopfter" und "verspielter" Musikerziehungstradition zu üben. Er unternimmt den Versuch, professionelles und Laienmusizieren, Traditionelles und Zeitgenössisches, E- und U-Musik zusammenzubringen. Seine pädagogischen Ziele sind, "allen Schülern einen lebenslang motivierenden Zugang zu Musik und Geschichte der Gegenwart zu vermitteln und ihnen Mut zu machen, in ständig wechselnden, der Aufgabe und dem Schüler angepassten Verfahren Musikmachen, Musikhören und Musikdenken an Kinder und Jugendliche und Laien weiterzugeben." Musikerziehung muss den wechselnden Bedingungen der Gesellschaft und der Kunst aufgeschlossen bleiben, daher muss auch eine Relativierung der Methoden jederzeit möglich sein. Dieses Bewusstsein versucht Regner seinen Schülern zu vermitteln.

Unter seinen vielen Publikationen seien genannt:
"Die Blasinstrumente in der Jugendarbeit" (Wolfenbüttel und Zürich, Möseler Verlag) 1964; "Hören lernen, Materialien zur Hörerziehung" (Stuttgart, Ernst Klett Verlag) 1970; "Spiel und Erfindung" in :Die Musikschule, Bd. 3 (Mainz, B. Schott's Söhne) 1974; "Pädagogische Musik", ebenda; "Musikhören im Anfang" in: Musikalische Grundausbildung in der Musikschule, Lehrhandbuch (Mainz, B. Schott's Söhne) 1978.
Kompositionen brachte er vor allem bei Schott, Mainz und Möseler, Wolfenbüttel heraus.

Leitung von Lehrgängen und Seminaren in Österreich, Deutschland, Japan, Brasilien, Iran, Thailand, Dänemark, Norwegen, Italien, Island, England, Kolumbien, Ungarn, Finnland u.a.

Bayerischer Rundfunk/Schulfunk, München: rund 200 Sendungen "Zum Musikunterricht"

Leitung vieler Seminare weltweit

Werke: Vokal-, Orchester-, Kammermusik, Werke für den Unterricht, für Kinder und erwachsene Amateure

Professor Dr.Hermann Regner wurde das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.
Damit wurde das Wirken Regners für die Musik und das Musikleben in Deutschland
öffentlich anerkannt. Insbesondere erwähnte die Laudatio die Arbeit für den Bayerischen Rundfunk, als Buchautor und Komponist, als Musikpädagoge und langjähriges Vorstandsmitglied der Carl Orff-Stiftung.

Am 5. Mai 1994 wurde em.Univ.Prof. Dr. Hermann Regner die goldene Ehrenmedaille der Universität Mozarteum verliehen.



(2012)