Helmut Eder

em.o.Univ.Prof.
* 1916     † 2005
Helmut Eder (* 26. Dezember 1916 in Linz; † 8. Februar 2005 in Salzburg) war ein österreichischer Komponist.

Helmut Eder wurde am 26. Dezember 1916 in Linz geboren.
1937 maturierte er an der Lehrerbildungsanstalt in Linz.

Nach seinem Militärdienst und längerer Kriegsgefangenschaft studierte er 1945-47 am Linzer Bruckner-Konservatorium bei Franz Heinrich Klein und Helmut Schiff.

1945-50 war er Volksschullehrer in Eferding/Oberösterreich, wo er ein Klaviertrio und mehrere Chöre gründete.

1947 erhielt er den Kulturförderungspreis des Landes Oberösterreich.

In den Jahren 1947/50 besuchte er Kompositionskurse bei Paul Hindemith in Salzburg.

1948 Gründung des David-Chors Eferding.

In den Jahren 1950-67 unterrichtete er am Linzer Bruckner-Konservatorium als Lehrer für Musiktheorie und Komposition.

1953/54 Kompositionsstudien bei Johann Nepomuk David in Stuttgart und Carl Orff in München, und Dirigieren bei Fritz Lehmann in München.

Im Jahr 1954 kam es unter seiner Leitung zur Gründung der Konzertreihe “Musica nova” in Linz

1959 wurde gemeinsam mit Hans Puluj ein Elektronikstudio in Linz ins Leben gerufen.

1962 wurde er mit dem Österreichischen Staatspreis ausgezeichnet, ein Jahr später erhielt er den Förderungspreis der Theodor-Körner-Stiftung und im Jahr 1966 den Anton-Bruckner-Preis des Landes Oberösterreich.

Von 1967-87 hatte er eine Professur und die Leitung einer Kompositionsklasse an der Hochschule (heute Universität) Mozarteum in Salzburg inne. Innerhalb dieser Zeit übte er eine rege Tätigkeit als Dirigent im In- und Ausland aus.

Eine neuerliche Ehrung wurde ihm 1972 mit dem Würdigungspreis für Musik des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst zuteil.

Ab 1974 fungierte er als Berater bei der Internationalen Stiftung Mozarteum und wurde 1986 Ehrenmitglied des Österreichischen Komponistenbundes, ausgezeichnet mit dem Heinrich-Gleißner- Preis.

Weiters wurde er 1992 mit dem Musikpreis der Stadt Salzburg, dem Kunstwürdigungspreis für Musik der Stadt Linz, 1998 mit dem Musikpreis der Stadt Wien und 2001 mit der Goldenen Medaille der Mozartstadt Salzburg ausgezeichnet.

Sein Werk umfasst 6 Opern, 4 Ballette, Oratorien „non sum qualis eram“, „...Missa est“ für Soli, Chöre und Orchestergruppen, 6 Sinfonien, Instrumentalkonzerte (u.a. drei Violinkonzerte, ein Cellokonzert, ein Doppelkonzert für Violoncello, Kontrabass und Orchester, Orgelkonzert „L’homme armé“, Haffner-Konzert für Flöte und Orchester), mehrere Werke für Kammerorchester, Kammermusik verschiedenster Besetzung (u.a. Melodia-Ritmica für 12 Violoncelli, Suite mit Intermezzi für 11 Bläser, Quintett für Klarinette und Streichquartett, vier Streichquartette), Orgel- und Klavierwerke sowie Chorwerke.

Die Werke Helmut Eders wurden in Europa und Übersee bei internationalen Festivals wie den Salzburger Festspielen, der Mozartwoche Salzburg, den Bregenzer Festspielen, den Wiener Festwochen, dem Internationalen Brucknerfestival Linz, dem Carinthischen Sommer, der Musik-Biennale Berlin, bei Musica viva München, den Dresdner Musikfestspielen, dem Prager Frühling, dem Bergen Festival, den Internationalen Musikfestwochen Luzern sowie bei der Biennale in Zagreb durch bedeutende Orchester wie beispielsweise die Wiener und Berliner Philharmoniker, die Tschechische Philharmonie, die Wiener Symphoniker, das Symphonieorchester des Bayrischen Rundfunks, das Radio-Symphonie-Orchester Berlin, die Münchner Philharmoniker, das Tonhalle-Orchester Zürich und die Bamberger Symphoniker sowie durch Ensembles und mit zahlreichen Solisten und Dirigenten aufgeführt.

Helmut Eder starb am 8. Februar 2005.

“Meine Art zu komponieren möchte ich pluralistisch nennen. Ich bejahe eine Entwicklung, die es dem Komponisten in die Hand gibt, alles - von der Modalität bis zum Seriellen und zur Klangfarbenmusik - in seine persönliche Sprache einzubeziehen.”
(Helmut Eder, 1989)

Kompositionen:
Oedipus (1958/59). Oper. Libretto: Fred Schroer (*1907) (nach Sophokles’ König Ödipus, deutsch von Heinrich Weinstock). UA 1960 Linz

Der Kardinal (1961/62). Oper. Libretto: Ernst Brauner. UA 1965 Linz

Die weiße Frau (1966). Oper. Libretto: Karl Kleinschmidt

Konjugationen 3 (1969). Oper. Libretto: Rudolf Bayr. UA 1969 Wien (ORF)

Der Aufstand. Oper in 3 Akten. Libretto: Gertrud Fussenegger. UA 2. Oktober 1976 Linz

Georges Dandin. Oper. Libretto: ? (nach Molière). UA 1979 Linz

Mozart in New York (1989/90). Oper. Libretto: Herbert Rosendorfer. UA 1991 Salzburg

(2012)