Joseph Messner

Prof.
* 1893     † 1969
Joseph Messner (* 27. Februar 1893 in Schwaz; † 23. Februar 1969 in St. Jakob am Thurn) war ein österreichischer Musiker, Komponist und Priester.

Joseph Messner, Bruder des Sozialethikers Johannes Messner, wurde in Schwaz/Tirol als Sohn eines Knappen (im Silberbergwerk Schwaz) und einer Tabakarbeiterin geboren.

Er bekam bereits früh Musikunterricht in Gesang, Geige, Klavier und Orgel. Zwölfjährig übersiedelte er 1905 nach Salzburg und erhielt fortan seine musikalische Ausbildung im Kapellhaus, Sigmund-Haffner-Gasse 20, danach am Mozarteum.

Nach der Reifeprüfung am Borromäum studierte er Theologie und wurde 1916 zum Priester geweiht. Später bildete er sich in München bei Friedrich Klose (Komposition) und Rheinberger-Schüler Josef Becht (Orgel) weiter.

In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts feierte Messner vor allem in Deutschland große Erfolge als Komponist. In mehreren Städten fanden „Joseph Messner Orgelfeste“ statt, in Duisburg wurden 1924 die „Joseph-Messner-Tage“ veranstaltet, bei denen seine Sinfonietta für Klavier uraufgeführt wurde.

Erzbischof Ignatius Rieder berief ihn 1922 zum zweiten Domorganisten am Salzburger Dom, bestellte und bezahlte ihn allerdings als Kooperator von Pfarrwerfen. Im Jahr 1926 wurde er schließlich Domkapellmeister in Salzburg - eine Funktion, die er bis zu seinem Tod innehatte.

In den 30er Jahren vollzog Messner eine Glättung seiner sonst revolutionären Tonsprache, indem er seine „dissonanzreiche Kontrapunktik“ durch „Wohllaute des Tonikadreiklanges“ ersetzte. Diesen Wandel vollzog er anscheinend unter dem Eindruck „großdeutscher Kulturideale“. Tatsächlich unterstütze Joseph Messner, im Gegensatz zu seinem Bruder Johannes Messner, den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich.

Nach dem Krieg versuchte Messner an seine früheren Erfolge anzuknüpfen, was ihm nicht gelang. Beruflich fühlte er sich mehrmals übergangen oder ausgebremst, so 1946 bei der erhofften Berufung zum Rektor der Musikhochschule Mozarteum und bei seinen Domkonzerten, die man 1967 aus dem offiziellen Festspielprogramm strich.

Joseph Messner verstarb 1969 überraschend in seinem Einfamilienhaus in St. Jakob am Thurn, wo er mehrere Jahrzehnte mit der Sängerin Evi Klemens gewohnt hatte.

Er ruht auf dem Salzburger Kommunalfriedhof.

Joseph Messner hinterließ ein umfangreiches Werk, darunter die Salzburger Festspielfanfare, deren Langfassung bis 1980 bei allen Rundfunkübertragungen der Salzburger Festspiele als akustisches Signet verwendet wurde; die Bombenmesse, die an die Zerstörung des Salzburger Doms im Jahr 1944 erinnert, wobei der Komponist vorgab, sie selbst an der Domorgel miterlebt zu haben; zahlreiche Bläserfanfaren. Darüber hinaus komponierte er drei Symphonien (in c-Moll, F-Dur und A-Dur), mehrere Instrumental- und Orchesterwerke (darunter die Salzburger Suite, die als Programm verschiedene Sehenswürdigkeiten in Salzburg beschreibt), vier Opern (darunter eine über die Person der Esther), zahlreiche Lieder sowie eine große Zahl geistlicher Werke (Messen, Propriumsmusik, Motetten, geistliche Lieder, usw.).

Als Orgelvirtuose war er international anerkannt, obwohl er – ähnlich wie Bruckner – nur wenige Orgelwerke komponierte, sondern bei seinen Orgelkonzerten durch seine Improvisationskunst beeindruckte.

(2012)