Hans Leygraf

em.o.HProf.
* 1920     † 2011
Hans Leygraf (* 7. September 1920 in Stockholm; † 12. Februar 2011) war ein schwedischer Pianist, Komponist und Dirigent.

Hans Leygraf wurde am 7. 9. 1920 in Stockholm (Schweden) geboren.
Er studierte Klavier bei G. Boon in Stockholm und A. Hirzel-Langenhan in der Schweiz, Kontrapunkt und Komposition bei H.M. Melchers in Stockholm und J. Haas in München und Dirigieren bei O. Morales und T. Mann in Stockholm und bei H. Knappe in München.

Bereits 1930 trat er als Solist mit einem Mozart-Klavierkonzert vor die Öffentlichkeit, 1933 gab er in Stockholm seinen ersten Soloabend. Leygrafs künstlerische Laufbahn war damit beschlossen. Sein Repertoire umfasst ca. 30 Klavierkonzerte und ca. 40 verschiedene Programme für Solokonzerte.
Neben den etablierten klassischen Werken (bes. Mozart), spielt Leygraf auch immer wieder ein Programm mit schwedischer Klaviermusik: Werke von Stenhammer, Rosenberg, Wirén, Larsson, de Frumerie u.a.

Leygraf trat mit vielen großen Orchestern auf, u.a. mit Stockholms Konsertförening, Royal Philharmonic Orchestra London, Londoner Synphonie Orchester, NDR Symphonie Orchester Hamburg, mit dem Philharmonischen Orchester München, mit dem Mozarteum Orchester und den Wiener Philharmonikern. Er arbeitete mit Dirigenten wie Fritz Busch, Josef Kleiberth, Alberto Erede, Fritz Lehmann, Georg Solti, Wolfgang Sawallisch, Georg Szell, Sergiu Celibidache u.v.a.
Er war Gast vieler großer Musikfestspiele. Auch bei den Salzburger Festspielen und der Mozartwoche in Salzburg trat er mehrfach als Solist auf.

1967 gründete Leygraf das "Leygraf Klavierquartett" und ist seither neben seiner solistischen Tätigkeit auch als Kammermusiker in nahezu allen Ländern Europas, in Russland und in Japan zu hören. Mit diesem Quartett wurden die Klavierquartette von Mozart auf Schallplatte - bei Telefunken - eingespielt, als Solist bespielte er mehrere Schallplatten mit Werken von Haydn, Mozart, Chopin, Debussy, Stenhammer und Bartok. Er wurde zur Einspielung sämtlicher Klaviersonaten verpflichtet.

Auch als Dirigent und Komponist hat sich Leygraf etabliert. Vor allem in den 40er Jahren komponierte er eine Reihe von Werken für Klavier oder Kammermusikbesetzung. Hans Leygraf wird immer wieder zu großen Wettbewerben als Juror eingeladen, u.a. zum Busoni-Wettbewerb in Bozen, zum ARD-Wettbewerb München, zum Deutschen Musikwettbewerb in Bonn.

Schon früh war er neben seiner künstlerischen Betätigung auch als Pädagoge wirksam. Er leitete zahlreiche Klavier-Meisterkurse, u.a. von 1954-62 an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt, seit 1956 an der Internationalen Sommerakademie Mozarteum in Salzburg, seit 1962 an der Musikakademie Hannover, 1973 und 75 an der Musikhochschule Stockholm, 1976 und 81 an der Musikhochschule in Tokio und 1981 in Taipe. 1978 und 79 leitete er an der Internationalen Sommerakademie Hitzacker Kammermusikkurse.

Sein Heimatland zeichnete ihn mit dem Königlichen Vasa-Orden und dem "Literis et Artibus" aus und bestimmte ihn zum ordentlichen Mitglied der Königlichen Musikalischen Akademie.

Seit 1972 leitete Leygraf an der Universität Mozarteum Salzburg eine Klasse für Klavier. Am 1.10.1990 emeritierte er, lehrte aber noch bis ins Jahr 2006/2007 am Mozarteum weiter.
Er lehrte auch als Gastprofessor an der Hochschule der Künste Berlin, heute Universität der Künste.

Ehrungen:
Ehrenmitglied der Universität Mozarteum, Salzburg
Träger des Königlichen Vasa-Ordens
Träger des Litteris et Artibus
Ordentliches Mitglied der Königlich Schwedischen Musikakademie

(2012)