Horst Peter Hesse

em.Univ.Prof. Dr.
* 1935     † 2009
wurde 1935 in Hamburg geboren. Er studierte 1953-1956 am Hamburger Konservatorium Klavier, Orgel und Dirigieren und an der Universität Hamburg 1954-1956 Medizin und Psychologie.

Nach Abschluß des Musikstudiums war er Chorleiter, Theatermusiker und Leiter einer Musikschule.

1966-1970 studierte er an der Universität Hamburg Musikwissenschaft (Hans-Peter Reinecke, Georg von Dadelsen, Constantin Floros), Psychologie (Peter R. Hofstätter, Kurt Pawlik), Philosophie (Carl Friedrich von Weizsäcker), Pädagogik (Wilhelm Flitner) und Phonetik (Otto von Essen, Sven Smith) u.a.

1970 wurde er mit der Dissertation "Die Wahrnehmung von Tonhöhe und Klangfarbe als Problem der Hörtheorie" promoviert.

Hesse war ab 1970 Tonregisseur an der Hamburgischen Staatsoper, ab 1972 wissenschaftlicher Assistent im Fach Musikwissenschaft an der Universität Göttingen und freier Mitarbeiter im Lektorat Klassik der Polydor International Hamburg.

1978 habilitierte er sich im Fach Systematische Musikwissenschaft an der Universität Hamburg und erhielt die Lehrbefugnis als Privatdozent. Er vertrat nacheinander die Ordinariate für Systematische Musikwissenschaft an der Universität Hamburg, für Musikpädagogik an der Universität Hildesheim und für Musikgeschichte an der Hochschule Mozarteum in Salzburg.

1988 wurde er als Professor für Theorie der Musik an die Hochschule Mozarteum, seit 1998 Universität Mozarteum Salzburg, berufen. 1989-1998 lehrte er außerdem das Fach Vergleichende Musikwissenschaft an der Paris-Lodron-Universität Salzburg.

1989-2003 leitete er am Mozarteum die Abteilung für musikalische Grundlagenforschung (Richter Herf-Institut für musikalische Grundlagenforschung), wo er sich insbesondere der Feinstufenintonation beim Instrumentalspiel, der Musik mit Mikrointervallen und deren Harmonik und Notation, sowie der Zeitwahrnehmung in der Musik widmete.

Daneben engagierte er sich in verschiedenen Gremien der akademischen Selbstverwaltung. 2000-2002 war er Studiendekan für die Studiengänge Dirigieren, Komposition und Musiktheorie, Katholische und Evangelische Kirchenmusik, Instrumentalstudium.

2001-2003 war er Mitglied des Vorstands im Forschungsnetz Mensch und Musik. In mehreren Forschungsprojekten unter seiner Leitung wurden mit Hilfe physiologischer Messungen und psychometrischer Methoden die Einflüsse von Musik auf Lebensprozesse des Menschen untersucht.

2003 wurde Hesse emeritiert. Er betreute bis zu seinem Tod im April 2009 an der Universität Mozarteum Salzburg weiterhin mehrere Dissertationen aus dem Fachgebiet Systematische Musikwissenschaft.

(2012)