Alexei Lubimov

Univ.Prof. i.R.
Der 1944 in Moskau geborene Pianist Alexei Lubimov begann seine musikalische Ausbildung an der zentralen Musikschule seiner Heimatstadt und studierte ab 1963 am Moskauer Konservatorium als einer der letzten Schüler von Heinrich Neuhaus. Schon damals erregte der Künstler mit seinem weit gespannten Repertoire vom Barock bis hin zur zeitgenössischen Musik Aufmerksamkeit in Musikerkreisen.

1968 gab er sein erstes Konzert mit Werken von John Cage und Terry Riley. Auch in den folgenden Jahren brachte er zahlreiche Werke des 20. Jahrhunderts in der damaligen Sowjetunion zur Erstaufführung - so zum Beispiel Klavierkompositionen von Schönberg, Webern, Stockhausen, Boulez, Ives oder Ligeti. Weiterhin gehörten Werke von Schnittke, Gubajdulina, Silvestrov und Pärt zu den häufig von ihm gespielten Stücken. Es ist in diesem Zusammenhang nur folgerichtig, dass Alexei Lubimov der Gründer und künstlerische Leiter des Avantgarde-Musikfestes "Alternativa" ist. In der ehemaligen Sowjetunion war das Eintreten des Künstlers für zeitgenössische westliche Musik nicht unumstritten - ideologische Kritik gipfelte in einem sieben Jahre andauernden Ausreiseverbot.

Das Jahr 1987 markiert den Einstieg in die internationale Karriere von Alexei Lubimov - seither gab der Künstler zahlreiche Konzerte in den USA, Europa und Japan. Klavierabende stehen dabei gleichberechtigt neben Orchesterkonzerten mit bedeutenden Symphonieorchestern wie den Münchner, St. Petersburger und Helsinki-Philharmonikern, mit Israel- und Los Angeles Philharmonic, Royal Philharmonic London, dem Russischen National-Orchester, der Weimarer Staatskapelle, dem Orchestre Philharmonique de Radio France, Toronto Symphony und dem Deutschen Sinfonie-Orchester Berlin. Die Partner am Pult waren viele namhafte Dirigenten.

Alexei Lubimov fühlt sich - wie bereits erwähnt - besonders der zeitgenössischen Musik russischer Komponisten verpflichtet. Auf zwei Künstlerpersönlichkeiten sei hier besonders hingewiesen - einmal Valentin Silvestrov (eine Aufnahme mit Orchesterwerken ist bei Sony erschienen) und zum anderen Alexander Nemtin, der einen großen Teil seines Schaffens einer fragmentarisch vorhandenen Idee Skrjabins gewidmet hat. Nemtin schuf einen drei Teile umfassenden Orchesterzyklus, der erstmals in Helsinki im Februar 1997 komplett aufgeführt wurde.

Auf Schallplatte und CD, erschienen bei Melodia, Erato, BIS, Sony, ECM u.a., sind bereits über 30 Einspielungen des Künstlers dokumentiert, die von sämtlichen Mozart-Sonaten über Schubert, Chopin, Beethoven und Brahms bis hin zu Werken des 20. Jahrhunderts reichen. Die neueste Veröffentlichung bei ECM "Der Bote" (2002) fand bei Publikum und Kritik eine geradezu hymnische Aufnahme.

Seit 1999 unterrichtet Alexei Lubimov als Universitätsprofessor für Klavier und Hammerklavier an der Universität Mozarteum.

(2012)