Rudolf Arnold

em.Univ.Prof.
* 1945     † 2014
Von 1976 bis 2013 Univ.Prof. für Bildhauerei an der Universität Mozarteum Salzburg.



Ruedi Arnold wurde am 8.8.1945 in Luzern (Schweiz) geboren. Von 1962-66 erhielt er an der Kunstgewerbeschule in Luzern eine Bildhauerausbildung; 1967 ging er nach Wien zu Prof. F. Wotruba an die Akademie der bildenden Künste. Neben diesem Lehrer hat für Arnold auch A. Giacometti eine wichtige Rolle für seine künstlerische Entwicklung gespielt.



Arnold beschäftigt sich im Gebrauch verschiedener Materialienkombinationen (Papier, Draht) mit räumlichen Auffächerungen; es entsteht eine Serie der "räumlichen Durchdringungen, die wie räumlich ausgebaute Windrosen, konsolartige Platten, von kurzen Rohrstückchen durchdrungene Plättchen und aufgerissene Boxen aussehen können." (A. Rohrmoser).
Eine andere Serie, "Ikarus", die zunächst vom "Papier" und der "Verpapierung" ausging, entwickelt sich ebenfalls durch Drahtstrukturierungen zur Demonstration der Komplexität räumlicher Verhältnisse.



Die Documenta 1968 relativierte Arnolds sachliche Nähe zu seinem Lehrer Wotruba. Sein neues Feld wird die Beziehung zwischen negativ und positiv. Z.B. die "Stiege" (1969) zeigt das Experimentieren mit streng geordneten geometrischen Formen, die Arnold in Verformungseffekten verunsichert und auflöst. Seine Objekte zeigen ästhetisierte Auflösungs- und Kontrasterscheinungen: Körper mit Bruchfläche. Als Ausgangspunkt für plastische Umsetzung dient Arnold die Zeichnung.



Als Lehrer behält sich Arnold die individuelle Auseinandersetzung mit seinen Studenten (schon bei der Aufnahme) vor. Er versucht, den Mut zum Experiment anzuregen, vor dem Dozieren bevorzugt er das selbständige Pobierenlassen. Als Ziel seines Unterrichts setzt Arnold "die Gestaltung jenes Ambientes, in dem wir agieren, das unsere Handlungen erklärt und möglich macht." (Arnold in "Das Salzburger Land").



Als Grundlage soll den Studenten das Erlernen solider, handwerklicher Fertigkeiten und die Konfrontation auch mit tradierten Techniken dienen. Arnold bekam 1974 einen Lehrauftrag an der Universität für angewandte Kunst in Wien;
1976 wurde er als Ordentlicher Hochschulprofessor für Bildhauerei an die Universität Mozarteum berufen. Von 1991/92 bis 1997/98 war Arnold Abteilungsleiter der Abteilung für Kunsterziehung (Abt. IX) an der Universität Mozarteum.