Gudrun Volkert

Univ.Prof. i.R.
Die Österreicherin Gudrun Volkert studierte bei E. Auer-Weißgräber und F. Großmann in Linz und Wien, wo sie auch ihren Abschluss machte.
Sie besuchte Meisterkurse bei A. Varnay und J. Greindl in Berlin und war Hospitantin bei den Bayreuther Festspielen unter Wieland Wagner. Nach zwei Anfängerjahren am Stadttheater Klagenfurt wurde sie von ihrem späteren Förderer Dr. J. Klaiber ans Opernhaus Kiel geholt, um dort als 23-jährige ihr Debüt als Ortrud zu geben.

Aufgrund dieses bemerkenswerten Erfolges erhielt sie zahlreiche Angebote in großen Häusern. Gudrun Volkert traf in Düsseldorf Friedel Becker-Brill, die fortan den künstlerischen Werdegang der jungen Sängerin begleitete und prägte, indem sie mithalf, kontinuierlich ihr Repertoire - dem jeweiligen Reifestadium ihrer Stimme entsprechend - sorgfältig auszuwählen.
Gleichermaßen hat sich Gudrun Volkert in reger Konzerttätigkeit ein reiches Lied- und Oratoriumsrepertoire erarbeitet und unter namhaften Dirigenten wie A. La Rosa Parodi, Z. Pesko, P. Gülke und S. Köhler einem breiten Publikum vorgestellt.

Im Rahmen von Gastspielverpflichtungen sang sie u.a. Fidelio-Leonore an der Staatsoper Stuttgart (Inszenierung: Wieland Wagner), sowie in Glasgow, Edinburgh und Lisboa.
Weiters war sie die Ortrud in der Lohengrin-Produktion mit Fr. Araiza im Teatro La Fenice in Venedig (Musikalische Leitung: Chr. Thielemann). Den Adriano (Rienzi) sang sie unter Janos Kulka am Teatro Colon in Buenos Aires.
Die Strauss-Partien der Marschallin, der Ariadne und der Salome, Wagners Senta (mit P. Schneider am Nationaltheater Mannheim), Ponchiellis Gioconda, Puccinis Tosca und Turandot, Cherubinis Medea, die Wozzek-Marie u.a.m. verkörperte sie an den größten deutschen Opernhäusern wie Hamburg, Berlin, München, Wiesbaden, Karlsruhe, Braunschweig, Darmstadt, Köln, u.a.
Am Gran Teatre del Liceu sang sie unter Uwe Mund die Kundry und in Sidney und Melbourne die Isolde. Es waren sämtliche Partien ihres Hochdramatischen Faches, die sie an den bedeutendsten europäischen Häusern wie Brüssel, Rouen, Turin, Strasbourg, Antwerpen, Rotterdam, Zürich , u.a. sang.

Internationalen Erfolg aber erlangte Gudrun Volkert mit ihren RING-Brünnhilden.
Unter der Regie von Prof. A. Everding, dem Dirigat R. Satanowskis und im Bühnen bild von Prof. G. Schneider-Siemsen war Volkert die Brünnhilde in "Warschauer RING", am Teatr Wielki, der seit dem zweiten Weltkrieg dort erstmals (1986-1989) wiederaufgeführt wurde.
Anschließend war sie die RING Brünnhilde bei den Sommerfespielen in Seattle, ehe sie an die MET nach New York gerufen wurde, wo sie unter James Levine ebenfalls die RING-Brünnhilde was und u.a. mit Christa Ludwig und Jessey Norman auf der Bühne stand; als Ensemblemitglied der MET ging sie mit nach Tokio, wo Placido Domingo den Siegmund sang.

Eine mehrjährige Bindung an dieses Haus krönte die Karriere von Gudrun Volkert; viele Rundfunkaufnahmen und CD-Einspieleungen belegen den Erfolg.
Neben ihren sängerischen Verpflichtungen nahm sie sich immer öfter Zeit, jungen Sängern und Studenten in gesangtechnisch. Interpretatorischen Fragen zur Seite zu stehen und sammelte dazu im Studio von Becker-Brill reichlich pädagogische Erfahrungen.

Seit 1998 hatte Gudrun Volkert eine Gastprofessur an der Universität Mozarteum inne, seit 2001 war sie Universitätsprofessorin, wo sie, aus 33 Jahren Bühnenerfahrung schöpfend, die Studenten kontinuierlich in regelmäßigen Wochenstunden auf deren Berufsleben vorbereitete.

(2012)