Rolf Maedel

o.HProf.
* 1917     † 2000
Rolf Maedel (* 17. März 1917 in Berlin, Deutschland; † 9. Jänner 2000 in Salzburg) war Komponist, Dirigent und Professor an der Hochschule Mozarteum.

Rolf Maedel wurde am 17. 3. 1917 in Berlin (BRD) als Sohn eines Büchsenmachers geboren. Vom 7. Lebensjahr an hatte er Klavierunterricht. Nach dem Abitur in Berlin 1936 an der Humboldt-Schule war er noch bis 1937 Schüler am Klindworth-Scharwenka-Konservatrorium.
Die nächsten Jahre studierte er an der staatlichen Akademischen Hochschule für Musik bei den Professoren W. Wolf (Klavier), K. Thomas (Chorleitung), W. Gmeindel (Dirigieren) und E. Pepping (Komposition).

1938 machte er die Musiklehrerprüfung in Klavier und Chorleitung. Während seiner Militärzeit nahm er auch an sogenannte Wehrmachtstourneen teil, wovon eine durch Salzburg führte, aufgrund deren Erfolg ihm zwei Studienurlaube am Mozarteum ermöglicht wurden. C. Krauss, W. Lampe, F. Frischenschlager und M. Zallinger unterrichteten Maedel, der 1943 am Mozarteum die Reifeprüfung ablegte.

Nach dem Krieg war Maedel zunächst freischaffender Künstler. Unter dem nachhaltigen Eindruck, den J.N. David auf ihn machte, entstanden in dieser Zeit eine große Zahl von Klavier- und Kammermusikkompositionen und Lieder.

Maedel war freier Mitarbeiter beim RWR (als Solist, Begleiter und Hörspielkomponist); als Lied- und Instrumentalbegleiter unternahm er mehrere Toruneen durch Österreich und Deutschland. Seine jahrelangen Konzertreisen als Mitglied des „Salzburger Kammertrios“, als Interpret eigener Werke und als Assistent von B. Paumgartner führten ihn auch als Dirigent in nahezu allen großen Städte Europas.

1947 wurde er als Vertragslehrer ans Mozarteum berufen, ab 1950 war er musikalischer Leiter des von B. Paumgartner gegründeten Opernstudios. 1962 wurde er zum Professor, 1974 zum AO. Und 1976 zum ordentlicher Hochschulprofessor ernannt.

Seit 1970 beschäftigte sich Maedel zusammen mit Richter-Herf ausführlich mit der Erweiterung der Tonalität und der Systematisierung der Mikrotöne, die zum 6-fach verfeinerten traditionellen System führte (72 Töne innerhalb einer Oktave). Maedel, der in jahrelanger Arbeit eine exakte Aufzeichnung der „Ekmelik“ vorlegen konnte, ist Mitbegründer des Institutes für musikalische Grundlagenforschung am Mozarteum.

Seine Arbeiten wurden im ORF und im ZDF wiederholt vorgestellt. Im Herbst 1981 wurde am Mozarteum die von ihm und Richter-Herf entwickelte und von Ing. Hanel gebaute elektronische Feinstufenorgel fertiggestellt.

(2012)